Erstellt am 02. Mai 2016, 09:34

von Alexander Seger

Erfolg programmiert: Rundenzeit statt Gipfelkreuz. F-Pace – beim ersten Sports Utility Vehicle der britischen Sportwagenmarke ist der Erfolg programmiert!

 |  NOEN, Jaguar

Höchstwahrscheinlich hätte eh kein Käufer den SUV freiwillig in den Gatsch gelenkt. Aber zur Sicherheit macht Jaguar bereits im Prospekt klar, was Sache ist: Dort, wo bei der Schwestermarke Land Rover Rampenwinkel und Böschungswinkel genannt werden und eine kleine Skizze verdeutlicht, welche Flüsse mit dem Wagen mühelos durchquert werden können, steht beim F-Pace … nichts.
„Performance Crossover“ nennt das Marketing-Neudeutsch den britischen Konkurrenten des Porsche Macan – Rennstrecke statt Dschungelpfad, Rundenzeit statt Gipfelkreuz …

„Der F-Pace ist Jaguars Sportwagen für alle
Wetterlagen und Straßen, mit Platz für fünf
Personen samt Gepäck.“
Peter Modelhart, Geschäftsführer Jaguar Österreich

Vor allem dann, wenn man sich für den 380-PS-Benziner entschieden hat. Der räudig pfauchende 3,0-Liter-V6-Kompressor peitscht das Auto außerhalb des Ortsgebietes nach 5,5 Sekunden in den Radarblitz und wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt, kann aber auch zahm auftreten. Dann schaltet der reaktionsschnelle Allradantrieb die Vorderräder weg und treibt energiesparend nur die Hinterräder an. Im Hochsteuerland Österreich wird man freilich eher zum Selbstzünder greifen, der als 2,0-Liter-Vierzylinder (Turbo, 180 PS, 430 Newtonmeter, ab 129 Gramm CO2 pro Kilometer) und als 3,0-Liter-V6 (Twin-Turbo, 300 PS, 700 Newtonmeter) angeboten wird.
 

 


Letzterer ist ausschließlich mit der achtgängigen Automatik bestellbar, für den kleinen Diesel gibt es auch eine sechsgängige Handschaltversion. Mit elektronisch gesteuerten Stoßdämpfern oder dem Wegfahrautopilot für rutschigen Untergrund (All Surface Progress Control, im Preis inklusive) stehen dem fahraktiv Interessierten moderne Fahrdynamiksysteme zur Wahl.

 

Große Auswahl bei Bordunterhaltung 

Unabhängig vom gewählten Motor präsentiert sich der hochbeinige Jaguar (213 Millimeter Bodenfreiheit) als vollwertiges Familienmitglied. Er baut auf der modernen, modular ausgelegten Aluminium-Leichtbau-Architektur auf und zitiert mit seinen kräftigen Hüften, den seitlichen Lufteinlässen und den charakteristischen Heckleuchten das Design des erfolgreichen Sportcoupés bzw. Roadsters F-Type. Einen markanten Auftritt verspricht die große Auswahl an Leichtmetallrädern, sie sind bis 22 Zoll Durchmesser bestellbar.

Die exzentrische Außenfarbe Gold-Metallic der opulent ausgestatteten First Edition ist jedoch nur neureichen, in Geschmackfragen wenig stilsicher agierenden Kunden in den Scheichtümern, China oder Russland empfohlen. Hochwertige Materialien und deren gediegene Verarbeitung sorgen im Cockpit für klassentypisches Flair – elektrisch vielfach verstellbare Ledersitze, Carbon- oder Holzeinlagen sowie ein brillantes Head-up-Display sind verfügbar.

Alleine die Auswahl bei Bordunterhaltung und Beschallung füllt schon einige Prospektseiten. Freilich gibt es viele Annehmlichkeiten des automobilen Infotainments ebenso wie Navigationsunterstützung nur optional. Gleiches gilt zum Beispiel für das Assistenzsystem zur Überwachung des toten Winkels, Rundumkameras oder die Einparkautomatik. Serienmäßig ist hingegen der autonome Notfallbremsassistent.

Neu: Jaguar F-Pace

Start & Preis. Ab sofort bestellbar/erhältlich. Diesel: 20d (180 PS) – mit Heckantrieb ab 44.850 e, mit Allradantrieb ab 48.050 €, 30d (300 PS) ab 64.200 €*. Benziner: 35t (340 PS) ab 70.650 €*, S (380 PS) ab 90.300 €*.
Sechs Ausstattungsversionen stehen zur Auswahl: Pure (sechs Airbags, dynamische Stabilitätskontrolle, Spurverlassenswarner, autonomer Bremsassistent, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Audiosystem, Alarmanlage, Rücksitze im Verhältnis 40:20:40 umklappbar, 18-Zoll-Räder), Prestige, Portfolio, R-Sport, S und First Edition.
*ausschließlich 4WD