Erstellt am 25. März 2013, 12:10

Scharf und hart gemacht. Ford | Im Kleinwagen-Segment rührt der Fiesta ST nicht nur in seiner Klasse kräftig um, der markige Kölner kann auch gut brüllen. Der bis dato schnellste Kleinwagen der Fordianer!

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Von Beatrix Keckeis-Hiller

Bei Ford herrscht Demokratie. Sport ist nämlich nicht nur einer Klasse vorbehalten. Das Bekenntnis zur Sportlichkeit ist für alle Segmente ernst gemeint – das heißt: vom Kleintransporter bis zum Kleinwagen. Den jüngsten Beweis liefert einer, der erst vor kurzem frisch verjüngt worden ist: der Fiesta.

Wie versprochen liefern die Kölner nun eine Sportversion nach. Als ST darf sich der Benjamin mit dem Titel „schnellster Kleinwagen von Ford aller Zeiten“ schmücken. Zur Untermauerung, dass er scharf und hart gemacht wurde, bringt er als kräftige Basis 182 PS und 240 Newtonmeter – bei Overboost (für 15 Sekunden erhöhter Ladedruck): 200 PS und 290 Newtonmeter – aus dem bekannten 1,6-Liter-Benzinaggregat mit, selbstverständlich turboaufgeladen (EcoBoost). Samt um 15 Millimeter tiefergelegtem Sportfahrwerk, knackiger Sechs-Gang-Schaltung, modifizierter, präziser Lenkung, der Leistung angepassten kraftvollen Bremsen und leistungsgerecht getuntem Antriebsstrang ist damit der Grundstein gelegt für den 0-auf-100-Sprint in 6,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h. Fahrdynamisch im Zaum gehalten wird das Muskelpaket unter anderem durch eine dreistufige Stabilitätskontrolle, wobei auch im
abgeschalteten Modus das Torque Vectoring System aktiv bleibt.

Auf Herz und Peripherie getestet hat Ford den Fiesta ST, 1.160 Kilogramm Leergewicht, mehrere Tausend Kilometer auf Rennstrecken, unter anderem auf dem berühmten Highspeed-Oval in Nardo/Italien, teils bei Temperaturen bis zu 40 Grad plus. Für eine ausgiebige Erprobungsrunde im Hinterland von Nizza herrschten zwar nur bis zu – kühle – zehn Grad plus (in der Sonne), dennoch legte der kleine Fronttriebler eine heiße Sohle auf das teils schneeschmelz-wassernasse Asphaltparkett. Er beeindruckt durch schier unbeirrbare Spurstabilität, hohe Traktionssicherheit und glasklare Bremsenrückmeldung. Das Fahrwerk knackig zu nennen wäre eine Untertreibung: Es spielt seine Dämpfungsqualitäten am besten bei flotter Kurvenhatz aus. Über Bodenunebenheiten aller Art lässt er einen nie im Unklaren. Als Begleitmusik orgelt rotziger, doch nie nerviger, Sound aus dem Akustiklabor seinen Senf dazu. Die 220-km/h-Probe wird der Rennstrecke oder der deutschen Autobahn vorbehalten bleiben.

Neu: Ford Fiesta ST
Start & Preis. Ab sofort, ab 22.900 €. Serienausstattung: sieben Airbags, ESP, Sportfahrwerk, Klimaanlage, Audiosystem und Multimediasystem SYNC, Lederlenkrad und -schaltknauf, Recaro-Sportsitze, LED-
Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, 17-Zoll-Aluminiumräder, Doppel-rohrauspuffanlage. Verkaufsziel 2013 für Österreich: 100 Einheiten – das sind zwei Prozent des Fiesta-Volumens.