Erstellt am 15. Juli 2013, 10:44

Sieben auf einen Streich. Fiat | Die Italiener setzen auf Familienwachstum: Der 500L kann als Living zwei Personen mehr an Bord nehmen (also insgesamt sieben). Oder mehr Gepäck …

 |  NOEN, Fotos: Fiat
Von Beatrix Keckeis-Hiller

Fiats 500er-Familie wächst und wächst und … Der in alle Richtungen gedehnte 500er wurde nochmals gestreckt – um 20 Zentimeter am Heck bei gleich gebliebenem Radstand (2,61 Meter). Er bekam zu seinem L (das bedeutet Large) ein weiteres L dazu. Damit ist Living gemeint (in voller Länge ausgeschrieben). Ein dazu passendes Room kann man sich gut vorstellen, denn auf nunmehr 4,35 Metern wurde Platz geschaffen für eine (optionale) dritte Sitzreihe mit zwei Plätzen. Damit können sieben Personen auf einen Streich verreisen. Wobei: Das hinterste Gestühl ist eher auf kleine Leute zugeschnitten, um nicht zu sagen Kinder. Das ist durchaus im Sinne eines Familienwachstums, doch verbleibt als Gepäckraum ein Fach mit 168 Litern Aufnahmevermögen.
Man kann die Notsitze aber auch wegklappen, um Platz zu schaffen für mehr Gepäck. Zwischen 560 und 638 Liter können es je nach Position der längs verschiebbaren Fondbank sein. Oder bis zu 1.584 Liter, wenn man die zweite Sitzreihe auch zusammenfaltet. Das Ladegut darf dann bis zu 2,6 Meter lang sein.

Mit der Heckverlängerung einher geht eine eher marginale Gewichtszunahme. Vorausgesetzt fünffache Bestuhlung sind es beim Living gegenüber dem kurzen L gerade einmal um 45 Kilogramm mehr (ab 1.320 gegenüber ab 1.365, gewogen inklusive 75-Kilogramm-Fahrer). Dennoch bietet Fiat Österreich den Living-500er nicht in der kleinsten Benziner-Motorisierung (1,4-Liter mit 95 PS) an. Dafür, zum Marktstart, den aufgeladenen Zweizylinder-Otto-Antrieb, ein 0,9-Liter-TwinAir-Turbo mit 105 PS. Dazu kommen zwei Selbstzünder: der 1,3-Liter-MultiJet mit 85 und der 1,6-Liter-MultiJet mit 105 PS. Start/Stopp ist in allen Motorvarianten Serie. Die von Fiat angegebenen Verbrauchs- und Emissionswerte entsprechen denen des L: 4,2 bis 4,8 Liter pro 100 Kilometer und 110 bis 117 Gramm CO2 pro Kilometer. Bester Begleiter für den verlängerten Large-500er ist, wie schon beim Kurzen erfahren, der stärkere Selbstzünder, wie in und rund um Mailand ausprobiert. Der seidige, elastische und laufruhige Diesel lässt sich auch samt der zusätzlichen Sessel – im Rahmen der geltenden Tempo-Limits – keinerlei Vortriebs-schwächen anmerken.

Dieses derzeitige Antriebsangebot wird gegen Ende 2014 ausgebaut: mit einer bivalenten Erdgasvariante mit 80 PS. Daraufhin folgen ein 1,4-Liter-Benziner mit 120 PS sowie eine weitere Version des 1,6-Liter-Diesels mit ebenfalls 120 PS.
Warum der Living nicht den nahe liegenden Zusatz X-Large erhalten hat? Weil im kommenden Jahr, zum 7. Geburtstag des (kleinen) Cinquecento, das neue Allradmitglied der 500er-Familie den Markt bereichern wird. Und für diesen ist das X reserviert. Er soll am 4. Juli 2014 kommen. So steht es im Fiat-Programm festgeschrieben.

Neu: Fiat 500L Living
Start & Preis. Markteinführung im Oktober. Die voraussichtlichen Preise: Benziner ab 20.300 €, Diesel ab 21.000 €. Auslieferung grundsätzlich mit fünf Sitzen. Aufpreis Siebensitzer: 750 €. Das Einstiegsmodell (Pop Star) hat: sechs Airbags, ESP, Berganfahrhilfe, Tempomat, Klimaanlage, Lederlenkrad- und Schaltknauf, Radio, Bluetooth, Fünf-Zoll-Touchscreen. Der Lounge hat weiters: Klimaautomatik, Einparkhilfe hinten, Nebelscheinwerfer. Knie-Airbag gibt es optional.
Österreich-Verkaufsziel: 1.500 500L im Volljahr, davon rund 800 Living. Volumensmotorisierungen: 0.9
TwinAir-Turbo und 1.3 MultiJet. Fünfsitzeranteil: voraussichtlich 80 Prozent.