Erstellt am 09. November 2015, 12:55

von Beatrix Keckeis-Hiller

Infiniti. Mit dem markant und expressiv gestylten Q30 will die Nissan-Tochter im Segment der Premium-Kompakten durchstarten.

Der in Sunderland gefertigte Q30 ist Infinitis erstes Kind der Kooperation zwischen Daimler und Renault/Nissan. Schaut echt cool aus!  |  NOEN, Infiniti

Im Vorfeld der IAA in Frankfurt kündigten der Renault/Nissan- und der Daimler-Konzern an, ihre Zusammenarbeit, die 2010 beschlossen wurde, noch weiter zu verstärken. Derzeit wird an 13 Projekten gearbeitet – die Autohersteller entwickeln miteinander Modelle, tauschen Technik aus und montieren ihre Fahrzeuge an gemeinsamen Produktionsstätten. Was bei Nutzfahrzeugen schon längst nichts Neues mehr ist, das erstreckt sich jetzt zunehmend auch auf Pkws.

Grundstein für Erfolg in Europa

Das jüngste einer Reihe von Produkten ist der neue Infiniti Q30. Mit diesem Kompaktmodell will die Nobelmarke von Nissan auch in Europa den Grundstein für jenen Erfolg legen, den man mit dem bestehenden Produkt-Portfolio in den USA schon hat. Denn momentan steht das japanische Label in Österreich auf Exoten-Status: Seit Beginn dieses Jahres wurden ganze 23 Modelle neu zugelassen.

Das soll sich ja nun möglichst – radikal – ändern. Die technische Basis dafür ist bereits gut bekannt und bewährt: Der Q30 basiert auf der A-Klasse von Mercedes! Um reines Badge Engineering handelt es sich jedoch nicht. Die Optik folgt der Designlinie von Infiniti, der Wagen gibt sich als enger Verwandter des Q50 zu erkennen. Sichtbar ist das am wuchtig geschwungenen Kühlergrill, der markanten Seitenlinie und am stark konturierten Heck. Ähnliches gilt für das Interieur – bis auf einige funktionelle Details, siehe zum Beispiel den direkt von Mercedes übernommenen Lenkstockhebel, an den man sich gewöhnen muss.

„Mit dem Q30 setzt Infiniti ein charakterstarkes 
Statement im kompakten Premium-Segment!“
Michaela Potisk,
Infiniti-Pressesprecherin
für Österreich

Und auch im Fahrbetrieb ist der Japaner kein reiner Klon des Deutschen. Die Abstimmung von Federung und Dämpfung, so betonen es die Infiniti-Techniker, wurde eigens konfiguriert, und sie wurde intensiv auf herausfordernden europäischen Straßen getestet. Subjektiv wirkt der frontgetriebene Q30 mit Standardfahrwerk einen Tick weniger sport-, dafür einen Hauch komfortorientierter als der A-Klassler.

So erfahren anhand des 2,2-Liter-Diesels (von Mercedes) mit 170 PS und manueller Sechs-Gang-Schaltung, einer Konfiguration, die in Österreich nicht angeboten wird – statt dessen ist der Antrieb serienmäßig an ein Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt.

In der ebenfalls ausprobierten Sportversion – mit um 15 Millimeter tiefer gelegter Karosserie, 2,0-Liter-Turbo mit 211 PS (von Mercedes), siebenstufigem Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb – geht es naturgemäß kerniger, doch nicht ungebührlich hart zur Sache. Außer den beiden beschriebenen Motorisierungen stehen noch zwei weitere Aggregate zur Auswahl: ein 1,6-Liter-Benziner mit 122 PS und ein 1,5-Liter-Diesel mit 109 PS (beide Antriebe stammen von Renault).

Zu all dieser deutschen und französischen Technik steuerten die Japaner ein Gutteil Sicherheitstechnologie bei. Wie von Nissan bereits unter dem Titel „Safety Shield“ bekannt, steht ein teils serienmäßiges, teils optionales Elektronikprogramm zur Verfügung – von Infotainment bis zu einer Reihe von
Assistenten.

Last but not least: In den Startlöchern scharrt schon der QX30 …


Neu:Infiniti Q30

Start & Preis. Bestellungen ab so-fort, Auslieferungen ab Anfang 2016 (derzeit ein Händler in Österreich
– in Brunn/Gebirge). Benziner ab 26.200 €, Diesel ab 26.000 €.

Das Einstiegsmodell hat: sieben Airbags, Stabilitätsprogramm, Traktionskontrolle, Auffahrwarnsystem mit Stoppfunktion, Audiosystem, Klimaanlage. Extras – zum Teil in Paketen, zum Beispiel Navigation (Navigationssystem, Digitalradio, Verkehrszeichenerkennung), Technik (Einparkassistent mit 360-Grad-Monitor, Rückfahrkamera, Parksensoren, schlüsselloser Zugang).

Weiters: Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Panoramaglasdach, 18- und 19-Zoll-Aluminiumräder.