Erstellt am 23. April 2013, 11:01

Ein Vollblutsportler. Jaguar | Nach mehr als fünf Jahrzehnten haben die Engländer (endlich) wieder einen offenen Zweisitzer im Programm – F-Type. Heißer Konkurrent für den Porsche 911!

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Von Beatrix Keckeis-Hiller

Ein gutes halbes Jahrhundert ist es her, dass Jaguar seinen Roadster in die Welt schickte: den E-Type (1961). Jetzt ist der F-Type da! Jaguar eröffnet mit ihm eine vierte Baureihe. Er ist ein Vollblutsportler mit den Design-Attributen seines E-Ahnen: lange Schnauze, kurzes Heck, glattflächiger und schnörkelloser (Aluminium-) Körper, zwei Sitze, knapp sitzende Stoffhaube, die sich auf Tastendruck zusammenfaltet, in zwölf Sekunden (öffnen/schließen), bis zu 50 km/h lässig und lautlos, beinahe beiläufig.

Die Neuinterpretation des Roadster-Themas basiert auf 75 Jahren Tradition, sie ist inspiriert von der Studie C-X16 von 2011 und gipfelt beim knapp fünfeinhalb Meter langen (4.470 Millimeter) und knapp zwei Meter (1.923 Millimeter) breiten, kaum mehr als 1,3 Meter hohen (1.308 bis 1.319 Millimeter) Hecktriebler in hungrigem Maul, breiten Kiemen und schrägen Augen vorne, in muskulösem, schmal zulaufendem Heck hinten, garniert von einem Heckspoiler, der sich ab 100 km/h entfaltet. Je nach Version kommen entweder ein (zentral positioniertes) oder zwei Auspuffdoppelendrohre dazu. Ein Tribut an die Aerodynamik sind die versenkten Türgriffe. Keine Schnörkel leistet sich das Interieur. Das Cockpit ist fahraktiv eingerichtet, mit einer Kombination aus Rundinstrumenten, Touchscreen, Drehreglern und Kippschaltern.

Zum Start offeriert Jaguar zwei Motoren und drei Leistungsstufen: der (neue) 3,0-Liter-V6-Kompressor leistet in der Standardversion 340 PS, in der S-Variante sind es 380. Der ebenfalls kompressoraufgeladene 5,0- Liter-V8 S bringt es auf 495 PS. Damit ist der V6 gut für 260 (0 auf 100 in 5,3 Sekunden), der V6 S für 275 (0 auf 100 in 4,9 Sekunden), der V8 S für 300 (0 auf 100 in 4,3 Sekunden) km/h Topspeed (abgeregelt). Für die Kraftübertragung sorgt eine achtgängige Automatik mit Quickshift-Funktion. Start/ Stopp-System ist immer an Bord. Verbrauchsseitig gibt Jaguar für den Mix-Betrieb zwischen 9,0 und 11,1 Liter Super an (CO2: 209 bis 259 Gramm pro Kilometer).

Die Leistungswerte sind vom Startknopfdruck weg absolut glaubwürdig. Doch gibt es kaum etwas Langweiligeres, als schnell nur geradeaus zu fahren. Der F-Type spielt seine Qualitäten am lustvollsten und aktivsten im Kurvengeläuf aus, ob auf der Rennstrecke oder auf der Bergstraße: Mit unglaublicher Leichtfüßigkeit (Gesamtgewicht: ab 1.597 Kilogramm) und Ausgewogenheit (die Gewichtsverteilung beträgt 50:50), in jedem Modus blitzschnell schaltender Automatik, superpräziser Lenkung, exzellenten Bremsen und feinfühligem Fahrwerk (in den S-Versionen adaptiv, beim V6 S mit mechanischem, beim V8 S mit aktivem elektronischem Sperrdifferenzial), das niemals Schläge oder Stöße austeilt. Kongeniale Unterstützung bieten die perfekt passenden Sportsitze.

Fazit: Es ist vollbracht: Jaguar is on the Road(ster) again! Unverwechsel- und auch unüberhörbar. In der Einstiegsversion als Aufpreisoption, in den S-Varianten serienmäßig servieren die Briten zum F-Type Racing-Sound vom Allerfeinsten, in Form eines aktiven Auspuffsystems. Im Dynamic-Modus pfaucht, grollt, knurrt, schreit, rülpst, sprotzt es einfach unnachahmlich …

„Für uns verkörpert der F-Type das, wofür Jaguar steht: Nonkonformismus und Mut, etwas Neues zu machen – und damit zu überraschen!“
Dieter Platzer, Pressesprecher
Jaguar/Land Rover Österreich

Der F-Type ist ein waschechter Racer, kein Schönling für die Boulevards dieser Welt.
Fotos: Jaguar