Erstellt am 08. Juni 2015, 09:12

von Thomas Vogelleitner

Kompakt: Karl der Kleine. Ziemlich erwachsen präsentiert sich der Karl – der neue Einstieg in die Opel-Welt. Da kommt Freude auf: Das Einstiegsmodell gibt es deutlich unter der 10.000-e-Grenze.

 |  NOEN, Opel
Karl der Große – wer kennt ihn nicht? Den König des Fränkischen Reichs, ein großer Feldherr im Dienste der römisch-katholischen Kirche …

Jetzt kommt Karl der Kleine! Der Name Karl ist eine Hommage an den ersten Sohn des Opel-Gründers, positioniert ist das Auto als der Einstieg in die Opel-Welt (zudem will man Chevrolet-Kunden zurückgewinnen). Und so nebenbei haben die Rüsselsheimer damit das stärkste Klein(st)wagen-Portfolio ihrer Geschichte (Karl, Adam und Corsa) – und das jüngste im Pkw-Markt!

Lizenz zum Einparken

Der 3,68 Meter kurze Wagen (Lizenz zum Einparken) ist komplett neu, betonen die Opel-Leute. Er basiert auf einer neuen globalen Plattform des GM-Konzerns, die ihren Ursprung in Südkorea (wo er auch gebaut wird) hat. Hätten sie übrigens bei General Motors nicht entschieden, Chevrolet vom europäischen Markt verschwinden zu lassen, er wäre wohl als Nachfolger des Spark auf den Markt gekommen.

Egal. Fünf Türen gibt es immer, bei der Anzahl der Sitzplätze kann man wählen (vier oder fünf). Das Platzangebot überrascht, denn im Fond halten es zwei Erwachsene durchaus länger aus. Das Kofferraumvolumen: mindestens 215 Liter, maximal 1.013 Liter.

„Der Karl ist das ideale Auto für preisbewusste Kunden, die
Alltagstauglichkeit mit Komfort, sparsamem Verbrauch und
modernen Technologien verbinden möchten.“
Alexander Struckl,Geschäftsführer General Motors Austria

Optisch ist der Karl ein echter Opel. Das sympathische Gesicht, die Sicken in der Seitenlinie – viel Ähnlichkeit zu seinen Geschwistern. Nur eine Spur pragmatischer. Neben dem aufgemotzten Adam und dem konventionellen Corsa sehen die Deutschen noch eine Lücke für einen „einfach gestrickten“ Kleinstwagen, der es mit VW up!, Hyundai i10 & Co. aufnehmen kann.

Unter der Motorhaube arbeitet ein komplett neuer 1,0-Liter-Benziner mit 75 PS (den Dreizylinder-Sauger gibt es nur im Karl, hat eine angenehme Laufruhe) – was sowohl flottes Vorankommen als auch niedrige Verbrauchswerte verspricht.


Mit dem ECO-Paket aus aerodynamisch optimierter Frontspoilerlippe und Dachspoiler stößt der Kleine nur 99 Gramm CO2 pro Kilometer aus (4,3 Liter pro 100 Kilometer). Ein Start/ Stopp-System wird nachgereicht. Ein zweiter Motor ist vorerst nicht geplant. Ebenfalls Fehlanzeige: Automatikgetriebe. Passt perfekt zum Triebwerk: das auf Komfort abgestimmte Fahrwerk.

Für Innovationen steht beispielsweise „Opel OnStar“, die nächste Stufe der Fahrzeugvernetzung, mit der das Auto ab dem Modelljahr 2016 (heuer noch) zum Knoten im Internet wird (Vernetzung, die unterhält und Leben retten kann – bei einem Crash wird gefragt, ob und welche Hilfe benötigt wird).


Neu: Opel Karl

Start & Preis. Bereits bestellbar, die ersten Autos kommen in der letzten Juni-Woche zu den Händlern. Preise:

Einstiegsmodell ab 8.990 € (sechs Airbags, ESP, Berganfahrassistent), Edition ab 9.890 € (City-Modus, Tempomat, Zentralverriegelung), Cosmo ab 12.750 € (Fahrspurassistent, Einparkhilfe hinten, Klimaautomatik, Radio, Bluetooth).

Zielgruppe? Junge Frauen und Männer (Verhältnis 50:50), Zweitauto für Familien. Verkaufsziel in Österreich: heuer 1.000 Einheiten, nächstes Jahr 2.000. Marktanteil (insgesamt) von Opel in Österreich (derzeit): 7,5 Prozent.