Erstellt am 30. Mai 2011, 07:13

nicht reif“. uns voll auf die Hybrid-Technologie.“

 |  NOEN
VON THOMAS VOGELLEITNER

NÖN: 40 Jahre Toyota in Österreich – Ihr Resümee?
Frey: Wie wir 1971 begonnen haben, war Toyota vollkommen unbekannt. In der österreichischen Pkw-Bestandsstatistik 2010 findet man Toyota unter den Top-Ten-Marken von Europa und als Japans Automobilhersteller Nummer 1. Sehr stolz sind wir über die Tatsache, dass Toyota bei der Kundenzufriedenheit den Spitzenplatz belegt.

NÖN: Nennen Sie uns drei Gründe, warum man einen Toyota/Lexus kaufen sollte.
Frey: Es gibt weit mehr als drei gute Gründe! Stellvertretend möchte ich aber die herausragende Verarbeitungsqualität und das schon erwähnte Kundenservice herausheben, das ja seit der Gründung in unserer Unternehmensphilosophie fest verankert ist. Des Weiteren ist auch die Verantwortung unseres Herstellers hinsichtlich Schonung der Umwelt ein bedeutender Grund für eine positive Kaufüberlegung für unsere Produkte.

NÖN: Thema Rückruf (z. B. hängenbleibendes Gaspedal) – wie ist Ihre Meinung dazu?
Frey: Die amerikanischen Behörden haben nach der Untersuchung durch die NASA eingestehen müssen, dass Autos von
Toyota fehlerfrei funktionieren, und die Unfälle ausschließlich auf Fahrfehler zurückzuführen sind. Wir waren im Übrigen davon immer überzeugt.

NÖN: Wer Toyota/Lexus sagt, muss auch Hybrid sagen. Wie werden wir in 10, 20 Jahren unterwegs sein? Ist dann der Hy-brid schon überholt?
Frey: Wir sehen die Hybrid-Technologie als perfekte umweltfreundliche Alternative zu Benzin- oder Diesel-Fahrzeugen. Toyota hat bis jetzt weltweit schon mehr als 3,1 Millionen Hybrid-Fahrzeuge verkauft. Für die reine Elektromobilität ist die Zeit noch nicht reif. Es fehlt an der Infrastruktur, und auch die Technik, insbesondere im Bereich der Akkus, muss sich noch extrem weiterentwickeln. Daher konzen-triert sich Toyota voll auf die konsequente Verbesserung und Optimierung der Hybrid-Technologie. Einen ersten wesentlichen Schritt in diese Richtung wird der Prius Plug-in setzen, der 2012 auf den Markt kommen wird. Mit diesem Fahrzeug kann man bis zu 20 Kilometer rein elektrisch unterwegs sein. Aufgeladen kann in nur 90 Minuten an einer Haushaltssteckdose werden. Es gibt Untersuchungen, die besagen, dass 80 Prozent der Fahrten nicht einmal zehn Kilometer betragen. In Zukunft kann man diese Wege rein elektrisch zurücklegen. Für längere Fahrten steht der Hybridmodus, das Zusammenspiel aus E- und Verbrennungsmotor, zur Verfügung.

NÖN: Laut EU sollen bis 2050 Verbrennungsmotoren europaweit aus dem innerstädtischen Bereich verbannt sein. Realistisch?
Frey: Diese Entscheidungen werden auf politischer Ebene getroffen – wir sind auf jeden Fall vorbereitet. Wir bieten schon jetzt vom Kompaktsegment bis hinauf in die Luxusklasse Hybridantriebe an. Und ab Herbst wollen wir mit dem Yaris HSD den Hybridantrieb auch im Kleinwagensegment etablieren.

NÖN: Wie lange wird es überhaupt noch herkömmliche Benzin-/Dieselmotoren geben?
Frey: Dazu kann ich keine seriöse Aussage machen. Fakt ist, dass Toyota der einzige Autohersteller ist, der seinen Kunden drei verschiedene Antriebssysteme (Benzin, Diesel, Hybrid) anbietet. Wir haben vor mehr als 20 Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und rechtzeitig die Entwicklung des Hybrid-Antriebs vorangetrieben. Mit der Kooperation mit dem
E-Fahrzeughersteller Tesla setzt Toyota auch ein klares Signal in Richtung E-Mobilität.

NÖN: Was ärgert Sie als „Automann“ an der Politik am meisten? Was ärgert Sie als Autofahrer auf der Straße am meisten?
Frey: Persönliche Befindlichkeiten sind nicht von Bedeutung. Wir sehen unsere Aufgabe eher darin, in den entsprechenden Gremien unsere Meinung zu vertreten, um notwendige Verbesserungen zu erzielen.

NÖN: Wie geht es Toyota/Lexus nach der Katastrophe in Japan? Kommt es zu Lieferengpässen/ Lieferverzögerungen?
Frey: Es kann bei einzelnen Modellen zu kurzfristigen Lieferengpässen kommen. Wir bemühen uns, mit logistischen Maßnahmen die Wartezeiten möglichst kurz zu halten, bitten aber zugleich um Verständnis, dass die menschlichen Aspekte dieser unabsehbaren Katastrophe im Vordergrund stehen. 70 Prozent der in Österreich verkauften Toyota werden übrigens nicht in Japan produziert.