Erstellt am 16. Dezember 2013, 12:18

Im NÖN-Test: Gas geben – einmal wörtlich genommen. Fiat | Der Panda CNG ist das erste Auto, das mit einem Zweizylinder-Turboaggregat für Erdgas und Benzin ausgestattet ist.

Der Erdgas-Panda fährt sich wie ein ganz normales Auto - den Unterschied zwischen Benzin- und Erdgasantrieb merkt man so gut wie nicht. Fahreindruck: Ein äußerst handlicher, agiler Kerl - hat aufgrund seiner Größe auch die Lizenz zum Einparken.  |  NOEN, Foto: Fiat
Von Thomas Vogelleitner

„Sorry, da kenn ich mich leider nicht aus“ – die Reaktion einer OMV-Dame in St. Pölten auf die Bitte, ob sie beim Erdgastanken helfen kann … Naja, so schwer war es dann eh nicht, das Erdgastanken – wir haben es letztendlich geschafft. CNG (steht für Compressed Natural Gas, also Erdgas) ist auch nach Jahren immer noch irgendwie exo-tisch …
Fiat bietet für den Panda seit kurzem zusätzlich zu den herkömmlichen Benzin- und Dieselmotoren eine dritte Variante an: eine Erdgas/Benzin-Variante.

x  |  NOEN, Foto: Fiat
Normalerweise läuft der Fiat mit Erdgas, nur für den Startvorgang wird Benzin benötigt. Anschließend wird sofort und automatisch auf das andere System umgeschaltet. Die Benzinversorgung ist nur dann erforderlich, wenn das Gas in den Gasflaschen fast aufgebraucht ist. Es ist jedoch immer möglich, durch Betätigen einer Taste auf dem Armaturenbrett von Erdgas auf Benzin umzustellen – und umgekehrt.

Die Erdgasflaschen (am Unterboden des Fahrzeugs platziert) besitzen ein Fassungsvermögen von zwölf Kilogramm – und der Benzintank ist 35 Liter groß. Damit hat der kleine Italiener eine ordentliche Reichweite – nämlich (theoretisch) bis zu 1.112 Kilometer (laut Fiat-Presseunterlagen). Die braucht man aber auch – denn das Netz der Erdgastankstellen ist in Österreich nicht gerade dicht, so gibt es zum Beispiel in der Landeshauptstadt St. Pölten nur zwei Erdgastankstellen.
Fazit: Eine überlegenswerte Alternative – den Mehrpreis (2.100 e) muss man aber erst einmal hereinfahren.

Im NÖN-Test: Fiat Panda 0.9 TwinAir Turbo Natural Power 80 Trekking

Karosserie
Fünf Türen, vier Sitzplätze (fünfter optional möglich – 90,90 €), Länge x Breite x Höhe 3.653 x 1.643 x 1.605 Millimeter, Radstand 2.300 Millimeter, Wendekreis 9,7 Meter, Eigengewicht 1.080 Kilogramm, Kofferraumvolumen 200 bis 870 Liter.

Motor
Benzin/Erdgas – Turbo, zwei Zylinder, acht Ventile, 875 Kubikzentimeter – Benzin: 85 PS, 145 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 170 km/h, 4,6 Liter Super pro 100 Kilometer, 107 Gramm CO2 pro Kilometer – Erdgas: 80 PS, 140 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 168 km/h, 3,4 Kilogramm pro Kilometer, 86 Gramm CO2 pro Kilometer.

Kraftübertragung
Frontantrieb, Schaltgetriebe (fünf Gänge).

Preis & Serienausstattung Ab 17.700 € – vier Airbags (Front- und Kopf-Airbags, Seiten-Airbags vorne gegen Aufzahlung – 303 €), ESP, Antriebsschlupfregelung, Berganfahrhilfe, elektrische Servolenkung, Klimaanlage, Blue&Me (Freisprechanlage Bluetooth, USB- und AUX-Anschluss), CD/MP3-Radio, M+S-Reifen, 15-Zoll-Leichtmetallräder, Offroad-Look. Zum Vergleich: Der normale Panda 0.9 TwinAir Turbo 85 Trekking kostet ab 15.600 €.

… und wo Erdgas tanken?
Auf www.erdgasautos.at findet man alle Erdgastankstellen in Österreich – derzeit sind es 175. Bei der OMV kostete am 14. Dezember ein Kilogramm 1,139 €.