Erstellt am 20. März 2013, 10:32

Mit der Tigernase …. Kia | Eindrucksvoll schließen die Koreaner mit der dritten Carens-Generation die optische Neuausrichtung ihrer Modelle ab. Vom Biedermann zum Brandstifter!

 |  NOEN, Gudrun Muschalla (Kia Motors 2013)
Von Beatrix Keckeis-Hiller

„Ich wollte den Carens eleganter und geschmeidiger machen“, betont Peter Schreyer, Chefdesigner, und – als erster Nicht-Koreaner – Präsident der Hyundai/Kia-Gruppe. Das ist ihm bestens gelungen! Die Front zeigt Charakter und Individualität, frisch poliert und schärfer akzentuiert präsentiert sich die Tigernase (das Gegenstück zu Audis Single-Frame-Grill, Peugeots Löwenmaul …). Damit trägt der Biszusiebensitzer ab sofort das Familiengesicht der europäisch orientierten koreanischen Marke – auch wenn er in Korea, und nicht wie seine Brüder cee’d, Sportage und Venga in Europa gebaut wird.

Die neue Dynamik zeigt sich anhand der Maße: 20 Millimeter kürzer, 15 Millimeter schmäler und 40 Millimeter niedriger als der Vorgänger. Dafür hat der Radstand um 50 Millimeter zugelegt – auf 1,75 Meter. Ergibt einen luftigeren Innenraum: Auf 4,53 Meter Gesamtlänge verbleibt bei voller Bestuhlung ein Kofferraumvolumen von immerhin noch 103 Liter. Das Ladeabteil kann auf bis zu 1.650 Liter erweitert werden, die maximale Ladegutlänge beträgt dabei 2,15 Meter. Alle drei Reihen sind mit Einzelstühlen bestückt. Ein weiteres praktisches Detail: Für die Laderaumabdeckung haben sich die Entwickler ein Stauraumfach im doppelten Ladeboden einfallen lassen.

Wohnlich präsentiert sich der Innenraum – die Sitze sind gut konturiert und großzügig geschnitten, das Cockpit hinterlässt einen modernen Eindruck.
Ein Benziner und zwei Diesel stehen (vorerst) zur Auswahl. Ersterer wurde bereits im Spor-tage und im cee’d eingeführt – ein 1,6-Liter-Direkteinspritzer mit 135 PS. Bei den Selbstzündern handelt es sich um zwei Varianten des 1,7-Liter-Common-Railers: 115 und 136 PS (maximal 330 Newtonmeter). Angenehm: Der kleinere Diesel (Start/Stopp inklusive) braucht nur 4,7 Liter pro 100 Kilometer (124 Gramm CO2 pro Kilometer). Geschaltet wird immer mit einem sechsgängigen Schaltgetriebe, für den Topdiesel ist auch eine sechsgängige Automatik möglich.

In der Schalterversion überzeugte der 136-PS-Diesel als laufruhiger, elastischer Begleiter. Auch zeigte sich, dass der lange Radstand dem Carens nichts an Wendigkeit in engen Kurvenradien und winkeligen Gassen wegnimmt. Überzeugen konnte die Fahrwerksabstimmung, die auch auf bösartigen Bremsschwellen den Wagen weder zum Poltern noch zum Stuckern bringt. Der Kompromiss zwischen Komfort (für die Passagiere) und Fahrfreunde (für den Piloten) ist sehr gut gelungen.