Erstellt am 13. Februar 2013, 09:09

Katzen lieben auch Schnee. Jaguar | Die indischen Engländer* servieren ein feines Menü aus neuem V6-Kompressor- Benziner plus (optionalem) Allradantrieb für die Limousinen XJ und XF.

 |  NOEN, Gudrun Muschalla
Von Beatrix Keckeis-Hiller

„Ein Jaguar muss nicht nur in Fahrt, sondern bereits im Stand schnell sein“, sagen die Briten. Das gelingt den Limousinen XJ und XF mühelos. Auf trockenem und auf nassem Asphalt. Aber wie schnell schaut es bei Schnee und Eis aus? Denn das sind Terrains, die angeblich weniger, auch weil heckgetrieben, zu den bevorzugten Revieren der großen Dschungelkatzen gehören. Damit XJ und XF auch auf jeglichem glatten Untergrund schnell vorankommen, setzt Jaguar ein Mittel ein, das der Samtpfote die Krallen traktionsfördernd schärft: einen 4x4-Antrieb, eingekauft in Österreich – und zwar bei Magna Steyr. Damit gibt es nach dem X-Type wieder Jaguar-Limousinen mit Allrad. Für Leute, die den X nie als Jag akzeptiert hatten, sind es überhaupt die Ersten!

Das System wurde an die Plattform des XJ angepasst. Eine Mehrscheibenkupplung ist für die Verteilung der Antriebskräfte verantwortlich, sie bekommt die Befehle via Tansfer Case Control Modul (Verteilergetriebe), das aus sämtlichen Fahrparametern die jeweils nötige Drehmomentverteilung errechnet. Die Auslegung ist heckbetont, im Normalfall gehen die Antriebskräfte prinzipiell zu 100 Prozent an die Hinterachse, nur beim Anfahren, bis zu 10 km/h, wird die Vorderachse mit angetrieben.

Drei Fahr-Modi mit unterschiedlichen Antriebzuteilungs-Ausgangverhältnissen stehen zur Verfügung: Normal (95 Prozent hinten), Winter (70 Prozent hinten) sowie Dynamic (95 Prozent hinten, sportlichere Abstimmung).
Der Allrad kommt bei den Limousinen XJ, XJ lang und XF Hand in Hand mit einem neuen Motor. Der Dreiliter-Kompressor-V6-Benziner basiert auf dem Fünfliter-V8 (Stichwort Down-sizing). Er leistet 340 PS und hat ein maximales Drehmoment von 450 Newtonmeter. Das hubraumreduzierte Vollaluminium-Aggregat ersetzt die bisherige Saugerversion des V8-Benziners und kommt auch im neuen Roadster, dem F-Type (ab Mai, im S mit 380 PS), zum Einsatz. Mix-Verbrauch: ab 9,9 (XJ)/ 9,8 (XF) Liter pro 100 Kilometer. CO2: ab 234 (XJ)/229 (XF) Gramm pro Kilometer. Gekoppelt ist der neue V6 mit der bekannten achtstufigen Automatik von ZF.

Den Schnee- und Eistalenten der allradgetriebenen Katzen auf die Krallen gefühlt werden konnte auf heimischem, winterlichem Terrain: der schmalen, kurvenreichen, nicht gestreuten, bloß grob geräumten, teils vereisten, teils matschigen und/oder sulzigen Postalm-Straße in Salzburg. Fazit: Die Dschungeltiere ackerten sich nicht nur im Winter-Modus souverän bergan (und auch bergab!), bei Tänzeltendenzen waren sie easy im Zaum zu halten. Auf gesperrtem Kurs durfte dann im aufgeweichten Schnee und auf wässrigem Eis die Stabilitätskontrolle ausgeschaltet werden. Man kann sich es auch dann aussuchen, ob man lieber Heckschwenks provoziert oder eher linientreu seine Spuren ziehen will.

*Jaguar und Land Rover gehören seit 2008 zu Tata Motors (Indien)


Neu: Jaguar XJ & XF AWD
Start & Preis. Ab sofort – XJ AWD
ab 109.670 €, XF AWD ab 68.700 €. Serienmäßig: sechs Airbags, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, Tempomat, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Audiosystem, Medienschnittstelle mit USB- & iPod-Anschluss, Bi-
Xenon- und LED-Tagfahrlicht. Erwarteter Allradanteil in Österreich: beim XJ 25 Prozent, beim XF fünf
Prozent. Die Kombination Kombi-Diesel-Allrad steht in nächster Zukunft nicht auf dem Produktionsplan von Jaguar. Es wird jedoch „intensiv“ darüber nachgedacht.