Erstellt am 15. September 2014, 09:34

von Beatrix Keckeis-Hiller

Bestseller aus Südamerika. Die Kölner bringen den EcoSport (Generation Nummer 2) nun auch nach Europa – und schließen mit dem Subkompakten eine Lücke in ihrer SUV-Palette.

Ford setzt beim EcoSport eher auf ein rustikales Design - die bullige Frontpartie fällt sofort auf.  |  NOEN, Ford
Es ist erstaunlich, wie das einst verteufelte Fahrzeugsegment der Sports-Utility-Vehicles weiterhin boomt. Die Hersteller haben negativ besetzten Gegenargumenten wie „Schlachtschiff“ und „Spritfresser“ das positiv besetzte Pro-Argument des Downsizings auf allen Linien (Dimensionen, Motoren, Treibstoffkonsum) entgegengesetzt.

Devise „One Ford, One World“

Ford ist gerade dabei, die komplette Modellpalette zu erneuern und sie gleichzeitig zu globalisieren – gemäß der Devise „One Ford, One World“. Bereits erfolgt ist das im Segment der Leichten Nutzfahrzeuge, gerade im Laufen ist das in der C- und der D-Klasse (siehe Focus, siehe Mondeo), am Horizont des nächsten Jahres steht mit dem Edge ein Geländegänger mittlerer Dimension.

Fehlte bislang nur noch ein subkompakter SUV. Um diese Lücke schnell zu schließen, griffen die Kölner auf einen Südamerikaner zurück: Auf den in Brasilien entwickelten EcoSport. Der eroberte seit seiner Premiere (2003) die Gunst von rund 770.000 südamerikanischen Kunden.



Um den Hochbeinigen für Europa passend zu machen, steht er in seiner neuen, der nunmehr zweiten Generation auf der Plattform des Fiesta (statt wie bisher auf der des Fusion). An die aktuelle Designsprache angepasst wurde das Außendesign. Belassen hat man das außen an der seitlich öffnenden Hecktüre angebrachte Reserverad. Das resultiert zwar in einer Außenlänge von 4,27 Metern (ohne: 4,01 Meter) dafür hat der EcoSport ein vollwertiges fünftes Rad am Wagen. Was durchaus nützlich ist.

Ökonomie-Meister ist der Selbstzünder

Auf der einen Seite steht Platzgewinn für den Kofferraum: Mindestens 310, maximal 1.238 Liter passen rein. Auf der anderen Seite steht, dass der kleine Langbeinige fit ist für gröbere Schotterwege – 200 Millimeter Bodenfreiheit, 550 Millimeter Wattiefe, Böschungswinkel vorne/hinten 22,1/35,0 Grad. Allradantrieb ist allerdings für Europa derzeit kein Thema (ausschließlich Frontantrieb) – aufgrund des Faktums, dass dafür momentan keine europatauglichen Motoren zur Verfügung stehen.

Im Sinne von „Eco“ offeriert Ford dafür kleinvolumige und genügsame Aggregate: einen 1,5-Liter-Saugbenziner (Vierzylinder) mit 112 PS, einen 1,0-Liter-Turbobenziner (Dreizylinder) mit 125 PS und einen 1,5-Liter-Turbodiesel (Vierzylinder) mit 90 PS.

Während der eher beschaulich agierende Sauger mit einem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe kombiniert ist, werden beim bekannt munteren 1,0-Liter-Turbo (EcoBoost) und beim kräftigen Diesel die fünf zur Verfügung stehenden Gänge manuell sortiert. Ökonomie-Meister ist der Selbstzünder: 4,6 Liter pro 100 Kilometer (CO2: 120 Gramm pro Kilometer). Der Ordnung halber: Der schnellste EcoSport kommt auf 180 km/h.

Grobschlächtiges Cockpit für Europa adaptiert

An den Österreich-Marktstart fährt der EcoSport ausschließlich mit gehobener Ausstattung. Eine Extra-Option ist das Kommunikationssystem Ford SYNC mit AppLink. Für ein Navigationssystem allerdings muss man auf Smartphone & Co. oder externe Geräte zurückgreifen.

Wohl wurde auch das recht grobschlächtige Cockpit für Europa adaptiert, doch konnte (noch nicht) Platz geschaffen werden für ein größeres Display als das vorhandene, in die knöpferl-übersäte Mittelkonsole integrierte Anzeigefenster.
 

Neu: Ford EcoSport

Start & Preis. Ab sofort bestellbar, Markteinführung Oktober. Einheitspreis für alle Motorisierungen: ab 21.900 €. Achtung: Aktionspreis zur Markteinführung: ab 19.490 €.

Serienmäßig: sieben Airbags, ESP, Traktionskontrolle, Berganfahrassistent (in Verbindung mit der Automatik), Start/Stopp-System (beim 1,0-Liter-Benziner), Reifendruckkontrolle, CD-Radio (AUX, USB, MP3), schlüsselloser Zugang und Start, Diebstahlalarmanlage, Klimaautomatik, kühlbares Handschuhfach, LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Aluminiumräder. Extras (teils in Paketen): Einparkhilfe, Ford SYNC mit Applink (Smartphone-Integration, Notrufassistent), Tempomat, Ledersitze.

Absatzprognose erstes Volljahr, in Österreich: rund 900 Fahrzeuge.