Erstellt am 18. Juni 2014, 15:39

KFZ-Versicherung im Überblick. Meistgestellte Fragen (und Antworten) zum Thema Kfz-Versicherung. Alles gewusst?

 |  NOEN, Wodicka

Was tun, wenn ein Unfall passiert ist? Wichtig ist, rasch und richtig zu reagieren:

  • Sofort anhalten, Unfallstelle absichern.

  • Bei Verletzten Erste Hilfe leisten, Rettung und Polizei verständigen.

  • Daten mit Unfallgegner austauschen (Name, Anschrift, Versicherung, Kennzeichen).

  • Unfallbericht ausfüllen, wenn möglich auch Fotos machen. Tipp: Europäischen Unfallbericht verwenden!

  • Unfall binnen einer Woche bei der Versicherung melden und die Sachlage schildern.

  • In Österreich gilt übrigens seit 1. Mai 2005 die Schutzwesten-Pflicht – die Weste muss man bei einer Panne auf Freilandstraßen, Schnellstraßen und Autobahnen tragen, wenn der Lenker das Fahrzeug verlässt.


Was ist der Europäische Unfallbericht?

Der Europäische Unfallbericht (EUB) ist ein kostenloses Versicherungsformular, mit dessen Hilfe die Abwicklung eines Unfalls vereinfacht werden soll. Auf dem Formular befinden sich sämtliche Informationen, die das Versicherungsunternehmen für die weitere Bearbeitung benötigt.

Der EUB ist kein Schuldbekenntnis, sondern gibt den Versicherungen ein möglichst genaues Bild des Unfallhergangs. Zudem kann der am Unfall Unschuldige damit seinen Schaden gleich bei der gegnerischen Versicherung geltend machen. Er muss nicht mehr darauf warten, dass der andere Unfallbeteiligte den Vorfall meldet.

Thema Kfz-Haftpflichtversicherung: Was ist die Mindestversicherungssumme?

In Österreich ist eine Mindestversicherungssumme in der Höhe von sieben Millionen Euro vorgeschrieben. Innerhalb dieser Summe sind für Personenschäden 5,8 Millionen Euro, für Sachschäden 1,2 Millionen Euro vorgesehen. Das mag auf den ersten Blick zwar hoch erscheinen, hat aber handfeste Gründe.

Vor allem bei Massenkarambolagen oder schweren Unfällen mit Personenschäden (Invalidität) ist die Obergrenze bald erreicht. Ab da haftet der Fahrer dann mit seinem Privatvermögen! Mit relativ geringem Prämienaufschlag kann man die Mindestversicherungssumme auch aufstocken lassen – zum Beispiel auf zehn oder 15 Millionen Euro.

Was ist der Unterschied zwischen einer Teilkaskoversicherung und einer Vollkaskoversicherung?

Während die Kfz-Haftpflichtversicherung zugunsten Dritter wirkt, nützt die nicht verpflichtende Kaskoversicherung (Selbstbehalt) dem Autobesitzer selbst.
Zwei Möglichkeiten:
  • Teilkaskoversicherung: Deckt Schäden aufgrund von Diebstahl, Brand, Wildunfall, Lawine, Sturm, Überschwemmungen, Hagel und Schneedruck ab.

  • Vollkaskoversicherung: Deckt zusätzlich zu den Schäden der Teilkasko alle Schäden ab, die bei einem Unfall unabhängig vom Verschulden oder durch böse Absicht fremder Personen entstanden sind.

Durch einen unverschuldeten Unfall wurde die Windschutzscheibe beschädigt. Kommt die Kfz-Versicherung auch für die Kosten einer Ersatzvignette auf?

Ja, die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners übernimmt die Kosten für die Ersatzvignette. Wichtig: Die abgelöste Vignette (bzw. Teile davon) und den Vignettenabschnitt für die Versicherung aufheben.

Was ist die Grüne Karte?

Grundsätzlich muss in ganz Europa eine Kfz-Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug abgeschlossen werden. In der EU gilt bereits das Kennzeichen als Nachweis dafür. Für Reisen in Nicht-EU-Länder bekommt man von seiner Versicherung eine sogenannte „Grüne Karte“ als Nachweis des Versicherungsschutzes.

Was ist ein Wechselkennzeichen?

In Österreich ist es möglich, eine einzige Kennzeichentafel für bis zu drei zugelassene Fahrzeuge zu verwenden. Dieses sogenannte Wechselkennzeichen muss auf jenes Fahrzeug montiert werden, mit dem man fahren will. Nur wenn zwei Fahrzeuge in dieselbe Kategorie fallen (zum Beispiel zwei Motorräder) und das Format der Kennzeichentafeln gleich ist, kann ein Wechselkennzeichen ausgestellt werden. Eine Kombination von Pkw und Motorrad ist nicht möglich.

Was muss man bei der Motorradversicherung beachten?

Motorradversicherungen funk-tionieren nach dem gleichen Prinzip wie Autoversicherungen. Zusätzlich sollte neben der gesetzlich verpflichtenden Haftpflichtversicherung (ohne sie erhält man kein Kennzeichen) eine Insassenunfallversicherung abgeschlossen werden.

Denn bei Verletzungen mit bleibenden Schäden sind Fahrer und auch Mitfahrer unabhängig von der Verschuldensfrage abgesichert. Das heißt: Man bekommt auch Leistungen, wenn man selbst den Unfall verschuldet hat und muss die möglicherweise langwierige Klärung der Verschuldensfrage nicht abwarten (Ausnahme: Der Unfall wurde grob fahrlässig herbeigeführt).

Die Leistungen aus der Insassenunfallversicherung werden überdies zusätzlich zu anderen Schadenersatzleistungen erbracht. Zudem sollte man sich überlegen, ob das Motorrad ganzjährig oder nur in der warmen Jahreszeit genutzt wird. Wenn das Motorrad im Winter „eingemottet“ wird, kann das Kennzeichen bei einer Kfz-Zulassungsstelle der Versicherung hinterlegt werden – so spart man auch Geld (Versicherungsprämien).

Infos: www.vvo.at

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