Erstellt am 16. Juli 2013, 08:51

EU-Autoabsatz auf niedrigstem Stand seit 1996. Autos bleiben in Europa Ladenhüter. Im Juni wurden in der Europäischen Union 1,13 Millionen Fahrzeuge verkauft, das waren 5,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der europäische Herstellerverband ACEA mitteilte. Damit fielen die Neuzulassungen auf den niedrigsten Stand seit 1996. Nur Großbritannien als großer Markt konnte sich dem Abwärtssog entziehen - der Absatz stieg um 13,4 Prozent.

Vor allem im schuldengeplagten Süden des Kontinents kaufen die Menschen wegen der hohen Arbeitslosigkeit und den düsteren wirtschaftlichen Aussichten kaum neue Pkw. Im ersten Halbjahr verkauften die Autobauer in der EU 6,6 Prozent weniger Neuwagen. Insgesamt rollten zwischen Jänner und Juni 6,2 Millionen Neuwagen zu den Kunden.

Die Flaute wird nach Einschätzung von BMW-Chef Norbert Reithofer noch einige Zeit anhalten. "Insgesamt dürfte der westeuropäische Markt im laufenden Jahr um rund fünf Prozent zurückgehen", sagte Reithofer der "Börsen-Zeitung". Vor allem die Märkte in Italien, Spanien und Frankreich seien schwierig, aber auch Deutschland sei kein Selbstläufer mehr. Reithofer zufolge wird sich bis Mitte kommenden Jahres daran nicht viel ändern. "Vielleicht sehen wir im zweiten Halbjahr 2014 dann eine leichte Marktbelebung in Westeuropa."

Angesichts der Flaute auf den Automärkten versuchen viele Hersteller, Käufer mit Preisnachlässen zu locken. Auch BMW spüre den Preisdruck. Zu Premiumfahrzeugen passten zwar keine hohen Nachlässe, "der Wettbewerb ist jedoch sehr intensiv, weshalb auch wir uns von der Marktentwicklung nicht ganz abkoppeln können", räumte Reithofer ein. "Wir versuchen, Preisnachlässe so weit wie möglich zu vermeiden und zugleich unsere Marktanteile zu halten."