Erstellt am 28. Oktober 2013, 10:52

Einer, der auf der ganzen Welt gefällt. Ford | Der Mondeo feiert heuer ein rundes Jubiläum. Er hat 1993 – vor exakt 20 Jahren – als Nachfolger des Sierra debütiert.

 |  NOEN
Von Franz Farkas

Im Jahr 1986 fiel bei Ford die Entscheidung um den Nachfolger des Sierra. Es sollte ein sogenanntes Weltauto werden – mit einem Namen, der für sich selbst spricht: „Mondeo“ (steht für: „die Welt“). Aus einer Reihe von Designvorschlägen aus der ganzen Welt – Italien, Kalifornien, Dearborn (nahe Detroit, Hauptsitz von Ford) … – setzte sich ein Konzept der Kölner durch, und zwar das des damaligen Designchefs Helmut Schrader. Die Bezeichnung Cab-Forward-Design impliziert, dass die Fahrgastzelle weiter nach vor gerückt wurde. Mit rund 750 Millionen e, 250 Prototypen und sechs Millionen Testkilometern gestaltete sich die Entwicklung so aufwändig wie nie zuvor. Beim Antriebskonzept fand eine Kehrtwende statt: Es wurde von Heck- auf Frontantrieb umgestellt.

Als der erste Mondeo schließlich 1993 vorgestellt wurde, kam er vor allem in Europa sehr gut an – und er wurde zum „Auto des Jahres 1994“ gewählt. Einer der Gründe dafür war die reichhaltige Ausstattung, wie etwa mit einer serienmäßigen Klimaanlage (damals keine Selbstverständlichkeit). Neu war auch ein Airbag, für den Fahrer (ab 1993 auch für den Beifahrer). Dazu kamen, bei den höherwertigen Modellen, eine Check Control, die vor offenen Türen und verschlissenen Bremsbelägen warnt, sowie – als zusätzliches Gimmick – eine wiederaufladbare Taschenlampe im Handschuhfach. Neu war auch, dass vom Start weg gleich drei Karosserievarianten angeboten wurden: Stufenheck, Fließheck und Kombi.

1996 ging die zweite Generation an den Start, mit akzentuierterem Front- und Heckdesign. Technisch aufgerüstet wurde in punkto Sicherheit, mit größeren Front- und – erstmals in dieser Klasse – neuen, in die Sitze integrierten Seiten-Airbags sowie weiterentwickeltem Vierkanal-ABS, nunmehr mit elek-tronischer Bremskraftverteilung. Gleichzeitig optimiert hatte Ford die Antriebspalette, im Hinblick auf Leistungs- und Verbrauchseffizienz. Als Top-Modell debütierte der ST 220, mit Dreiliter-V6-Benziner und einer Leistung von 226 PS. Als verkaufsförderndes Argument offerierte Ford alle drei Karosserie-Varianten zum gleichen Ab-Preis.

2000 erfolgte die nächste Modellablöse – nunmehr mit der dritten Generation. Sie wurde als erstes Ford-Modell komplett digital entwickelt und griff das New-Edge-Design des kompakten Focus auf. Gleichzeitig führten die Fordianer zwei neue Motorenfamilien ein: Die Vierventiler, sowohl der Duratec-Benziner als auch der Duratorq-Diesel, erfüllten vom Start weg die damals anstehende Euro-4-Abgasnorm mit links. Eines der Top-Highlights des neu gemachten Mittelklasslers war das komplett überarbeitete Fahrwerk, das den Spagat zwischen agiler Sportlichkeit und familientauglichem Komfort schaffte. Sicherheitsseitig wurde das neue IPS-System (Intelligent Protection System) in die Serie eingeführt, inklusive zweistufig auslösender Front- und Seiten-Airbags sowie schützender Luftsäcke für den Kopf-/Schulterbereich in beiden Reihen.

 2007 war erneut ein Jahr der Veränderung, eine, auf deren Basis der Mondeo bis zur kommenden Modellablöse nach wie vor beruht. Optisch kam eine neue, emotionaler gelagerte Design-Philosophie für das Außen- und Innenstyling zum Einsatz: kinetic (steht für: Energie der Bewegung). Produktionstechnisch lag dem noch Aktuellen ein nunmehr lasergesteuertes Lötverfahren zugrunde. Optimiert wurden Motoren, Fahrwerk und Handhabung, weiter verfeinert das intuitiv angelegte Bediensystem HMI (Human Machine Interface). Dazu gehörten Multifunktionslenkrad, schlüsselloser Zugang und Start sowie das neue Ford-Easy-Fuel-System, das das Falschtanken verhindert. Neue Assistenzsysteme kamen hinzu, wie automatische Notbremsfunktion, adaptiver Tempomat und Berganfahrhilfe. 2010 erfolgte eine Modellpflege. Der Feinschliff addierte LED-Tagfahrlicht und brachte eine Erweiterung des Motorenangebots um FlexFuel-Antriebe (Ethanol). Dazu kamen neue Getriebe: Sechs-Gang-Automatik und Doppelkupplungsgetriebe sowie weitere Sicherheitsassistenten für Spurhalten, Fernlicht, Totwinkel …

Auf die nächste Modellablöse muss Europa noch bis Ende 2014 warten – aus produk-
tionstechnischen Gründen, da das Ford-Werk in Genk (Belgien) im März geschlossen wurde. In den USA und in China hingegen ist der Mondeo der fünften Generation bereits unterwegs. Dort findet er, wie gewohnt, großen Anklang. Demnach ist anzunehmen, dass er einer ist, der – wieder – der ganzen Welt gefällt …

Ford Mondeo
• Erste Generation (1993 bis 1996) im Cab-Forward-Design.
• Zweite Generation (1996 bis 2000) mit Ein-Preis-Strategie.
• Dritte Generation (2000 bis 2007) im New-Edge-Design, bestes Raumangebot seiner Klasse, innovatives Sicherheitskonzept (Intelligent-Protection-System).
• Vierte Generation (ab 2007) im kinetic-Design.
• Fünfte Generation ab 2012in den USA, kommt Ende 2014 nach Europa.