Erstellt am 01. Dezember 2014, 09:53

von Thomas Vogelleitner

Toyota RAV4 im BVZ-Test. Die Japaner haben mit dem RAV4 den Kompakt-SUV „erfunden“!

Damit kein Irrtum entsteht: Der RAV4 ist kein Hardcore-Offroader. Er ist ein Allrounder, der on-road eine gute Figur macht - und nicht gleich wenige Meter neben der Straße aufgeben muss.  |  NOEN, Toyota
1994, vor exakt 20 Jahren, feierte die erste Generation des RAV4 ihre Premiere. Seinen Namen hat er erhalten, weil er ein „Recreational Active Vehicle with Four Wheel Drive“ (zu deutsch: aktives Freizeitfahrzeug mit Allradantrieb) ist – kurz: RAV4.

Vom Männerauto zur Familienkutsche

Es war das erste Mal, dass ein Hersteller das Design und den Allradantrieb eines Geländewagens mit den konstruktiven Merkmalen und Fahrleistungen eines sportlichen Kompaktwagens vereinte. Heute nennt man dieses Segment Sports Utility Vehicle, kurz: SUV.

Der RAV4 hat es seinerzeit begründet! Mittlerweile ist die vierte Generation am Markt. War der RAV4 am Anfang noch ein reines Männerauto für die Freizeit, so ist er jetzt eine hochbeinige Familienkutsche für den Alltag – die Evolution kann sich sehen lassen!



Das aktuelle Modell ist gedacht „für aktive, Lifestyle-orientierte Familien mit dem Wunsch nach viel Platz“ (© Toyota). Platz bietet unser Testwagen allemal. So passen in den Kofferraum maximal 1.846 Liter (inklusive Geheimfach), und zwischen Vorder- und Rücksitzen gibt es den größten Sitzplatzabstand seiner Klasse. Bleiben wir gleich beim Interieur: Die Verarbeitung ist erstklassig, ebenso die Materialien.

Selbstbewusst und elegant, markant und zeitlos

Man steigt ein, kennt sich sofort aus und fühlt sich auf Anhieb wohl – so (und nur so) muss es sein! Fein: die erhöhte Sitzposition – ein Beitrag zur Verkehrssicherheit. Das Exterieur präsentiert sich selbstbewusst und elegant, zugleich markant und zeitlos. Leider gibt es kein Reserverad mehr am Heck. Schade, dass die vollwertigen Ersatzräder immer weniger werden. Naja.

Ein SUV muss nicht unbedingt mit Allradantrieb ausgestattet sein. Gesagt, getan. Mit Frontantrieb kommt man (im Osten Österreichs) auch gut über die Runden. In die Kategorie „komfortabel und langstreckentauglich“ kann das Fahrwerk eingeordnet werden, gleichzeitig lässt sich der Wagen äußerst agil bewegen.

Unter der Motorhaube: 2,0-Liter-Selbstzünder mit 124 PS. Hört sich am Anfang für einen 1,5-Tonner eher nach wenig an, ist aber nicht so! Der Einstiegsdiesel leistet ausgezeichnete Arbeit (Hubraum ist eben durch nichts ersetzbar). 4,9 Liter Durchschnittsverbrauch werden vom Werk angegeben – wir kommen (je nach Fahrweise) auf sechs bis sieben Liter, was aber auch voll okay ist. Angenehm: die Laufruhe.

Umfrage

Laut einer AutoScout24-Umfrage haben 61 Prozent der Österreicher einen SUV bzw. würden gerne einen besitzen. 33 Prozent der Befragten stören die SUVs im Straßenverkehr. Für die Mehrheit (67 Prozent) ist der SUV aber ein ganz normales Auto, das nicht mehr stört als Van, Kombi & Co. www.autoscout24.at

Im BVZ-Test:

Toyota RAV4 2.0 D-4D 2WD Elegance

Karosserie: fünf Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 4.570 x 1.845 x 1.660 Millimeter, Radstand 2.660 Millimeter, Wendekreis 11,4 Meter, Bodenfreiheit 187 Millimeter, Eigengewicht 1.535 Kilogramm, Anhängelast gebremst 1.600 Kilogramm, Kofferraumvolumen 647 bis 1.846 Liter.

Motor: Common-Rail-Turbodiesel, 1.998 Kubikzentimeter, vier Zylin-der, 16 Ventile, 124 PS, 310 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 180 km/h, in 10,5 Sekunden auf Tempo 100, 4,9 Liter pro 100 Kilometer, 127 Gramm CO2 pro Kilometer.

Kraftübertragung: Frontantrieb, Schaltgetriebe (sechs Gänge).

Preis & Serienausstattung: ab 31.569,74 € – sieben Airbags, elek-tronisches Stabilitätsprogramm, Berganfahrhilfe, Tempomat, Rückfahrkamera, Regen- und Lichtsensor, Start/Stopp-System, Multimediasystem, Bluetooth, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Sondermodell „20 Jahre RAV4“ – Preisvorteil bis zu 3.000 €.

Fazit: Einfach stimmig! Da fehlt nicht mehr viel zur Premiumklasse …