Erstellt am 11. April 2016, 08:13

von Beatrix Keckeis-Hiller

Neuer Offroader: Range Rover Evoque Cabriolet. Die Engländer verknüpfen Kompakt-SUV mit Cabrio und kreieren mit dem Range Rover Evoque Convertible einen für alles offenen Offroader.

Land Rover betritt mit dem Evoque Convertible Neuland: Der erste Offene in der kompakten Premium-SUV-Klasse.  |  NOEN, Nick Dimbleby
Die spinnen, die Briten! Nicht nur wer Asterix gelesen hat, ist mit diesem Zitat, das die sprichwörtlichen und tatsächlichen Eigenheiten der Atlantik-Insulaner mit einem Augenzwinkern quittiert, vertraut.

Als Land Rover zwei Jahre nach dem Marktstart des Range Rover Evoque mit dem ersten Konzept einer Cabrio-Version des sich schnell als sehr erfolgreich etablierten Kompakt-SUV herausrückte, lag nicht wenigen Skeptikern das eingangs erwähnte Zitat schnell auf der Zunge. Andere wiederum sagten: „Why not?“

Das dachten sich die Briten auch. Und beschlossen – allerdings nach eingehend analysierter Publikumsresonanz – aus der Studie ein offroad-taugliches SUV-Cabriolet in Großserie zu realisieren.

Gute Offroadtauglichkeit trotz Textilverdecks

Mit klassischem Textilverdeck (ein Stahlfaltdach wäre konstruktionsbedingt gar nicht machbar gewesen) und verstärkter Statur auf Basis des Coupés. Dabei stecken in der Karosserie des Convertible jede Menge Versteifungsmaßnahmen, um im offenen Baby-Range genau die gleiche Offroad-Tauglichkeit zu erzielen wie in den Festdachversionen.

Das schlägt sich, bei aller intensiv erprobten Verwindungs- und Knarzresistenz selbst bei schrägsten Verschränkungszuständen, mit sattem Gewichtszuwachs zu Buche: Es summiert sich auf ab 1.937 Kilogramm (Dreitürer: ab 1.543 Kilogramm). Schuld daran trägt das Verdeck nicht.

Es wiegt rund 70 Kilogramm. Damit tut es sich beim Z-förmigen Zusammenfalten und bündigen Verstauen im Verdeckkasten leicht. Zum Öffnen braucht es 18, zum Schließen 21 Sekunden. Jeweils auf Tastendruck und jeweils bis zu einem Tempo von 48 km/h. Geschlossen bietet es eine Geräuschdichtigkeit, die so manchem Blechdach in kaum etwas nachsteht.

„Das Cabriolet rundet die Evoque-Baureihe nach
oben hin ab und verleiht dem überaus erfolgreichen
Modell noch höhere Attraktivität.“
Dieter Platzer, Pressesprecher Jaguar/Land Rover Austria

Doch auch offen fahrend kann man sich selbst bei Autobahntempo noch in normaler Lautstärke unterhalten – wenn die Seitenscheiben hochgezogen sind. Das optionale Windschott auch noch aufzustellen ist eine Möglichkeit, aber nicht Bedingung. So oder so säuselt hinter der schräg stehenden Frontscheibe der Fahrtwind nur leise, zaust durchschnittlich groß Gewachsenen nur zart die Frisur.

Der aufmachbare Baby-Range offeriert Platz für vier Personen. Die sollten mit je einem Kabinen-Trolley an Gepäck auskommen können: Das Staufach fasst gerade einmal 251 Liter Ladegut, immerhin unabhängig davon, ob das Verdeck geöffnet oder geschlossen ist.

Die ersten Probier-Convertibles, die für eine rund 600 Kilometer lange Strecke parat standen, waren Diesel. Akustisch machte sich das überhaupt nicht bemerkbar. Und auch nicht olfaktorisch. Dahinter steckt die akribische Kapselung des hauseigenen 2,0-Liter-Selbstzünders, der mit 150 oder 180 PS orderbar ist. Einziger Benziner: 2,0-Liter mit 240 PS. Alle Leistungs- und Motorvarianten sind an eine neungängige Automatik gekoppelt. Permanenter Allradantrieb, garniert mit ausgeklügelter Fahrdynamikassistenz, ist serienmäßig.

Neue Nische: SUV plus Cabrio

Stichwort Skepsis und Sinn eines SUV-Cabriolets: Das Segment der Sports-Utility-Vehicles legt kontinuierlich und scheinbar unaufhaltsam zu. Bald ein Viertel aller neu zugelassenen Pkw in Österreich fallen in die Kategorie SUV. 2015 waren es bereits 22,6 Prozent.

In Zahlen: 69.863 Fahrzeuge von insgesamt 308.555. Die stärkste SUV-Kategorie ist die der Kompakten, mit einer Außenlänge von rund viereinhalb Metern. Der SUV-Boom nagt an anderen Segmenten. Besonders an jenem der Cabriolets. Und was wäre da näher gelegen, als das eine mit dem anderen zu fusionieren und damit in Wahrheit eine gar nicht so neue Nische zu kreieren?

Neu: Range Rover Evoque Cabriolet

Start & Preis. Markteinfuhrung im Juni – Benziner ab 64.900 €, Diesel ab 56.100 €. Einstiegsmodell SE Dynamic: acht Airbags, pyrotechnisch betätigter Überrollschutz, dynamische Stabilitätskontrolle, Bergan- und Bergabfahrhilfe, Tempomat, Wankneigungsausgleich, Anhängerstabilisierung, Einparksensoren vorne und hinten, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Lederausstattung, Infotainmentsystem (10,2-Zoll-Touchscreen, CD/MP3, Bluetooth, USB). HSE Dynamic: Rückfahrkamera, Navigationssystem, Xenon-Scheinwerfer. Optional: All Terrain Progress Control (Offroad-Tempomat), Active Driveline (automatische Hinterachs-Entkoppelung), Wade Sensing (Wattiefenmesser), adaptive LED-Scheinwerfer, Head-up-Display, adap-tiver Tempomat. Erwarteter Dieselanteil in Österreich: 80 Prozent.