Erstellt am 16. August 2016, 13:44

von Thomas Vogelleitner

Ford Mustang Convertible 5.0 V8 GT. Kein Schicki-Micki-Cabrio, sondern „Convertible brutal“! Und wer sagt, dass das Leben kein Ponyhof ist?

Das Leben ist ein Ponyhof! Vor allem wenn man mit dem Mustang, dem typischsten aller Pony Cars*, unterwegs sein darf. Seit kurzem gibt es den Überdrüber-Ford erstmals offiziell bei uns – in einer eigenen Europa-Version.

Wenngleich: Der Motor in unserem Testwagen war ein 5,0-Liter-Achtzylinder (vom Vorgänger übernommen und kräftig überarbeitet). 5,0 Liter Hubraum, nicht 5,0 Liter Spritverbrauch! Und dieses mächtige Triebwerk ist alles andere als europäisch – noch dazu in Zeiten wie diesen, wo jeder Downsizing will (will das wirklich jeder?).

Ehrlich, diese 5,0 Liter Hubraum braucht in Wirklichkeit niemand (als Alternative gäbe es die sicher vernünftigere EcoBoost-Version, ein 2,3-Liter-Vierzylinder mit 317 PS), aber sie machen unendlich viel Spaß! Der Sprint auf Tempo 100 wird in nicht einmal fünf Sekunden erledigt – cool. Aber noch viel cooler: dieses Brabbeln – herrlich dieser Motorsound, geil (sorry) kann man auch dazu sagen! Eine Wohltat in der mittlerweile in Europa nicht mehr sonderlich ausgeprägten Motorsoundkultur …

Erstmals Einzelradaufhängung hinten

Nicht nur optisch, auch akustisch ist das Cabrio nichts für Schüchterne. Egal wo man hinkommt, man steht immer im Mittelpunkt. Allgegenwärtig die Sympathie. Das Muscle Car ist mehr als nur ein Auto – der Inbegriff von amerikanischer Freiheit. Das ist Kult, ohne Wenn und Aber.

Fahreindruck? Der Ami geht ab, als wäre der Teufel hinter ihm her. „Sympathy for the Devil“ ist einer der größten Hits der Rolling Stones und ein Titel, wie für dieses Auto komponiert. Zugleich fährt hier der Mustang (Nummer VI) mit dem besten Handling aller Zeiten (irgendwie logisch). Man merkt ihm an, dass sein Fahrwerk mit den europäischen Anforderungen an einen Sportwagen im Lastenheft entwickelt wurde (übrigens erstmals mit einer Einzelradaufhängung hinten, die Starrachse geht nicht ab). Wer will, kann ihn ordentlich fliegen lassen: Geht bei richtigem Gaseinsatz schön quer! :-)

*Unter Pony Cars versteht man eine Gattung amerikanischer Autos (mit großvolumigen Motoren), die in Merkmalen und Bezeichnung auf den 1964 als erstes Auto dieser Art eingeführten Ford Mustang zurückgeht. Der Name leitet sich davon ab, dass Mustang eine Bezeichnung für Pferde ist.

Test: Ford Mustang Convertible 5.0 V8 GT

Karosserie: 2+2-Sitzer, zwei Türen, Länge x Breite x Höhe 4.784 x 1.916 x 1.394 Millimeter, Radstand 2.720 Millimeter, Wendekreis 12,2 Meter,
Eigengewicht 1.786 Kilogramm, Kofferraumvolumen 332 Liter. 

Motor: Benziner, acht Zylinder, 4.951 Kubikzentimeter, 422 PS, 524 New-tonmeter, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h, (ab) 13,6 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer, (ab) 306 Gramm CO2 pro Kilometer, Abgasnorm Euro 6. 

Kraftübertragung: Heckantrieb, Schaltgetriebe (sechs Gänge).
Preis & Serienausstattung: 62.900 € (Testauto) – Knie-Airbag für den Fahrer, elektronische Stabilitätskontrolle (komplett deaktivierbar), Bergan-
fahrassistent, vier Fahrmodi (Normal, Sport+, Schnee/Nässe, Track), Launch Control, Hochleistungsbremsanlage (Brembo), Tempomat, Ledersportsitze, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Alarmanlage, elektrisches Stoffverdeck (lässt sich in weniger als zehn Sekunden öffnen), 19-Zöller (vorne 255er, hinten 275er) …

Fazit: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen! Den Mustang gibt es auch als Coupé.