Erstellt am 04. November 2013, 09:17

Gallischer Kraftzwerg. NÖN-Test | „Gran Turismo Injection“ (kurz GTI) wird als Typenkürzel für Autos mit besonders sportlichem Charakter verwendet. Ein gutes Beispiel dafür ist der neue 208 GTi.

Fahrspaß zum Quadrat: Der 208 GTi bleibt selbst in engen, schnellen Kurven sauber auf Kurs, untersteuert spät und hat auch bei komplett abgeschaltetem ESP keine Flausen im Kopf.  |  NOEN, Foto: Peugeot
Von Thomas Vogelleitner

Eines vorweg: Für die Franzosen ist der 208 GTi (mit kleinem i) der ideale Nachfolger vom legendären 205 GTi – dem stimmen wir voll und ganz zu!
Die Normalversion des 208 ist optisch schon mehr als gelungen, aber der 208 GTi ist ein echtes Meisterstück! Außen mit Chrom, Schwellern, Spoiler und verbreiterten Kotflügeln, dazu rote Bremssättel und ein verchromtes Doppelendrohr; innen gibt es Aluminiumpedale und -einstiegsleisten, ein abgeflachtes Lederlenkrad, mit roten LEDs umrandete Instrumente, allerlei rote Ziernähte … Da kann man einfach nur sagen: Wooohhh! Alles ist stimmig (sportlich) – nichts ist peinlich. Spoiler ja, aber keine Prolover-
sion … Kleines Minus: Der 208 GTi ist nicht als Fünftürer erhältlich – aber damit kann man leben, außerdem ist er ja kein Familienauto!

x  |  NOEN, Foto: Peugeot
Der 205 GTi von 1984 wurde von einem 1,6-Liter-Vierzylinder mit 105 PS angetrieben. Heute lauert ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit exakt 200 PS unter der Haube – Turbo (logisch), Direkteinspritzung (auch logisch). Das Triebwerk stammt aus der Zusammenarbeit mit BMW, befeuert unter anderem auch den Mini. Und, sorry, Peugeot, diese Abstammung merkt man ihm deutlich an. Kräftig, knurrig, kernig und mit sattem Sound scheucht der Vierzylinder den 1.190 Kilogramm schweren 208 durch die Gegend. Tempo 100 ist nach 6,8 Sekunden erreicht (von 80 auf 120 im fünften Gang bleibt die Stoppuhr ebenfalls unter der Sieben-Sekunden-Marke), Schluss mit lustig ist erst bei 230 km/h. Abgestimmt ist der GTi natürlich strammer als der sonst eher sanft federnde 208, dabei jedoch nicht übertrieben hart. Knackig (und manchmal hakelig) das Schaltgetriebe, bissig die Bremsen, exakt die Lenkung.
Fazit: Macht viel Spaß!

Im NÖN-Test: Peugeot 208 GTi
Karosserie: drei Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 3.962 x 1.739 x 1.460 Millimeter, Radstand 2.538 Milli-meter, Wendekreis 10,7 Meter, Eigengewicht 1.190 Kilogramm, Kofferraumvolumen 285 bis 1.076 Liter.
Motor: Turbobenziner, Direkteinspritzer, vier Zylinder, 16 Ventile, 1.598 Kubikzen-timeter, 200 PS, 275 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 230 km/h, in 6,8 Sekunden auf Tempo 100, 5,9 Liter Super pro 100 Kilometer, 139 Gramm CO2 pro Kilometer.
Kraftübertragung: Frontantrieb, Schaltgetriebe (sechs Gänge).
Preis & Serienausstattung: ab 23.950 € – sechs Airbags, ESP (komplett wegschaltbar), Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Einparkhilfe hinten, Audiosystem, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Sportschalensitze vorne (Teilleder), 17-Zoll-Aluminiumfelgen …