Erstellt am 19. September 2016, 09:47

von Beatrix Keckeis-Hiller

Der neue VW Crafter. Die Deutschen stellen sich am oberen Ende der Leichtnutzfahrzeugklasse neu auf. Die Crafter-Generation Nummer 2 ist sichtbar der große Bruder des T6.

VW Nutzfahrzeuge kommt beim neuen Crafter ins Schwärmen: „Wirtschaftlich, funktional und innovativ wie nie zuvor …“ Der Wagen wird übrigens auch unter dem Label MAN antreten und dort als TGE firmieren.    |  noen/bvz

Auf allen Ebenen vorbereitet hat die Nutzfahrzeug-Abteilung von VW die Neuauflage des Crafter. Parallel zur Entwicklung des Größten der leichten Nützlinge aus Hannover (der Hauptsitz von VW Nutzfahrzeuge) wurde in Polen eine neue Produktionsstätte hochgezogen. Unweit des Standortes Poznan, wo der Caddy und die Nutzfahrzeug-Versionen des T6 hergestellt werden, in Wresznia, entstand ein komplettes Fertigungswerk.

Damit beginnt auf neuer Basis eine neue Ära für den Bis-zu-5,5-Tonner. Unter die bisherige Technik-Kooperation mit Mercedes-Benz (Schwestermodell war der Sprinter) ist der Schlussstrich gezogen. Um den neuen Crafter auf die Räder zu bringen haben die VW-Leute nichts dem Zufall überlassen. Im Vorfeld wurden Kunden (vom Großabnehmer bis zum kleinen Gewerbe- und Handelsbetrieb) sowie Zulieferer für Ein- und Umbauten ausführlich befragt. Diese Antworten (und natürlich auch die Wünsche) hat man analysiert und „kompromisslos umgesetzt“ (Eckhard Scholz, Vorstandsvorsitzender der VW- Nutzfahrzeugabteilung).

„Der Crafter wurde von Grund auf neu entwickelt, dabei wurden die Wünsche der Kunden voll berücksichtigt.“

Karin Angerer, Pressesprecherin VW Österreich

Im Sinne größtmöglicher Nutzbarkeit mussten die Designer auf Spielereien verzichten, im Vordergrund standen maximale Kapazität, Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit. Dennoch ist es gelungen, den Crafter Nummer 2 wie einen großen Bruder des T6 aussehen zu lassen, vor allem mit optionalem LED-Tagfahrlicht.

Mit dem Transporter gemeinsam hat er die Pkw-Haftigkeit der Inneneinrichtung. Die offeriert neben einer Reihe von praxisgerechten Ablagen für Utensilien wie Werk- sowie Schreibzeug und Laptop, Tablet & Co. körperfreundlichen Komfort, unter anderem mit (optionalen) besonders ergonomischen Sitzen. Dasselbe gilt auch für das Fahrwerk und für die elektromechanische Lenkung.

Angetrieben wird der neue VW von der auf den Nützlingseinsatz abgestimmten aktuellen Generation der 2,0-Liter-TDI mit Dieselpartikelfilter, Oxydationskatalysator und Stickoxidnachbehandlung (AdBlue). Die Leistungsbandbreite der EU6-Motoren reicht von 102 über 140 bis zu 177 PS. An den Start rollt der in Hannover entwickelte Transporter mit Frontantrieb (plus Schalt- oder Automatikgetriebe). Allradantrieb ist ab Mitte des nächsten Jahres eine Option, Heckantriebsvarianten folgen später.

Orderbar ist der Crafter unter anderem als Kastenwagen. Als dieser kann er in drei Längen (5.968, 6.836, 7.391 Millimeter), in zwei Radständen (3.640, 4.490 Millimeter) und drei Höhen (2.355, 2.590, 2.798 Millimeter) konfiguriert werden. Maximale Laderaumhöhe: 2.196 Millimeter. Maximale Laderaumlänge: 4.855 Millimeter. Maximales Zuladungsvolumen: 18,4 Kubikmeter.

Neben Lade-, Wirtschaftlichkeits- und Komfortalenten gibt VW dem großen Nützling auch eine Reihe von elektronischen Helfern mit: Assistenten zum Spurhalten (auch für Seitenwind), für das Anhängerrangieren, zum Ein- und Ausparken (Querverkehrswarner), zum Abstandhalten … Ausrüsten kann man den Crafter außerdem mit Infotainment- und Navigationssystemen plus Rückfahrkamera, adaptiver Distanzregelung und elektronischem Flankenschutz.

Neu: VW Crafter

Start & Preis. Ab Februar 2017. Die Preise stehen derzeit noch nicht fest. Den neuen Crafter wird es in den geschlossenen Varianten als Kastenwagen oder Kombi geben. Dazu kommen die offenen Varianten als Einzel- und Doppelkabine mit diversen Aufbaulösungen, wie zum Beispiel als Pritschenwagen, mit Koffer oder auch Kippvorrichtung.