Erstellt am 31. März 2014, 08:54

Knurren, fauchen, brüllen. Jaguar | Der F-Type ist der legitime Nachfolger des E-Type. Knapp ein Jahr nach dem Cabrio stellen die Engländer das Coupé an den Start.

Wow, was für ein Jaguar! Porsche & Co. können sich warm anziehen  |  NOEN, Foto: Jaguar
Von Beatrix Keckeis-Hiller

„Wir etablieren uns als performance-orientierte Marke“, bringt es Patrick Fleming auf den Punkt. Er ist der Produktmanager für jenes Projekt, mit dem Jaguar endgültig an die Sportwagen-Ikone schlechthin, an den E-Type, anknüpft. Das heißt, folgerichtig, F-Type.

Im Vorjahr ließen die indischen Briten zuerst einmal das Cabrio vom Stapel – jetzt kommt das Coupé. Und auch wenn es in der Umsetzung der Studie C-X17 von 2012 völlig frei ist von jeglichen Retro-Attitüden, zeugen besonders das Heck und die Dachlinie von der direkten Verwandtschaft mit dem viel zitierten Ahnen.
x  |  NOEN, Jaguar
Wie beim Cabrio ist die Karosserie auch beim Coupé voll aus Aluminium geschnitten, von der langen Schnauze bis zum kurzen Heck (das mit einem Spoiler garniert ist, der sich ab 100 km/h entfaltet, unterhalb von 65 km/h wieder an den Körper schmiegt), von den aus einem einzigen Stück geformten Seitenteilen bis zum Dach, das auch aus Glas sein kann.

Was dem 1,31 Meter niedrigen Briten noch mehr optische Dynamik verleiht, die Stimmigkeit noch mehr unterstreicht.

550 PS und in 4,2 Sekunden von 0 auf 100

Der verlötete und vernietete F-Type ist zwar mit ab 1.577 Kilogramm Gewicht kaum leichter als der aufmachbare (ab 1.597 Kilogramm), dafür ist er um (laut Jaguar) nochmals 50 Prozent verwindungssteifer. Und stärker!

Denn auch wenn die Leistung der Basisversion, schlicht F-Type genannt, und der S-Variante der des Cabrios entsprechen (kompressor-aufgeladener Dreiliter-V6 mit 340 bzw. 380 PS), so setzte man dem Coupé mit dem R die Leistungskrone auf: Hier produziert der Fünfliter-Kompressor-V8 gleich 550 PS (Cabrio: 495 PS). Die Leistungseckdaten: in 4,2 Sekunden von 0 auf 100, 300 km/h Topspeed (abgeregelt).

Das sorgt für ganz, ganz großes Kino, das hält sich nicht lange mit der andernorts gerne zitierten Fahrfreude auf, das schürt die reine Lust am Fahren, ob im engagierten Landstraßen- oder im entspannten Stadtpromenier-Modus:

Vollsaftiger Schub setzt stets prompt ein! Läuft der F-Type im Dynamik-Modus bügelt das Fahrwerk jegliche Fahrbahnzustände mit gerechter, doch nie gemeiner Härte glatt, zirkelt die Lenkung präzise um jeden Kurvenradius, sorgt die (optionale) Carbon/Keramik-Bremsanlage für punktgenaue Ankerleistung.

Acht Gänge und 407 Liter Kofferraumfassungsvermögen

Dazu kann, muss man aber nicht, mittels Schaltpaddles oder -hebel das Wechseln der zur Verfügung stehenden acht Gänge übernehmen. Die Automatik sortiert die Fahrstufen so oder so blitzschnell durch. Das tut sie vor einer unvergleichlichen Soundkulisse: Während die V6-Kandidaten durchaus auch schnurren können, so spielt der V8 alle Großkatzentöne durch – von Knurren über Fauchen bis Brüllen.

Wird dabei jedoch niemals nervig – im Gegenteil, das belebt sämtliche Fahrsinne! Zusätzlich hat Jaguar seinem heckgetriebenen Viereinhalbmeter-Kätzchen in Form von elektronischen Helfern die Krallen geschärft, wie auf Rennstrecke und Go-Kart-Kurs eindruckvoll erfahren: Im F-Type Coupé R ist das aktive Differenzial durch ein Torque-Vectoring-System (wirkt durch Bremseingriffe an den kurveninneren Rädern) ergänzt. Das Resultat ist auch auf nassem und feuchtem Untergrund eine geradezu sture Spurstabilität.

In Summe all seiner Eigenschaften und seinem unverwechselbaren Look ist der Zweisitzer ein völlig eigenständiger Typ. Der auch praktische Talente besitzt: In den Kofferraum passen (dachhoch) bis zu 407 Liter.

Neu: Jaguar F-Type Coupé
Start & Preis. Markteinführung im
Mai. 340 PS ab 80.100 €, 380 PS
ab 95.150 €, 550 PS ab 132.150 €.
Das Basismodell hat: vier Airbags, Sportfahrwerk, elektronische Stabilitätskontrolle, Klimaautomatik, Audiosystem, Sportsitze (Leder/Velours), Lederlenkrad, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, LED-Heckleuchten, 18-Zoll-Aluminiumräder.