Erstellt am 01. September 2014, 10:30

von Beatrix Keckeis-Hiller

Jaguar F-Type im BVZ-Test. Der würdige Erbe des legendären E-Type beweist als Coupé auch auf heimischem Terrain showträchtige, sportliche und eigenständige Präsenz.

 |  NOEN, JAGUAR
Katzen sind unvergleichlich. Ob sie nun aus Fleisch und Blut sind oder aus Stahl und (Aluminium-)Blech. Sie haben einen eigenen Willen. Sie sind nicht darauf aus, allen zu gefallen, sondern zeigen eigenständigen Charakter. Wie Jaguars bislang jüngste Baureihe, der F-Type.

Der wird als legitimer Nachfolger des legendären E-Type gehandelt. Das hat er schon als Convertible glaubhaft rübergebracht, und das tut er erst recht jetzt, in der geschlossenen Variante, dem in den Augen puristisch gepolter Betrachter noch gelungeneren Coupé.

Seine ersten flotten bis sehr flotten Testkilometer hatte der kompromisslos schnörkellos gestylte Engländer auf spanischem Terrain (auf öffentlichen Straßen und gesperrter Strecke) absolviert. Mit Aufsehen erregender Wirkung: Von allen Seiten betrachtet, besonders jedoch heckwärts, angesichts des derzeit schönsten Popos der Autowelt. Eine Wirkung, die er auch hierzulande nicht verfehlt. Sei es im dichten Stadtverkehr, sei es im Promenier-Modus auf einer Heurigenmeile in der Wachau, sei es beim engagierten Kurvenwedeln zum Beispiel über und rund um den Jauerling … Er fällt auf. Er wird durchwegs mindestens mit aufmerksamer Freundlichkeit registriert, und man muss stets auch gleich Rede & Antwort stehen. Man darf also nicht schüchtern sein, wenn man die britische Katze ausführt.



Die sich im Übrigen genauso aufführt, wie man sie bereits kennengelernt hatte – mit stets präsenter sportlicher Leistungsbereitschaft des Kompressor-V6, präziser Umsetzung jeglicher Lenk- und auch Bremsbefehle und, bei aller Rigidität, komfortablem Federungskomfort, stets begleitet von herrlich knurrigem Sound. Der in der getesteten V6-S-Version (mit 380 PS) durch das Extra der Soundtaste für die Sportauspuffanlage je nach Lust und Laune auf Schnurren oder auf Fauchen & Brüllen geschaltet werden kann. Und wenn man es schafft, nicht jede Herausforderung zu einer Wettfahrt – und damit sind nicht nur Ampelstarts gemeint – anzunehmen, kann man mit unter zehn Litern Treibstoffkonsum pro 100 Kilometer durchaus über die Runden kommen. Doch das ist schwierig: Denn die edle Katze ist jederzeit sprungbereit. Für einen Sprint …

Im BVZ-Test:
Jaguar F-Type Coupé 3.0 V6 S

Karosserie: zwei Türen, zwei Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 4.470 x 1.884 x 1.309 Millimeter, Radstand 2.622 Millimeter, Wendekreis 10,7 Meter, Eigengewicht 1.594 Kilogramm, Kofferraumvolumen 320 Liter (272 Liter mit Reserverad).

Motor: Kompressor-Benziner, 2.995 Kubikzentimeter, sechs Zylinder, 24 Ventile, 380 PS, 460 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 275 km/h, in 4,9 Sekunden auf Tempo 100, 8,8 Liter Super 98 pro 100 Kilometer,
209 Gramm CO2 pro Kilometer.
Kraftübertragung: Heckantrieb, Automatikgetriebe (acht Stufen).

Serienausstattung: vier Airbags, dynamische Stabilitätskontrolle, Dynamic- Launch-Modus, Sportfahrwerk mit
adaptiven Dämpfern, Reifendruckkontrolle, schlüsselloser Start, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, 19-Zoll-Aluminiumräder, Sportledersitze, Klimaautomatik, Soundsystem,

Preis: ab 94.500 €.

Fazit: Nichts für Schüchterne!