Erstellt am 07. April 2015, 13:12

von Thomas Vogelleitner

Skoda Octavia Scout im BVZ-Test. Jeden Tag ein gute Tat – das Pfadfinder-Motto erledigt der Octavia Scout mit links. Sehr fein: die Kombination Dieselmotor – Allradantrieb – Doppelkupplungsgetriebe.

Die schwarze Kunststoffbeplankung lässt den Octavia Scout bullig wirken - und steht ihm gut.  |  NOEN, Skoda
Die Pfadfinderei hat bei Skoda Tradition. Tradition verpflichtet – und macht auch stark. Der aktuelle Octavia Scout ist ein verdammt starker Typ, einer für viele Fälle. Optisch hinterlässt er einen tollen Eindruck. Der Kombi (den Octavia Scout gibt es nicht als Limousine) ist eine bullige und zugleich elegante Erscheinung. Die Karosserieanhebung (plus 31 Millimeter) steht ihm gut zu Gesicht.

Hardcore-Offroader ist der deutsche Tscheche nicht

Damit ist er für die Flaniermeile ebenso fit wie für Schotterwege und vom Regen aufgeweichte schlammig-schlüpfrige Waldpfade. Ein Hardcore-Offroader ist der deutsche Tscheche allerdings nicht, muss er auch nicht sein! Egal, ob auf festem oder losem Untergrund: Fahrwerk, Federung, Dämpfung und Lenkung überzeugen, an den Bremsen gibt es ebenfalls nichts zu bekritteln.

Sehr fein ist die Kombination Dieselmotor – Allradantrieb – Doppelkupplungsgetriebe! Mit 184 PS ist man in Zeiten wie diesen mehr als ausreichend motorisiert (Topgeschwindigkeit 219 km/h). Im normalen Fahrbetrieb ist der Octavia Scout ein Fronttriebler. Sobald die Elektronik Schlupf an der Hinterachse registriert, schickt die Haldex-Kupplung automatisch und stufenlos mehr Antriebskraft (Drehmoment) nach hinten.

Sollten die Vorderräder im Extremfall gar keinen Grip haben, können sogar bis zu 100 Prozent des Antriebsmoments an die Hinterachse geleitet werden. Das heißt: Onroad fährt sich der Wagen wie auf Schienen durch die Kurven. Und offroad? Mühelos wühlt sich der 4,69 Meter lange Wagen (hat innen viel Platz, bei umgelegtem Beifahrersitz können bis zu 2,92 Meter lange Gegenstände transportiert werden) mühelos durch Dreck und Schlamm.

Geheimtipp für Pferde- und Wohnwagen-Fans

Hügel und Kuppen nimmt der Skoda mit einem Böschungswinkel von 16,7 Grad vorne sowie 13,8 Grad hinten gelassen. Über das Doppelkupplungsgetriebe kann man eigentlich nur mehr eines sagen: Genial! Wer nachher noch ein Auto mit Schaltgetriebe fährt, dem ist (sorry) nicht mehr zu helfen.

Der Octavia Scout ist aufgrund seiner hohen Anhängelast (bis zu 2.000 Kilogramm) bei Pferde- und Wohnwagen-Fans mehr als ein Geheimtipp. Minuspunkte? Nach langer Suche haben wir einen kleinen Minuspunkt gefunden: über-sensible Parksensoren.

Im BVZ-Test:
Skoda Octavia Scout 2.0 TDI 4x4 DSG

Karosserie: fünf Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 4.685 x 1.814 x 1.531 Millimeter, Radstand 2.679 Millimeter, Bodenfreiheit 171 Millimeter, Wendekreis 10,96 Meter, Eigengewicht 1.559 Kilogramm, Anhängelast gebremst bis zu 2.000 Kilogramm, Kofferraumvolumen 610 bis 1.740 Liter.

Motor: Common-Rail-Turbodiesel, vier Zylinder, 16 Ventile, 1.968 Kubikzentimeter, 184 PS, 380 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 219 km/h, in 7,8 Sekunden auf Tempo 100, 5,1 Liter pro 100 Kilometer, 134 Gramm CO2 pro Kilometer, Abgasnorm Euro 6.

Kraftübertragung: permanenter Allradantrieb, Doppelkupplungsgetriebe (sechs Gänge).

Preis & Serienausstattung: ab 36.180 € –inklusive: sieben Airbags, elektronische Stabilisierungskontrolle, eletronische Quersperre, Berganfahrassistent, Spurhalteassistent, Fernlichtassistent, adaptives Frontlichtsystem, Multikollisionsbremse, Müdigkeitserkennung, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze, CD Radio, Bluetooth, Schlechtwegepaket (u. a. Unterbodenschutz, verstärkte Federung), 17-Zoll Leichtmetallfelgen.

Fazit: Erdig und charmant.