Erstellt am 27. Mai 2013, 09:23

Seiner Zeit voraus. Jeep | In der Mitte dieses Jahres tischt der amerikanische Offroad-Spezialist mit dem upgedateten Grand Cherokee schon das 2014er-Modell auf.

 |  NOEN, Jeep
Von Beatrix Keckeis-Hiller

„Es gibt immer einen Weg, etwas besser zu machen. Man muss ihn nur finden“, wusste Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühlampe.
Eine Weisheit, die sich Jeep bei der Überarbeitung des Grand Cherokee zunutze machte. Deshalb wurde der amerikanische Parade-Offroader, seit 2009 ein Mitglied des Fiat-Konzerns, nicht neu erfunden, sondern frisch geschliffen, um ihn besser zu machen. Mit Design-Retuschen an Front und Heck wirkt er sportlicher und dynamischer, um nicht zu sagen europäischer. Nicht ohne Absicht, denn auf dem Alten Kontinent ist der Amerikaner beliebt wie kaum je zuvor: 2012 machte er in Europa fast 70 Prozent des gesamten Jeep-Verkaufsvolumens von 28.000 Fahrzeugen aus.

Dem aktuellen, nicht nur europäischen, Trend folgend fällt vorne das markant gestaltete LED-Tagfahrlicht in Verein mit den Bi-Xenon-Scheinwerfern auf. Auch an den hinteren Leuchten ist moderne Licht-technologie im Einsatz. Überarbeitet ist ebenfalls der Innenraum, im Cockpit fallen das neu designte Drei-Speichen-Lenkrad und das TFT-Display als Informationszentrale auf. Dazu kommt ein 8,4-Zoll-Touchscreen fürs vielseitige Infotainment-System UConnect, von dem nicht nur Jeep-, sondern auch Fiat-Fahrer profitieren.

Stichwort „besser machen“: Die technische Hauptinnovation des neuen Grand Cherokee ist eine achtgängige Automatik von ZF. Sie kommt in Kombination mit allen Motorisierungen zum Einsatz und soll sowohl den Fahrkomfort erhöhen als auch den Verbrauch und die Emissionen minimieren. Ersteres tut sie auf alle Fälle, merk- und spürbar, mit spontanem Vortrieb, seidenweichen und blitzschnellen Schaltvorgängen in Zusammenarbeit sowohl mit den Diesel- als auch mit den Benzinaggregaten. Die da sind: Zwei Leistungsstufen des 3.0-V6-Diesels mit 190 bzw. 250 PS, ein 3,6-Liter-FlexFuel (Benzin/Ethanol) mit 286 PS sowie ein 5,7-Liter- und ein 6,4-Liter-V8-Benziner mit 352 bzw. 468 PS. Den versprochenen Verbrauch von 7,5 Litern pro 100 Kilometer hat der stärkere Diesel bei unseren Tests nur um einen halben Liter überschritten. Der 5,7-Liter-V8 genehmigte sich 14 statt der angegebenen 13 Liter, was auch nicht übertrieben ist, angesichts des satten Schubs auf asphaltiertem und auf losem Terrain.

Stichwort „loses Terrain“: Nichts geändert hat sich an der Offroad-Meisterschaft des Oberindianers. Das permanente Basis-Allradantriebssystem kann, je nach Ausstattungs-Niveau, in drei Stufen verfeinert werden, bis zu Luftfederung (in fünf Höhenniveaus einstellbar, Bodenfreiheit bis zu 270 Millimeter, Watttiefe bis zu 508 Millimeter) und ausgeklügelten Traktionskontrollvarianten. Ebenfalls nichts geändert hat sich an der Zugkraft des ab 2.266 Kilogramm schweren Jeeps: zwischen 2,8 und 3,5 Tonnen beträgt die maximal zulässige Anhängelast. Unverändert auch das Ladevolumen von 782 bis 1.554 Liter.
Dass der ab Juli erhältliche neue Grand Cherokee Modelljahrgang 2014 ist, darf nicht irritieren. Er ist eben seiner Zeit voraus, er soll nahtlos an den für nächstes Jahr angekündigten neuen Cherokee anknüpfen …

Neu: Jeep Grand Cherokee
Start & Preis. Markteinführung am 4. Juli – am US-Nationalfeiertag. Diesel ab 55.690 €, Benziner
ab 95.450 €, FlexFuel ab 78.690 €. Das Einstiegsmodell hat: sieben Airbags, ESP, Traktionskontrolle, Allradantrieb mit Mitteldifferenzialsperre und Geländeuntersetzung, Bergan- und Bergabfahrhilfe, Reifendruckkon-trolle, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Lederlenkrad, Multimediasystem mit 8,4-Zoll-Touchscreen, 18-Zoll-Aluminiumräder, LED-Tagfahrlicht. Ausstattungsstufen: Laredo, Limited, Overland, Summit und SRT.
Erwarteter Motorisierungsmix: 90 Prozent Diesel.
Verkaufsprognose für Österreich 2013: von 450 Fahrzeugen 270 neue Modelle, rund 500 für 2014.