Erstellt am 13. Oktober 2013, 20:44

Frankreich bereitet Einstieg bei Peugeot vor. Die französische Regierung und der chinesische Staatskonzern Dongfeng Motor stehen offenbar vor einem Einstieg beim kriselnden Autobauer PSA Peugeot Citroen. Beide wollten jeweils 1,5 Mrd. Euro investieren und damit zwischen 20 und 30 Prozent an dem angeschlagenen Unternehmen übernehmen, ließen mehrere Insider durchklingen. Die Gewerkschaften zeigten sich offen für eine Staatsbeteiligung.

Dem Renault -Rivalen mangelt es angesichts des massiven Nachfrage-Einbruchs an liquiden Mitteln. Vergangenes Jahr hatte das Unternehmen 5 Mrd. Euro Verlust eingefahren und wird bereits mit Staatshilfen im Umfang von sieben Milliarden Euro gestützt. Peugeot muss dringend Kosten einsparen, kommt allerdings nur schwerlich voran. Verteilt über zwei Jahre sollen 11.200 Stellen gestrichen werden. Im Juli hatte Peugeot-Chef Philippe Varin betont, der Autobauer befinde sich auf einem guten Weg, seine Jahresziele zu erreichen.

Nach Aussage der Insider ist eine Delegation aus Firmen-Managern, französischen Regierungsvertretern und Bankern auf dem Weg nach China, um die Verhandlungen voranzutreiben. Eine Vereinbarung könne innerhalb von Wochen stehen. Peugeot strebe an, noch in diesem Jahr eine Einigung zu erzielen. Damit einher gehen solle der Ausbau des bereits bestehenden Gemeinschaftsunternehmens von Peugeot und Dongfeng in China, DPCA. Geplant sei, noch mehr Peugeot-Autos und -Technologie einzubringen, um neue Märkte zu erschließen.

Peugeot wollte sich nicht direkt äußern. Ein Firmensprecher sagte jüngst lediglich: "Peugeot bestätigt, neue Industrie- und Geschäftsprojekte mit verschiedenen Partnern zu prüfen wie auch die Finanzierung, die davon begleitet wird."

Durch die Kapitalerhöhung von 3 Mrd. Euro würde die Gründer-Familie Peugeot die Kontrollmehrheit verlieren. Derzeit ist sie an der 1810 gegründeten Firma mit 25,4 Prozent beteiligt und hält 38,1 Prozent der Stimmrechte. Aber nicht nur die Gründerfamilie sondern auch der derzeit zweitgrößte Aktionär, die Opel-Mutter General Motors, könnten durch die Kapitalerhöhung an Einfluss verlieren. Seit der Kapitalerhöhung im Umfang von einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr hält der US-Autobauer sieben Prozent an den Franzosen. Dieser Anteil dürfte bei einer Kapital-Injektion von drei Mrd. Euro verwässert werden. Die Kapitalerhöhung würde bei 68 Prozent des derzeitigen Marktwertes von Peugeot, der sich auf knapp 4,4 Mrd. Euro beläuft, liegen.