Erstellt am 22. Dezember 2015, 11:39

von Alexander Seger

Jeep: Stars and Stripes …. Die US-Kultmarke gehört mittlerweile zu Fiat – doch eines bleibt, wie es immer war: Wild ist der Westen, weit ist die Prärie.

eep Wrangler: Geländewagen unplugged! Er präsentiert sich als einer der letzten echten Geländewagen unserer Zeit.  |  NOEN, Jeep
Es steht ein runder Geburtstag ins Haus. Nachdem man ab einem gewissen Alter – und 75 zählt da definitiv schon lang dazu – selbst dafür verantwortlich ist, das Passende geschenkt zu bekommen, wird die Produktpalette der amerikanischsten aller amerikanischen Automarken um ein Modell erweitert.

Nachdem der neueste Jeep allerdings noch streng geheim ist und bis zum Frühsommer unter dem Leintuch verharren muss, wenden wir uns lieber der aktuellen Modellpalette zu, die sich dieser Tage in Sizilien zur Probefahrt versammelt hatte.

Der seit 2014 erhältliche Renegade repräsentiert die Kombination von erstklassigen Geländeeigenschaften und einem attraktiven Kaufpreis im stark wachsenden Segment der kleinen SUV. Wer meint, dass es sich nur um eine auf Offroad-Optik getrimmte Karosserieversion des Fiat 500X handelt, hat den kleinen Italo-Amerikaner noch nicht abseits der Straße erlebt.

„Seit 1941 setzt Jeep Maßstäbe im Offroad-Bereich:
Wir verlassen, genauso wie unsere Produkte, gerne
ausgetretene Pfade.“
Andreas Blecha, Pressesprecher von Jeep in Österreich

Er kämpft sich in der Ausführung Trailhawk den bedrohlich rauchenden Ätna auf steilen Eselpfaden ebenso tapfer empor wie er in steinigen Flussbetten mit bis zu 47 Zentimeter Wassertiefe unbeirrt seine Spur zieht – mehr automobile Geländekompetenz benötigt kaum jemand. Die volle Kraxeltauglichkeit ist beim Einstiegsmodell um 19.950 e freilich noch nicht verbaut, ab 24.450 e ist 4x4-Antrieb zu haben (2.0 Turbodiesel mit 120 PS und Sechs-Gang-Schaltgetriebe).

Der Cherokee bringt mit seiner umstrittenen Scheinwerfer-Grafik eine vollkommen neue Interpretation des traditionellen Jeep-Designs in die Mittelklasse. Mit sechsgängigem Schaltgetriebe oder neungängiger Automatik werden die 140, 180 oder 200 Diesel-PS an den Untergrund weitergegeben, eher theoretisch für Österreich steht auch ein 272-PS-Benziner in der Preisliste. Nicht nur an selbiger (ab 35.990 €) merkt man den Abstand zum Renegade – ein Abstand, in den 2016 ein ganzes Modell passen wird.

Das Flaggschiff der Marke ist der Grand Cherokee. Unter drei Litern Hubraum (190 PS, ab 58.790 €) passiert hier gar nichts, das Topmodell SRT schafft in amerikanischer Supersize-Tradition das Doppelte (468 PS, ab 106.890 €). Die voluminöse Klangkulisse des 6,4 Liter messenden V8 schrammt dann auch hart an der Grenze der Unanständigkeit.



Die Abkürzung SRT auf der Heckklappe steht übrigens für: Street and Racing Technology. Dem geschuldet organisiert die Launch Control als besonderes Feature per Knopfdruck alle beschleunigungsrelevanten Einstellungen für den Motor, das Getriebe, die Kraftübertragung sowie die Stabilitäts- und Traktionskontrolle und stellt damit die besten Voraussetzungen für einen Bilderbuch-Start zur Verfügung.

Wenn das Gegenteil gefragt ist, kommen Hochleistungsbremsen von Brembo zum Einsatz. In Zahlen: Zweieinhalb Tonnen von 0 auf 100 in fünf Sekunden – und von 100 auf 0 in 35 Metern. Deutlich beschaulicher ist das automobile Leben im Wrangler. Er ist der Jeep schlechthin und ist ab 39.990 € zu haben.

Die legendäre Ikone gilt als Nachfahre des ersten Willys MB, der als gänzlich komfortbefreites Militärfahrzeug den Grundstein für alle Geländewagen und SUV legte. Die verschiedenen Wrangler- Ausstattungslinien unterscheiden sich vor allem bei der Geländegängigkeit – auf Wunsch findet sich die extreme Geländeuntersetzung von 4.0 ebenso wie der elektrisch entkoppelbare vordere Querstabilisator, der eine enorme Achsverschränkung ermöglicht.