Erstellt am 10. März 2014, 08:34

von Thomas Vogelleitner

Im NÖN-Test: SUV-Fahren. Dacia | Internationales Testauto: In Rumänien läuft der Duster vom Band – der Motor ist französisch, der Allrad japanisch.

Erkennungsmerkmal der aktuellen Duster-Genera- tion: Kühlergrill in Wabenstruktur. Der Dacia ist durch und durch eine vernünftige, harmonische Erscheinung! Dass die Türen nicht satt zufallen, wie etwa bei einem Audi, stört nicht.  |  NOEN, Dacia
Von Thomas Vogelleitner

Mit einem Einstiegspreis von 11.990 e ist der Duster der günstigste SUV in Österreich. Davor ziehen wir den Hut! Für den NÖN-Test wurde uns das Topmodell zur Verfügung gestellt, das zwar schon knapp 20.000 € kostet, aber preislich noch immer interessant ist.

Topmodell – das heißt: 110PS starker Dieselmotor (von Renault) plus Allradantrieb (von Nissan).

Der Selbstzünder ist technisch am neuesten Stand. Dank des maximalen Drehmoments von 240 Newtonmetern verfügt er über die nötige Kraft, um den Duster nach vorne zu katapultieren. Die Fahrleistungen sind ausreichend. Herrlich, wie schaltfaul man den SUV fahren kann. Das dieseltypische Verbrennungsgeräusch hört man im Innenraum kaum. Lediglich wenn der Vierzylinder kalt ist, ist das berüchtigte Nageln zu vernehmen.

Fein: Eco-Fahrprogramm (serienmäßig)

Per Knopfdruck lässt sich der Verbrauch um bis zu zehn Prozent senken (die Leistung des Motors und der Klimaanlage werden zurückgefahren). Apropos Verbrauch: Wir kamen bei normaler Fahrweise auf durchschnittlich sieben Liter, was durchaus okay ist.

Beim 4x4-Antrieb kann man per Drehknopf zwischen drei Modi wählen: 4x2 (= Frontantrieb), AUTO (= das Drehmoment wird je nach Bedarf an die Vorder- und Hinterachse geschickt – guter Kompromiss zwischen Traktion und Wirtschaftlichkeit) und LOCK (= das Drehmoment wird für eine maximale Geländegängigkeit verteilt, im fixen Verhältnis – 50:50).

Fahreindruck?

Onroad ist der Dacia ein gutmütiger Kerl – der Fahrkomfort ist auf einem angenehm hohen Level, ein Kurvenräuber ist er allerdings nicht! Und offroad kann er wesentlich mehr, als sich die meisten seiner Fahrer zutrauen. Hinten hat der Duster übrigens nur Trommelbremsen – egal, merkt man beim Bremsen überhaupt nicht.
Blick in den Innenraum: Vorne und hinten gibt es viel Platz, auch der Kofferraum braucht sich nicht zu verstecken (naja: zu hohe Ladekante). Beim Cockpit regiert Hartplastik, das aber vernünftig verarbeitet ist. Klappern, Knarzen? Fehlanzeige.

Fazit: Sparen, aber angemessen auftreten und anständig fahren!

Im NÖN-Test: Dacia Duster dCi 110 4WD Supreme
Karosserie: fünf Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 4.315 x 1.822 x 1.695 Millimeter, Radstand 2.673 Millimeter, Bodenfreiheit 210 Millimeter, Böschungswinkel vorne/hinten 29,3/34,9 Grad, Rampenwinkel 23 Grad, Eigengewicht 1.395 Kilogramm, Kofferraumvolumen 443 bis 1.604 Liter (mit Mobilitätsset).

Motor: Common-Rail-Turbodiesel, vier Zylinder, acht Ventile, 1.461 Kubikzentimeter, 110 PS, 240 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 168 km/h, in 12,9 Sekunden auf Tempo 100, 5,2 Liter pro 100 Kilometer,
135 Gramm CO2 pro Kilometer.

Kraftübertragung: Allradantrieb, Schaltgetriebe (sechs Gänge).

Preis & Serienausstattung:  ab 19.390 € (neun Prozent Normverbrauchsabgabe) – vier Airbags, ESP, Antriebsschlupfregelung, Tempomat, Geschwindigkeitsbegrenzer, Einparkhilfe hinten, Radio-Navigationssystem mit Touchscreen, Bluetooth, Klimaanlage, 16-Zoll-Alufelgen.

Plus & Minus:
+ tolles Preis/Leistungs-Verhältnis
+ hoher Fahrkomfort
+ kann auch offroad einiges
+ gutes Platzangebot
– Radio-Navigationssystem ist einfach zu
bedienen, aber zu tief platziert
– moderne Assistenzsysteme?
– Dacia verrechnet immer eine Auslieferungspauschale (180 € netto)