Erstellt am 19. September 2011, 00:00

Schöne, neue Autowelt?. IAA FRANKFURT 2011 / Eine Ausstellungsfläche so groß wie 33 Fußballfelder, 94 Weltpremieren, fast 100 Pressekonferenzen – es ist wieder einmal die IAA in Frankfurt. Eine Bilanz.

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VON HEINZ MÜLLER UND
THOMAS VOGELLEITNER


Man kann Ferdinand Dudenhöffer durchaus als „Autopapst“ bezeichnen. Umso besser, wenn der Professor vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen auf der 64. IAA in Frankfurt der NÖN Rede und Antwort steht – und gleich zur Sache kommt: „Die Autoindustrie strotzt zwar vor Selbstbewusstsein und Stolz, doch hinter der Fassade sieht man auch einen Ausblick auf das Jahr 2012.“ Dudenhöffer glaubt, dass das Wachstum der Autoindustrie nicht so weitergehen wird wie bisher: „Jene Hersteller, die sich richtig vorbereitet haben, werden wohl auch eine möglicherweise drohende weitere Krise ohne größere Schwierigkeiten überstehen.“ Eine Krise, die massiver ausfallen könnte als vor zwei Jahren …

Ein Schock? Durchaus. Denn den rund 800.000 Besuchern, die bis 25. September auf der IAA erwartet werden, wird eine Welt vorgegaukelt, die heiler nicht sein könnte. Wenn BMW eine flotte Rundstrecke in seiner Halle aufgebaut hat, darf Audi nicht fehlen – selbst wenn der Aufbau mehrere Wochen gedauert hat. Dicht gedrängt steht ein Auto neben, hinter und manchmal über dem anderen. Wie wohl ein durchschnittlicher Autohändler die Fülle an Neuheiten unterbringen wird?

Egal: Es ist IAA, und mit Ausnahme von Nissan und Saab zeigen alle großen Hersteller, was unsereins demnächst kaufen kann.

Bei den Kleinstwagen drängt VW mit dem up! in den Markt, neu sind auch Fiat Panda und Renault Twingo. Im Segment der Kleinwagen buhlen so unterschiedliche Modelle wie Mini Coupé, Suzuki Swift Sport, Toyota Yaris und Ford Fiesta ST um Käufer. Im großen Feld der Kompaktautos dürfen wir uns auf BMW 1er, Honda Civic, Hyundai i30, Mercedes B-Klasse, Opel
Astra GTC und die fünftürige Version des Chevrolet Cruze freuen, als kompakte SUVs
kommen der Mazda CX-5 und der Subaru XV neu auf den Markt, bei den großen Geländewagen wäre der Jeep Grand Cherokee SRT-8 zu nennen. Als Vans stehen Opel Zafira Tourer, Opel Combo sowie Lancia (früher Chrysler) Voyager neu auf der Autoshow. 

Die Mittelklasse wird durch Chevrolet Malibu, Peugeot 3008 HYbrid4 und 508 RXH, Citroën DS5 und das Facelift des Seat Exeo bereichert, bei den Sportautos wartet auf der IAA neben dem Porsche 911 Carrera (Generation 7) der Ferrari 458 Spider. Auch der Alfa Romeo 4C scheint beschlossene Sache, der Jaguar C-X16 sieht ebenfalls schon sehr seriennah aus.

Bei den Luxusautos kommt der Audi A8 nun auch als Hybrid auf den Markt, der Mercedes SLS steht als Roadster in Frankfurt. Die absolute Spitze stellen der Aston Martin V12 Zagato und der Maserati Kubang dar.
Übrigens: Den Elektroautos wird in Frankfurt zwar eine eigene Halle gewidmet, doch wie die Lieblinge der Grün-Politiker von Otto Normalverbraucher bezahlt werden sollen, kann auch in der Main-Metropole kein Hersteller wirklich erklären. Bleibt uns nur, noch einmal Professor Dudenhöffer zu zitieren: „Der Hype rund um die Elektroautos ist wohl vorbei ...“
 www.iaa.de