Erstellt am 26. November 2012, 08:46

Kätzchen, streck’ dich!. Jaguar | Die indischen Engländer* vergrößerten dem XF den Rücken – er kann damit als Sportbrake mit eleganter Ladequalifikation entzücken. Edelkatze mit Rucksack …

 |  NOEN
Von Beatrix Keckeis-Hiller

Wie man mit Tabus brechen und trotzdem in der Tradition bleiben kann, das beweist Ja-guar immer wieder aufs Neue. Die Prämissen „kein Diesel“ und „kein Kombi“ und – zwischenzeitlich auch – „kein Frontantrieb“ sind passé. Es
dieselt längst unter Katzenhauben. Es gab bereits einen Kombi, den X-Type Estate. Der tat sich jedoch schwer mit der Akzeptanz als Jaguar, nicht alleine wegen seines Frontantriebs. Und er ist seit 2009 Geschichte. So wie der Frontantrieb.

Womit Jaguar in der Tradition geblieben ist, auch wenn das klassische Design einer modernen und dennoch klassischen Formensprache gewichen ist, das ist das unnachahmlich charakteristische Fahr- und Wohngefühl. Darin macht der neue XF Sportbrake keine Ausnahme – er ist ein echter Jaguar! Basis ist der 2008 eingeführte und fürs Modelljahr 2012 überarbeitete XF. Der coupéhaft geschnittenen Sportlimousine wurde der Rücken gedehnt und damit nicht nur beachtlich Laderaum im Ausmaß von 550 bis 1.675 Liter geschaffen (auf Augenhöhe mit dem Mitbewerb – Audi A6 Avant, Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell und BMW 5er Touring), sondern zusätzlich knapp fünf Zentimeter mehr Kopfraum im Fond.

Optisch ist das stimmig gelungen, die in die Länge gezogene Seitenlinie mündet in schwarz abgedunkelten D-Säulen. Das Heck ist mit einer Chromleiste und geteilten Rückleuchteneinheiten schlank strukturiert. Für den Laderaum haben sich die Jaguar-Leute eine Reihe von funktionellen Details einfallen lassen: Die Rückbank zum Beispiel ist neu, die Lehnen sind im Verhältnis 40:60 via Zug an im Kofferraum dezent platzierten Hebeln geteilt umklappbar. Das Resultat: ein komplett ebener Ladeboden (1,97 Meter lang und 1,06 Meter breit), für den es allerlei nützliches Zubehör gibt – von Verzurrösen bis zu Fixierungsschienen. Auch hat man an einen Stoßstangenschutz gedacht. Damit schafft der 4,97 Meter lange XF Sportbrake selbst mächtiges Ladegut, zum Beispiel einen 50-Kilogramm-Eiskasten.

Damit die Ladekatze auch bei solch starker Packansage die Fahrcontenance nicht verliert, kommt an der XF-Sportbrake-Hinterachse serienmäßig selbstnivellierende Luftfederung zum Einsatz. Das Resultat: Der Kombi startet genauso spontan aus den Startlöchern, wieselt genauso flott um die Ecken, benimmt sich beim Bremsen genauso manierlich wie die Limousine.

Drei Diesel stehen beim Start zur Auswahl: Einsteiger ist ein 2,2-Liter-Vierzylinder mit 200 PS, die goldene Mitte markiert die 240-PS-Leistungsstufe des 3.0 V6, Toptyp ist der 3.0 V6 S mit 275 PS. Alle sind mit fast unmerklich agierender Acht-Gang-Automatik kombiniert, Start/Stopp-System ist immer an Bord. Die Verbrauchswerte liegen zwischen 5,1 und 6,1 Liter im gemischten Betrieb, die CO2-Emissionen bewegen sich zwischen 135 und 163 Gramm pro Kilometer. Höchstgeschwindigkeit? Bis zu 250 km/h. Und ein Benziner? Fehlanzeige!

Die sehr komplette Serien-ausstattung des XF Sportbrake – über Leder oder nicht wird erst gar nicht diskutiert, das ist vom Start weg dabei – kann durch
eine Reihe von Dynamik-, Fahrassistenz- und Interieurpaketen sowie Ladefeatures (Dachbox, Fahrradträger etc.) noch getoppt werden. Nicht zu haben ist allerdings Allradantrieb, wie er für die Limousine und für den XJ nun offeriert wird …
*Jaguar und Land Rover gehören zum indischen Tata-Konzern.

Neu: Jaguar XF Sportbrake
Start & Preis. Ab sofort, das Einstiegsmodell (200-PS-Diesel) kostet ab 49.000 € (Angebot gültig bei Kaufvertragsabschlüssen bis 31. 12. 2012, dann ab 51.500 €). Serienausstattung: sechs Airbags, Zwei-Zonen- Klimaautomatik, Laderaumschienensystem, Tempomat, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, selbstregulierende Luftfederung hinten, Anhängerstabilisierung. Erwarteter Karosseriemix: im ersten Verkaufsjahr 50:50, danach Einpendeln auf 30:70 (Kombi:Limousine).