Erstellt am 04. August 2014, 11:30

von Beatrix Keckeis-Hiller

Mercedes Vito startet neu durch. Nach der V-Klasse startet der Vito ebenfalls neu durch. Der robuste Bruder des Premium-Vans ist auch mit Frontantrieb zu haben.

Der neue Vito ? Kastenwagen, 116 CDI, Exterieur, jupiterrot The New Vito ? Panel Van, 116 CDI, Exterior, jupiter red  |  NOEN, Mercedes
Nützlich sein und dabei elegant auftreten. Das hat Mercedes-Benz dem Vito, dem erneuerten Arbeitstier im Midsize-Segment (2,5 bis 3,2 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht), verordnet. Der robust gestylte Technikbruder der jüngst debütierten V-Klasse (die Stuttgarter sind zu dieser Bezeichnung ihres Premium-Vans zurückgekehrt, der Viano ist passé) soll Marktanteile scheffeln.

Das ist der Sternenmarke wichtig, sehr wichtig. So sehr, dass man ihm einen großen Bahnhof in Berlin bereitet hat – und damit auch dem obersten Boss, Dieter Zetsche, dem Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG, der den neuen Vito im Rahmen des Premieren-Events auslobte: „Er will, er kann, er macht!“ Inklu-sive Hinweis darauf, „dass er nun mehr kann, aber nicht mehr kostet“.

„Der neue Vito ist ein Transporter, der deutlich mehr kann, ohne dabei mehr zu kosten.“
Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler AG

Was er mehr kann, neben optimierter Aerodynamik (cW-Wert: 0,32), Pkw-hafterem Interieur mit neu geordnetem Ablagenangebot, komfortablerem Fahrwerk, präziserer Lenkung und leistungsfähigeren Bremsen, das ist zwar nicht mehr Laderaum trotz Karosserielängenwachstum (plus 140 Millimeter am Vorbau, im Hinblick auf den Fußgängerschutz), doch das ist höhere Nutzlast, die nun bis zu 1.369 Kilogramm betragen kann (bis zu 120 Kilogramm mehr als zuvor).

Eine Fähigkeit, die der Transporter bisher nicht hatte, das ist die Option auf eine Frontantriebsversion. Der zugrunde liegt ein quer eingebauter 1,6-Liter-Common-Rail-Turbodiesel mit wahlweise 88 oder 114 PS (109 CDI oder 111 CDI), gekoppelt an ein sechsgängiges Schaltgetriebe. Dazu bleiben die bisherigen Wahlmöglichkeiten zwischen Heck- und Allradantrieb bestehen.

Diese werden befeuert vom bekannten 2,15-Liter-Common-Rail-Selbstzünder, zweifach Turbo-aufgeladen. Die zur Wahl stehenden Leistungsstufen: 136 PS (114 CDI), 163 PS (116 CDI), 190 PS (119 Blue Tec), wobei die stärkste Version Euro-6-Tauglichkeit mitbringt (Premiere in dieser Klasse). Bei den Hecktrieblern werden die Gänge entweder händisch oder via Wandlerautomatik (sechs bzw. sieben Gänge) gewechselt. Allradantrieb ist nur in Kombination mit Selbstschalter möglich.

Auch beim Thema Sicherheit zugelegt

Der neue Vito ist in drei Außenlängen und zwei Radständen zu haben: 4.985, 5.140 oder 5.370 respektive 3.200 oder 3.430 Millimeter, bei einer Breite von 1.928 und einer Höhe von 1.910 Millimetern. Die Karosserievarianten heißen Kastenwagen (mit Einzelkabine), Business-Van (mit Doppelkabine) und Tourer (Bus – Varianten: Worker, Pro, Select).

Beim Thema Sicherheit hat der Wagen auch zugelegt. Serienmäßig an Bord sind nun mindestens zwei Airbags (bis zu acht im Tourer), Müdigkeitswarner und Seitenwindassistent. Aufrüsten kann man mit einer Reihe von Infotainment- und elektronischen Assistenzsystemen. Für die Tourer-Versionen ist ein Fahrwerk mit komfor-
tablerer Abstimmung eine Aufpreisoption. Erstmals live sehen kann man den neuen Vito, der wie seine Vorgänger im spanischen Baskenland hergestellt wird, im kommenden Herbst – auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover (25. September bis 2. November).

Neu: Mercedes-Benz Vito

Start & Preis. Ab 22.September bestellbar, Markteinführung am 15. November. Die Preise stehen noch nicht fest. Richtlinie: Start unter 19.000 € für den 109 CDI Kastenwagen (88 PS, Frontantrieb) – exklusive.
Drei Karosserieversionen: Kastenwagen, Business-Van und Tourer (bis zu neun Sitzplätze). Das Einstiegsmodell hat: zwei Airbags, ESP, Antriebsschlupfregelung, Berganfahrhilfe, Überrollschutz, Untersteuerkontrolle, Reifendrucküberwachung, Müdigkeitswarner, Seitenwindassistent, Anhängerstabilisierung (wenn Anhängerkupplung an Bord). Optionen: Voll-LED-Scheinwerfer mit Abbiegelicht, Abstands- und Totwinkelwarner, Spurhalte- und aktiver Parkassistent, Infotainmentsysteme.
Wartungsintervalle: bis zu 40.000 Kilometer/zwei Jahre.