Erstellt am 10. Februar 2014, 11:28

Provozieren ist erlaubt. Audi | Im Rahmen des hauseigenen Fahrtrainingsprogramms „Driving Experience“ offeriert Ingolstadt Driftkurse im Winter.

Driften wie ein Profi! Das Werk-zeug beim Audi-Drifttraining ist der S4 Avant - ein Allradler mit der Option, das elektronische Sta-bilitätsprogramm auszuschalten. Fotos: Houdek  |  NOEN, Christian HOUDEK
Von Beatrix Keckeis-Hiller

Wirklich stark gemacht hat sich heuer der Winter noch nicht, zumindest an der Alpennord-seite. Kurze Attacken mit Schnee und Eis samt nachfolgendem Matsch und Salz- sowie Streuguteinsatz waren hier bisher die Ausnahme. Immer noch Grund genug, zum Ausnahmezustand zu führen, wenn es auf nicht trockener Fahrbahn ums Autofahren geht. Was meistens da-ran liegt, dass das eigene Fahrzeug ein weitgehend unbekanntes Wesen ist, was die Fahrdynamik und Charakteristik betrifft. Ein Umstand, dem Autofahrerklubs und Fahrschulen mit Kursen zu begegnen versuchen.

Drifttrainings im Trainingscenter in Saalbach-Hinterglemm

Auch Fahrzeughersteller bieten für ihre Produkte maßgeschneiderte Fahrtechnikkurse an. So wie Audi. Die Ingolstädter offerieren im Rahmen ihrer „Driving Experience“ vielfältige Möglichkeiten zum intensiven Kennenlernen und Ausprobieren sowie Ausloten der Technik und Technologie ihrer Produkte, vor allem der quattro-Modelle (wie im Moment A8, S4 Avant, S5 Sportback und RS-Varianten). Aktuell, ob der Winter nun ein echter ist oder nicht, sind derzeit vor allem Schnee- und Eiskurse, sofern in den Fahrtechnikzentren noch etwas davon vorhanden ist.

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Eis gibt es noch im Trainingscenter in Saalbach-Hinterglemm. Darüber wacht der als Driftkönig bekannte und in den 1980er- und 1990-Jahren im Rallyesport erfolgreiche Salzburger Sepp Haider. Im Auftrag der Ingolstädter bietet er, seinem Spezialgebiet gemäß, Drifttrainings an. Vorzugsweise nach Absolvieren eines halbtägigen Kompakt- oder eines eintägigen Aufbaukurses, um zu gewährleisten, dass lern- und trainierwilligen Kunden die Grundbegriffe der Fahrphysik bereits bekannt sind.

Provokationen sind absolut erlaubt

Es braucht niemand Angst zu haben, dass er dabei im sprichwörtlichen Sinn aufs Glatteis geführt wird. Die Trainingsfahrzeuge (S4 Avant) sind mit Spikereifen bestückt. Das entspricht etwa dem Grip auf einer Schneefahrbahn. Und Schritt für Schritt wird man vom patscherten Rutschen ans geschickte und vor allem gezielte Sliden und Driften herangeführt, unter nachvollziehbarer und verständlicher Anleitung, die auch die Fahrphysik mit einbezieht.

Dabei sind Provokationen absolut erlaubt, sprich das Herausfordern oder Auslösen von Rutschern, zumal auch der Fahrdynamikwächter – die elektronische Stabilitätskontrolle – beim eisigen Training ausgeschaltet bleibt. Es mag dann ein Weilchen dauern, bis die Kombina-tion aus Gasstößen, Ein- und Auslenken, Pendeln und Sliden zu jener Linie führt, die vom Instruktor vorgezeigt wird. Doch am Ende des Tages sind einige Dinge widerlegt. Dass man zum Beispiel mit einem Allradauto nicht driften kann. Oder dass man es grundsätzlich nicht kann. Das Driften. Eine Ahnung davon bekommen auch jene mit, die es gar nicht geglaubt haben. Das macht einen zwar noch lange nicht zu einem Könner wie Sepp Haider. Aber ein Anfang ist gemacht!
 


Sepp Haider gibt wertvolle Tipps für den automobilen Alltag
„Mit Geduld und Gefühl Gas geben und lenken“, krächzt es aus dem Funkgerät, wenn Sepp Haider erklärt, worum es beim Driften geht.
Ein Tipp, den man getrost in den Fahralltag (abseits vom Driften und Sliden) mitnehmen kann. Denn umsetzbar ist das, was man im Training auf gesperrter Fläche und durch fachkundige Anleitung abgesicherte Erfahrung mitnehmen kann, allemal.
Wie die richtige Arbeit am Lenkrad: „Nicht festhalten oder gar klammern, sondern führen. Locker, entspannt, nicht verkrampft und niemals hektisch.“ Und Gas geben, im richtigen Moment, immer dann, wenn der Rallye- und Driftprofi „Zack!“ sagt. Bis es (auch ohne „Zack!“) in Fleisch und Blut übergeht, wann wie viel Gas gegeben und auch weggenommen wird. Bis die Trainingsprobanden es intus haben, „dass man immer dorthin schaut, wo man hin will, und nicht dorthin, wo man nicht hin will.“
Bis man auf sich selbst vertraut, dass ein Rutscher nicht einen Ausrutscher zur Folge haben muss …

Audi – „Driving Experience“
Unter dem Titel „Driving Experience“ bietet Audi zu allen Jahreszeiten ein Programm an Fahrtechnik-,
Sicherheits- und Perfektionstrainings an. Besonders gefragt sind Kurse auf Schnee und auf Eis. Im Rahmen der „Audi Training Experience“ werden auch Driftkurse angeboten. In Saalbach-Hinterglemm steht dafür eine große Eisbahn zur Verfügung. Das eintägige Programm umfasst die Kapitel Powerslide, Kurven- und Drifttechnik, Kugelslalom und Abschlussparcours. Preis pro Person: 550 €. Mit Übernachtung: 710 €. Trainingsfahrzeug: S4 Avant (3.0 TFSI quattro S tronic, 333 PS). Termine im Februar: 17./18., 20./21. sowie 24./25.
Mehr Infos (auch über Programme im Ausland, z. B. Finnland): www.audi.de/driving