Erstellt am 29. Juli 2013, 09:07

Katze mit Rucksack. Jaguar | Er ist ein Lord unter den Kombis, der XF Sportbrake. Eine interessante, stilvolle Alternative zu den deutschen Premiumkombis. Höchste Handwerkskunst!

 |  NOEN, John Wycherley
Von Thomas Vogelleitner

Ein Jaguar muss eine Limousine oder ein Sportwagen sein, einen hubraumstarken Benziner unter der Haube haben, und er muss nicht immer praktisch sein … Das war einmal! Wie wir wissen, ändern sich die Zeiten. Und wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Mit dem XF Sportbrake hat die Traditionsmarke aus Coventry einen ernstzunehmenden Konkurrenten für Audi A6 Avant & Co. auf die Räder gestellt – die Traditionen von damals sind allerdings Schnee von gestern.



Seit 2008 gehört Jaguar übrigens zum indischen Tata-Konzern. Seitdem haben die Engländer auch freie Hand bei der Gestaltung ihrer Autos. Neues Design, spürbar bessere Qualität sowie steigende Verkaufszahlen – selbst auf dem schrumpfenden europäischen Markt – sind die Folge.

Zurück zum XF Sportbrake. Bezüglich Optik braucht er sich vor nichts und niemandem zu verstecken. Cool schaut die Frontpartie aus, die Heckleuchten versprühen sogar einen Schuss Aston-Martin-Design. Dazwischen gibt es viel Platz für die Passagiere und das Gepäck. Hinter der großen Heckklappe warten bis zu 1.675 Liter Kofferraum (maximale Laderaumlänge: 1,97 Meter). Das kann die Konkurrenz aus Ingolstadt & Co. auch nicht besser. Die Fondsitze lassen sich zudem ganz einfach mit zwei kleinen Hebeln vom Laderaum aus zu einer ebenen Fläche umklappen.

Damit die Ladekatze nicht die Fahrcontenance verliert, kommt an der Hinterachse serienmäßig eine selbstregulierende Luftfederung zum Einsatz. Das Ergebnis: Der fünf Meter lange Kombi startet genau spontan aus den Startlöchern, wieselt genauso flott um die Ecken, benimmt sich beim Bremsen genauso manierlich wie die Limousine. Passt perfekt: Der Jaguar ist straff abgestimmt, bietet aber ausreichend Komfort.

Weil der XF Sportbrake ausschließlich für den europäischen Markt konzipiert wurde, kommt er nur mit Dieselmotoren auf den Markt. Unser Testwagen war mit der Einstiegsvariante ausgerüstet – 2,2 Liter Hubraum, 200 PS und 450 Newtonmeter. Der „kleine“ Selbstzünder präsentiert sich putzmunter. Kurz über der Leerlaufdrehzahl ist ausreichend Kraft vorhanden, die achtgängige Automatik überspielt gekonnt eine kleine Anfahrschwäche. So beschleunigt der Kombi in 8,8 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 214 km/h Topspeed. Vorbildlich bleibt dabei der Verbrauch: Wir kamen im Schnitt auf exakt sechs Liter (mit Start/ Stopp). Das harte Verbrennungsgeräusch mag nicht so ganz zu dem Ambiente im edel eingerichteten und blitzsauber verarbeiten Innenraum passen – aber damit kann man leben …

Test: Jaguar XF Sportbrake 2.2D
Karosserie. Kombi, fünf Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite 4.966 x 1.877 (Außenspiegel eingeklappt) x 1.480 Millimeter, Radstand 2.909 Millimeter, Wendekreis 11,5 Meter, Eigengewicht 1.824 Kilogramm, Anhängelast gebremst 1.850 Kilogramm, Kofferraumvolumen 550 auf 1.675 Liter.

Motor. Common-Rail-Turbodiesel, vier Zylinder, 16 Ventile, 2.179 Kubikzentimeter, 200 PS, 450 Newton-
meter bei 2.000 Umdrehungen pro Minute, Höchstgeschwindigkeit 214 km/h, in 8,8 Sekunden auf Tempo 100, 5,1 Liter pro 100 Kilometer, 135 Gramm CO2 pro Kilometer.

Kraftübertragung. Heckantrieb, Automatikgetriebe (acht Gänge).

Preis & Serienausstattung. Ab 51.500 € – sechs Airbags, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, selbstregulierende Luftfederung hinten, Geschwindigkeitsregelung mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Zwei-Zonen-Klima-
automatik, 250-Watt-Audiosystem.