Erstellt am 05. Oktober 2015, 09:40

von Alexander Seger

Mini Clubman: Von wegen mini. Der Clubman ist kräftig gewachsen, hat eine zusätzliche Tür und jede Menge Alltags- und Langstreckentauglichkeit bekommen.

»Reif für neue Eroberungen« (© Mini): neuer Clubman (zweite Generation), der Vernunft und Emotion auf einen gemein-samen Nenner bringt. Ein Plug-in-Hybrid ist in Arbeit, Elektromobilität dürfte erst 2020 ein Thema sein.  |  NOEN, Mini
Du bist aber groß geworden … Wer erstmals vor dem neuen Clubman steht, wird sich fragen, ob die deutsch-britische Marke noch zu Recht so heißt. Der Clubman erinnert zwar optisch eindeutig an seine Geschwister, überragt diese aber deutlich. Enorme neun Zentimeter Breitenplus, verglichen mit dem Fünftürer – das ist eine ganze Fahrzeugkategorie Unterschied.

Mitten in der Kompaktklasse

Die Innenhöhe passt selbst für Sitzriesen gut. Und mit 4,25 Meter Länge (im Vergleich zum Vorgänger: zehn Zentimeter mehr Radstand, 27 Zentimeter mehr bei der Gesamtlänge) parkt der Clubman schon mitten in der Kompaktklasse! Mini hat aber im Segmentsvergleich immer noch den parklückenfreundlichsten, weil kürzesten Kombi. Statt der etwas befremdlichen Lösung mit einer Türe links und zwei auf der rechten Seite sind nunmehr vier vollwertige Türen eingebaut.

Als charakteristisches Zeichen des Modells behält der Clubman die 1959 erstmals eingeführte Doppelflügelhecktüre („Split Doors“). Sie öffnet (gegen Aufpreis) auch, wenn man mit der Fußspitze unter das Heck kickt. Das schaut beim Beladen des Sechstürers witzig aus, ist aber beim Blick in den Innenspiegel wegen des störenden vertikalen Steges, der einen ganzen Pkw abdecken kann, wenig praktisch. Das Kofferraumvolumen: 360 bis 1.250 Liter, die Fondsitzlehne ist im Verhältnis 40:20:40 umklappbar.

Erwachsener, ernsthafter als bisher

„Mini neu“ ist also größer, erwachsener, ja: ernsthafter als bisher. Und weniger „nicht so wie die anderen“. Aber nicht zwangsläufig weniger bunt, sowohl bei den Lackfarben als auch bei den Stoffen bzw. dem Leder der Innenausstattung sowie dem LED-Ambientelicht („Mini Excitement Paket“) hat man eine große Auswahl. Eine weitgehende optische Individualisierung ist bei Mini wie bisher in hohem Grad möglich.



Die einzigartigen Kippschalter in der Mittelkonsole sind noch immer da. Konzernmutter BMW lässt hingegen bei der verbesserten Cockpit-Materialqualität und bei der Gestaltung der Mittelkonsole grüßen: Mit den richtigen Kreuzerln in der Aufpreisliste sitzt neben der serienmäßigen elektrischen Handbremse ein iDrive-Controller, und am Armaturenbrett leuchtet das feine BMW-Navigationsysstem am großen Bildschirm. Sehr praktisch: Die Kontakte aus dem Handy stehen via Bluetooth blitzschnell als Navigationsziel zur Verfügung.

Ein Dieselaggregat (150 PS, 330 Newtonmeter, ab 4,1 Liter pro 100 Kilometer) und zwei Ottomotoren stehen bei der Markteinführung Ende Oktober zur Verfügung. Der Dreizylinder-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum leistet 136 PS und ist sowohl für autobahntaugliche Fahrleistungen als auch für innerstädtisches Herumtuckern gerüstet. Er beschleunigt unbeirrbar selbst aus dem Drehzahlkeller, mit einem Normverbrauch ab 5,1 Liter pro 100 Kilometer zeichnet er sich auch nicht als Säufer aus.

Höchstgeschwindigkeit 228 km/h

Mit 192 PS treibt der Cooper S die Tachonadel natürlich weit in den führerscheinfreien Bereich (Höchstgeschwindigkeit 228 km/h), klingt dabei aber nicht unangenehm pubertär. Freilich gönnt er sich einen Schluck mehr vom Kraftstoff (ab 6,2 Liter pro 100 Kilometer). Weitere Motoren werden noch heuer nachgereicht: Benziner mit 102 PS, Diesel mit 116 und 190 PS (ab 3,8 Liter Durchschnittsverbrauch).

Die Kraftübertragung erfolgt über ein sechsgängiges Schaltgetriebe oder – Premiere bei Mini – über eine achtgängige Automatik, die beim Gaswegnehmen automatisch auskuppelt, um den Schwung optimal zu nutzen.

Neu: Mini Clubman

Start & Preis. Österreich-Start am 31. Oktober. Einstiegspreise: Benziner: 102 PS 22.900 €, 136 PS 24.900 €, 192 PS 28.800 €. Diesel: 116 PS 24.900 €, 150 PS 27.600 €, 190 PS 30.500 € (nach oben ist traditionell sehr viel Spielraum).

Serienmäßig beim Cooper (One kommt etwas später): sechs Airbags, dynamische Stabilitätskontrolle, Start/Stopp-Automatik, Klimaanlage, Radio, Bluetooth.