Erstellt am 17. Juli 2013, 10:10

Erweiterter Blickwinkel. Nissan | Der Note mutierte vom Miniatur-Van zum Dynamiker. Und bei gleich gebliebener Länge offeriert er mehr Passagier- und Laderaum (bis zu 2.012 Liter).

 |  NOEN, Nissan
Von Beatrix Keckeis-Hiller

Änderungen bringen immer Umstellungen mit sich. So geschehen bei der Neuinterpreta-tion des Nissan Note. Der japanische Hersteller mit dem europäischen Allianzpartner Renault wollte weg vom Van-Image, hin zum dynamisch-sportlichen Gegenspieler eines Ford Fiesta und eines VW Polo.
Um das zu erreichen wurde den Designern eine Interpreta-tionsumstellung aufgetragen. Das Ergebnis äußert sich in V-förmig zugespitztem Frontprofil, seitlich einer Squash-Linie (zeichnet die Flugbahn eines Squash-Balls nach) und hinten einem keck in die Höhe gereckten Heck.

Mehr Platz im Innenraum war dennoch eine vordringliche Vorgabe. Dafür wurden der Karosserie neun Millimeter Höhe weggenommen (auf 1.530 Millimeter). Die Gesamtlänge blieb gleich, mit 4,1 Metern, ebenso der Radstand, mit 2,6 Metern. 30 Millimeter wurden dem vorderen Überhang abgeknapst, dafür am hinteren wieder eingefügt. Dennoch steht unter dem Strich Raumgewinn. Der äußert sich in einem Kofferraumvolumen von 325 bis 2.012 Litern! Dazu ist die teil- und zusammenfaltbare Rückbank um 160 Millimeter verschiebbar, was für fürstlichen Knieraum der Fondpassagiere genützt werden kann.

Das Interieur wurde ebenso neu gestaltet, dennoch ist es vertraut, man muss sich nicht neu darauf einstellen. Auch nicht angesichts eines Details: Das Lenkrad ist nach wie vor nur in der Neigung verstellbar.
Sehr wohl eine Umstellung ist angesagt hinsichtlich der Motorenpalette. Vierzylinder-Benziner sind passé – sie wurden durch die aus dem Micra bereits gut bekannten Varianten des Dreizylinders ersetzt: den 1,2-Liter, als Sauger mit braven 80, als Turbo mit spritzigen 98 PS. Dieselseitig blieb es beim 1,5-Liter aus der Renault-Kooperation: Der 1.5 dCi leistet 90 PS. Er erfüllt dank Verbrauchs- und Emissionsoptimierung nun die Euro-6-Abgasnorm – und kommt im Mix mit 3,6 Liter aus (CO2-Wert: 95 Gramm pro Kilometer). Alle Antriebe werden manuell über fünf Gänge geschaltet, der Turbobenziner kann im mittleren und im höchsten Ausstattungsniveau mit einem CVT-Getriebe bestellt werden.

Nissans Absicht, in einem kleinen Auto große Technik anzubieten, äußert sich in der – je nach Ausstattungsstufe bestehenden – Option auf ein Paket elektronischer Helferleins, genannt Safety Shield (Sicherheitsschild). Das setzt sich zusammen (zusätzlich zu ESP & Co.) aus Totwinkelwarner und Spurhalteassistent sowie einem System, das bewegliche Objekte erkennt (Moving Object Detection). Den weiten Blickwinkel für diese Funktionen ermöglicht eine am Heck postierte Weitwinkelkamera. Damit dieses dritte Auge auch immer klar bleibt, sorgt eine integrierte Wasch- und Trocknerfunktion für permanente Sauberkeit der Linse. Ebenfalls für den Note zu haben ist jetzt der Around View Monitor, der eine 360-Grad-Rundumsicht aus der Vogelperspektive auf den Monitor des Infotainment-Systems projiziert.
Viel teurer ist der neue Note nicht geworden – 400 e mehr gegenüber dem Vorgänger.

Neu: Nissan Note
Start & Preis. Markteinführung Mitte Oktober. Benziner: 80 PS ab 14.490 €, 98 PS ab 17.490 e. Diesel: 90 PS ab 16.990 €.
Das Einstiegsmodell (Visia) hat: sechs Airbags, ESP, Tempomat mit Begrenzer, Start/Stopp-System. Weitere Ausstattungsstufen: Acenta (Klimaanlage, E-Fensterheber für die Fondtüren, Aluminiumräder) sowie Tekna (Safety Shield, Around View Monitor, Teilleder).

Österreich-Verkaufsziel 2013: 350 alt, 500 neu; 2014: rund 1.700 Fahrzeuge.Prognostizierter Motoren-Mix: 83 Prozent Benziner. Voraussichtlich bevorzugte Ausstattung: Acenta.