Erstellt am 22. Juli 2013, 11:18

Großzügig und geizig. Honda | Der neue 1,6-Liter-Dieselmotor kommt demnächst auch dem ebenfalls noch neuen CR-V zugute – ausschließlich in Kombination mit Frontantrieb zu haben.

 |  NOEN, Paul Harmer Photography Ltd
Von Beatrix Keckeis-Hiller

Der Gesamtautomarkt geht zurück, aber die SUV-Nachfrage steigt … Einer der Gründe ist, dass der Trend stark in Richtung (günstigere) Kompaktmodelle geht, bei denen Allradantrieb nicht im Anforderungsprofil steht, vielmehr der Vorteil der hohen Sitzposition, das im allgemeinen großzügige Raumangebot sowie der Geiz beim Treibstoffkonsum (auch aufgrund des niedrigeren Gewichts gegenüber Sports Utility Vehicles mit 4x4-Antriebssystemen).

Darauf hat Honda beim jüngst erfolgten Modellwechsel des CR-V von Anfang an Bedacht genommen, in Form einer Version mit Zweiradantrieb. Allerdings ist diese mit einem Benziner (mit 155 PS) motorisiert. Gerade in diesem Segment ist jedoch die Nachfrage nach einem Dieselantrieb unverändert hoch. Laut Importeur Honda Austria macht die Kombina-tion Selbstzünder mit Frontantrieb bis zu einem Drittel des Verkaufspotenzials aus. In dieser Hinsicht bestand bei Honda bisher eine Lücke – nun wird diese geschlossen! Es wird demnächst – zusätzlich zum 2,2-Liter mit 150 PS und 4WD – ein kleiner dimensionierter Dieselmotor nachgereicht, für den von vornherein gar kein Vierradantrieb vorgesehen ist.

Bei diesem Aggregat handelt es sich um den zu Beginn dieses Jahres neu eingeführten 1,6-Liter-Selbstzünder, der im Kompaktmodell Civic debütiert hat – mit kräftiger Leistung von 120 PS und saftigem Drehmoment von 300 Newtonmetern, dazu hoher Laufkultur und dezenter Geräuschkulisse.

Für den Einsatz des kleineren Diesels wurde der CR-V neu abgestimmt, denn das 1,6-Liter-Aggregat wiegt um 47 Kilogramm weniger als der 2,2-Liter. Im Verein mit dem Wegfall des Allradantriebssystems bringt der hochbeinige Japaner (der in England, im Werk Swindon, entwickelt wurde und gebaut wird) insgesamt rund 120 Kilogramm weniger auf die Waage, was seiner Agilität und Wendigkeit zugute kommt. Damit wiegt er dennoch um rund 200 Kilogramm mehr als der Civic, für den die Japaner als Normmixverbrauchswert 3,7 Liter Diesel pro 100 Kilometer und als CO2-Emission 98 Gramm pro Kilometer angeben. Diese 200 Kilogramm mehr Gewicht und die aufgrund der Hochbauart weniger günstige Aerodynamik schlagen sich trotzdem nicht mit exorbitant höheren Werten nieder: Im CR-V 1.6 i-DTEC wird der Durchschnittsverbrauch mit 4,5 Liter pro 100 Kilometer und die CO2-Emission mit 119 Gramm pro Kilometer angegeben.

Damit fällt er in Österreich in eine günstige Besteuerungsklasse (Normverbrauchsabgabe), und damit wird der 1,6-Liter-Diesel preislich etwa gleichauf sein wie der 2,0-Liter-Benziner in  vergleichbarer  Ausstattung (die genauen Preise werden zum Marktstart im Oktober bekannt gegeben).

Vorerst stand der CR-V mit der neuen Motorisierungsoption für eine erste Testfahrt bereit – und er bewies, dass sich das Aggregat im SUV genauso fein benimmt wie im Kompakten. Lediglich im niedrigen Drehzahlbereich ist das höhere Gewicht spürbar, wobei anzumerken ist, dass das getestete Modell noch keine 1.000 Kilometer abgespult hatte. Jenseits der 1.500 Touren liefert der Motor in jedem Fall feinen und elastischen Vortrieb.

Neu: Honda CR-V 1.6 i-DTEC
Start & Preis. Markteinführung im Oktober. Der (Ab-)Preis wird im Bereich von 27.000 € liegen.

Das Einstiegsmodell Comfort hat serienmäßig: sechs Airbags, Stabilitätskontrolle, Berganfahrhilfe, Tempomat, Anhängerstabilisierung, Reifendruckkontrolle, Klimaautomatik, CD/MP3-Radio, AUX- & USB-Anschluss, LED-Tagfahrlicht. Weitere Ausstattungsstufen: Elegance (Lederlenkrad und -schaltknauf, Einparkhilfe vorne und hinten, Rückfahrkamera, Nebelscheinwerfer) und Lifestyle (Alcantara/Ledersitze, Sitzheizung, Bluetooth, aktives Kurvenfahrlicht, Fernlichtsensor).

Prognostizierter 1,6-Liter-Dieselanteil in Österreich: 25 Prozent des CR-V-Gesamtvolumens (rund 1.000 Fahrzeuge).