Erstellt am 18. Juni 2013, 10:37

No risk, but more fun. Motorrädern fehlen Knautschzonen und Sicherheitsgurte. Wenn es kracht, spürt der Fahrer die Folgen am eigenen Leib. Was Biker über Kleidung, Helm und Versicherung wissen sollten.

Die Sonne scheint, die Luft riecht nach Freiheit und die Kurven locken zum Cruisen. Welcher Motorradfahrer kennt den Ruf der Straße nicht? Die Sonne wärmt die Haut selbst durchs Leder, die Kühle einer Walddurchfahrt nimmt jede Faser des Körpers aktiv wahr. Weil das Motorrad seinen Fahrer jedoch kaum beschützen kann, muss er selbst für seinen Schutz sorgen.
Seit 1985 gilt für Motorradfahrer die Helmpflicht. Wer gegen das Gesetz verstößt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 72 Euro rechnen. Hand in Hand mit den gesetzlichen Entwicklungen gab es auch beim Helm selbst Fortschritte – beim Design, bei der Technik und beim Material. Den besten Schutz bieten laut ÖAMTC heute Vollvisier- oder Integralhelme. Die höchsten Anforderungen erfüllen jene mit aktueller Prüfnorm (ECE 22-05).
Aber auch gute Helme altern. Experten empfehlen daher, jedes Modell alle fünf Jahre zu tauschen, auf jeden Fall aber nach einem Unfall, selbst wenn keine Beschädigungen zu sehen sind. In puncto Bekleidung gibt es keine offizielle Vorschrift. Es sind allerdings schon deutsche Gerichtsurteile bekannt, die das Nichttragen von Schutzbekleidung als Mitverschulden werten. „Das Mindestmaß sind Helm, Handschuhe, feste Schuhe und Kleidung, die den ganzen Körper bedeckt. Für Überland-Fahrten und auf Autobahnen ist es besser, Motorradgewand aus Spezialtextilien oder die gute alte Lederkombi zu tragen. Airbagjacken können die Sicherheit zusätzlich erhöhen“, weiß der ÖAMTC-Sicherheitstechniker Steffan Kerbl.
Für die Versicherung von Motorrädern gelten ähnliche Regeln wie beim Auto. „Bei der Vollkasko ist aber zu berücksichtigen, dass die häufigste Schadensform, nämlich ein Umfaller eines geparkten Motorrades, nicht gedeckt ist. Hier also genau die Bedingungen lesen“, macht Kerbl aufmerksam.



Die richtige Ausrüstung für Motorradfahrer

  • Die richtige Bekleidung:

Bei einem Sturz ist die Bekleidung die einzige „Knautschzone“ zwischen Fahrer und Asphalt. Leder ist reiß- und abriebfester als Textil. Bikerjeans aus abriebfestem Material oder mit Dynatec-Innenfutter und Knieprotektoren sind eine Alternative. Protektoren schützen exponierte Körperstellen und sollten eng anliegen.
Zu einer guten Motorradausrüstung gehören Handschuhe aus festem Leder. Sie sollten an den Handballen und Fingerknöcheln verstärkt sein. Das Material der Handflächen und Fingerinnenseiten darf beim Umgreifen der Motorradgriffe keine Falten schlagen.
Immer Motorradstiefel mit Knöchelschutz tragen.
Ein Nierenschutz kann das Verletzungsrisiko reduzieren und schützt empfindliche Körperpartien vor Zugluft. Besonders ideal ist die Kombination mit einem Rückenprotektor.

  • Tipps für den Helmkauf:

Da sich die Innenausstattung im Laufe der Benutzung noch etwas „setzt“, sollte der Helm nicht zu groß ausgewählt werden. Der Helm darf sich bei einem geschlossenen Kinnriemen auch mit hohem Kraftaufwand nicht nach vorne vom Kopf abziehen lassen.
Wenn das Visier geschlossen ist, kann man testen, ob ausreichend Frischluftzufuhr gegeben ist. m Den Helm vor dem Kauf mindestens zehn Minuten lang im Laden tragen. Dadurch werden mögliche Druckstellen und Hautunverträglichkeiten erkennbar.

ÖAMTC-Motorradhelm-Test 2013:
Überprüft wurden elf Helme aus dem unteren Preissegment (70 bis 230 Euro). Mit „gut“ wurden der NOLAN N86 Classic, der SHARK S 900 C, der HJC IS-17 und der PROBIKER RSX5 bewertet.
Quellen: www.oeamtc.at , www.bmvit.at

Mehr zum Thema Sicherheit zu Hause, im Straßenverkehr und im Internet lesen Sie im >>NÖ-Sicherheitsratgeber 2013.