Erstellt am 20. Januar 2014, 10:57

Es lebe der Sport!. Kia | Der pro_cee’d GT ist das erste Modell der Koreaner mit gehobenem Lustfaktor – und tollem Preis/Leistungs-Verhältnis.

Cooles Detail: das Tagfahrlicht mit den jeweils vier LED-Spots - Ice-Cube-Design, ein völlig neues Designelement.  |  NOEN, Foto: Kia
Von Thomas Vogelleitner

Mit dem cee’d haben die Koreaner einen ganz großen Wurf geschafft. Zuverlässig, funktional, wirtschaftlich, sieben Jahre Garantie … Es geht aber auch sportlich! Mit dem pro_cee’d GT (die zwei Buchstaben stehen bekannterweise für „Gran Turismo“, frei übersetzt „Große Fahrt“) findet sich ein interessanter Kompaktsportler im Programm.

Peter Schreyer, Kia-Chefdesigner und Schöpfer der Ikone Audi TT, hat dem GT reichlich Kriegsbemalung verpasst. Dabei rutsche nichts ins Halbstarkenmilieu ab. Im Gegenteil: Ein rundum gelungenes Auto ohne peinliche Design-Hoppalas! Nichts wirkt wie billiges Baumarkt-Tuning, alles fügt sich gekonnt in ein sportliches Ganzes.

Vierzylinder präsentiert sich munter und elastisch

Blick in den Innenraum: Recaro-Sitze (lassen sich für große Menschen nicht gerade optimal einstellen) aus Leder und Velours, Pedale aus Aluminium … Okay sind die Materia-lien, mehr als okay die Verarbeitung. Naja: Der Zu- bzw. Ausstieg zur bzw. von der Fondbank ist naturgemäß bei einem Coupé nicht gerade lustig, vor allem je älter man wird. Schönheit muss eben leiden …

x  |  NOEN, Foto: Kia
Angetrieben wird der GT von einem 204 PS starken Benzinmotor, turbobeatmet. Der Vierzylinder präsentiert sich munter und elastisch, die kernig knurrende Klangkulisse lässt aufhorchen (im Inneren ist allerdings nur ein fernes Brummen zu vernehmen). Der Wagen zirkelt willig um jegliche Kurvenra-dien, das harte Fahrwerk kommt dabei nicht aus der Ruhe, die Dämpfung ist ein wenig stoßig. Gangwechsel gehen flüssig von der Hand.
Der pro_cee’d GT ist übrigens ein waschechter Europäer. Entwickelt wurde er in Deutschland, produziert wird er in der Slowakei – und sein Markt ist ausschließlich Europa. Sorry, liebe Freunde aus Korea …

Im NÖN-Test: Kia pro_cee’d GT
Karosserie:
Coupé, drei Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 4.310 x 1.780 x 1.430 Millimeter, Radstand 2.650 Millimeter, Eigengewicht 1.329 Kilogramm, Kofferraumvolumen 380 bis 1.225 Liter.

Motor:
Benziner, Turbo, Direktspritzung, vier Zylinder, 16 Ventile, 1.591 Ku-bikzentimeter, 204 PS, 265 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 230 km/h, in 7,7 Sekunden auf Tempo 100, 7,4 Liter Super 95 pro 100
Kilometer, 171 Gramm CO2 pro Kilometer.

Kraftübertragung:
Frontantrieb, Schaltgetriebe (sechs Gänge).

Preis & Serienausstattung:
ab 30.010 € (Fünftürer ab 30.510 €) – sechs Airbags, elektronische Sta-bilitätskontrolle, Fahrzeugstabili-tätsmanagement, Berganfahrassistent, Fahrspurwarner, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Reifendruckkontrollsystem, elektrische Parkbremse, Rückfahrkamera, Navigationssystem, Audiosystem, Bluetooth, Zwei-Zonen-Klimaauto-matik, Lenkradheizung, Sitzheizung vorne, Panoramahubschiebeglasdach, 18-Zoll-Räder, Xenon-Scheinwerfer.

Plus & Minus:
+ kraftvoller Motor
+ optisch schwer in Ordnung
+ umfangreiche Serienausstattung
– Sportfahrwerk nicht gerade langstreckentauglich (weil zu hart)

Fazit:
Kia kann auch emotional sein …