Erstellt am 01. April 2012, 12:14

Opel-Betriebsrat warnt vor Bochum-Schließung. Eine Schließung des Bochumer Opel-Werks würde dem Betriebsrat zufolge über Jahre tiefe Löcher in die Bilanzen des Mutterkonzerns GM reißen. "Bochum würde zum Milliarden-Grab für GM", warnte der örtliche Betriebsratschef Rainer Einenkel das Management des US-Mutterkonzerns nach einer Belegschaftsversammlung am Samstag in Bochum. Im Extremfall werde die Marke Opel ein Aus für Bochum nicht überleben.

Eine Schließung des Bochumer Opel-Werks würde dem Betriebsrat zufolge über Jahre tiefe Löcher in die Bilanzen des Mutterkonzerns GM reißen. "Bochum würde zum Milliarden-Grab für GM", warnte der örtliche Betriebsratschef Rainer Einenkel das Management des US-Mutterkonzerns nach einer Belegschaftsversammlung am Samstag in Bochum. Im Extremfall werde die Marke Opel ein Aus für Bochum nicht überleben.

Er appellierte eindringlich an das Management des Konzerns, mit den Arbeitnehmern Pläne für die Zukunft des Opel-Standorts zu entwerfen, der einmal mehr von einer Schließung bedroht sei. "Wir sind zu jedem Gespräch bereit - wann und wo auch immer."

Der Opel-Aufsichtsrat hatte zuletzt am Mittwoch in Rüsselsheim über eine weitere Sanierung der chronisch defizitären GM-Tochter beraten, ohne aber konkrete Beschlüsse zu fassen. Die IG Metall hatte dem Mutterkonzern aus Detroit vorgehalten, er wolle Opel zu Tode sparen. Einenkel sagte in Bochum, bei GM sei die Schließung von zwei bis drei Werken in Europa im Gespräch. Dazu zähle auch Bochum. Ein Ende für das Traditionswerk im Ruhrgebiet, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern soll, wäre aber "die teuerste Werksschließung aller Zeiten".

GM drohten etwa hohe Abfindungskosten für die Arbeitnehmer und lange arbeitsrechtliche Prozesse. Insgesamt gehe es dabei nicht wie von Opel dargestellt um rund 3200, sondern um 5000 Menschen - denn viele von einer Schließung betroffene Mitarbeiter seien an Partnerbetriebe verliehen und hätten das Recht, zu Opel zurückzukehren. Die Mitarbeiter würden zudem "nicht freiwillig gehen", kündigte Einenkel an.

Auch stünden die einzelnen Werksteile in Bochum auf dem Gelände ehemaliger Zechen - kein Investor würde wegen hoher Sanierungskosten die Werksgelände übernehmen. "Die Kosten bleiben bei GM hängen", warnte Einenkel. Insgesamt brächte ein Ende für Bochum auch einen gewaltigen Imageschaden für Opel - mit weiter sinkenden Verkäufen für den Hersteller: "Das würde die Marke Opel nicht überleben."