Erstellt am 17. November 2014, 09:22

von Beatrix Keckeis-Hiller

Kleine Autos für große Städte. Die Mercedes-Benz-Tochter legt das Microcar neu auf – im Doppelpack: als fortwo und (wieder) als forfour.

Freundlich und selbstbewusst tritt der neue smart auf (links forfour, rechts fortwo). cabrio, e-smart und brabus sollen etwas später auch neu auf den Markt kommen.  |  NOEN, Smart
„Alles bleibt anders“ lautet das Motto. Für die neue (dritte) smart-Generation hat man sich mit Renault zusammengetan. Der französische Anteil wird mit 65 bis 75 Prozent angegeben – unter Betonung, dass gut 95 Prozent der sichtbaren Teile (von) smart seien.

Motorisierungen für die „Kleinen“ neu

Wer auch immer das wie aufrechnet. Tatsache ist, dass for-two und forfour Heckmotor und Heckantrieb haben (das Heckmotorkonzept gibt es erstmals beim forfour). Tatsache ist auch, dass die Motorisierungen für die „Kleinen“ neu sind. Es gibt nur noch Dreizylinder-Benziner, Diesel ist kein Thema mehr. Zum Marktstart stehen für den fortwo ein 1,0-Liter-Sauger mit 71 PS oder ein 0,9-Liter-Turbo mit 90 PS zur Auswahl.

Der forfour ist vorerst nur mit 90 PS zu haben. Eine Leistungsbereitschaftsprobe haben der Zwei- und der Viersitzer mit den Marktstart-Antriebsangeboten auf den Stadtstraßen sowie Landstraßen und Autobahnen rund um Barcelona geliefert. Während der Sauger im urbanen Bereich ausreicht, ist es etwa auf Beschleunigungsstreifen gut, wenn der Turbo für Schub sorgt.



Aufgefallen ist das deutlich homogenere Fahrwerks-Setting des fortwo im Vergleich zu seinem Vorgänger (cool, wie spursicher er um enge Kurven flitzt). Der forfour ist komfortbetont und einen Tick weniger auf Sport abgestimmt als sein französisches Pendant (Twingo).

Ergebnis: eine stimmige Sache

Abgesehen von den Antrieben: Neu ist für smart ein fünfgängiges Schaltgetriebe. Die automatisierte Schaltung, deren Nickbereitschaft zwar minimiert, aber nicht eliminiert werden konnte, gehört der Vergangenheit an (danke). Dafür kommt ab dem Frühjahr als Option ein sechsstufiges Doppelkupplungsgetriebe (twinamic). Es wurde in einer Vorserienversion im Stadtverkehr von Barcelona bereits ausprobiert – Ergebnis: eine stimmige Sache.

Ist der fortwo an Souveränität gewachsen, so ist er das nicht in der Länge. Die 2,695 Meter wurden beibehalten. Zugelegt hat er im Sinne der Ellbogenfreiheit in der Breite um zehn Zentimeter – auf 1,663 Meter (Schluss mit dem Gekuschel zwischen den beiden Insassen).

Geschrumpft ist, dank eines Lenkeinschlagwinkels von 51 Grad, der Wendekreis, gleich um eineinhalb auf 6,95 Meter*. Das ist der kleinste Wendekreis aller Pkw! Geblieben ist ihm die geteilte Heckklappe (260 bis 350 Liter Kofferraumvolumen). 

Keine schlechten Karten in winkeligen Garagen

Übernommen hat der forfour bei einer Gesamtlänge von 3,495 Metern (und gleicher Breite) das Wendekreismaß des vorherigen fortwo. Bei einem Radstand von 2,494 Metern misst dieser 8,65 Meter*. Damit hat man in winkeligen Garagen auch keine schlechten Karten. Hinter seiner einteiligen Heckklappe kann man zwischen 185 und 975 Liter Ladegut verstauen.

Das Höchstmaß wird aber nur dann erreicht, wenn das readyspace-System geordert ist (absenkbare Fondsitzflächen bringen plus zwölf Zentimeter Ladehöhe).

Im Sinne der Prämisse „kleine Autos für große Städte“, die auch sicher und unkompliziert im Umgang sind, sorgt die Fahrwerkselektronik (deutlich spürbar) für die Zähmung des Heckantriebs, sorgen Assistenzsysteme für Sicherheit, kann die (kostenlose) smart cross app (Smartphone-Integration) für die Anbindung an die elektronische Nabelschnur, sprich Information und Navigation, sorgen. Dekorieren und individualisieren kann man sowohl fortwo als auch forfour in 40 Kombinationen zwischen Außen- und Innenfarben.

*Randstein zu Randstein


Neu: smart fortwo & forfour

Start & Preis. Markteinführung am 21. November. fortwo mit 71 PS ab 10.790 €, mit 90 PS mit 11.590 €, forfour mit 90 PS ab 11.490 €.

Ab Februar: forfour mit 71 PS, 60-PS-Version für beide Varianten. Das Einstiegsmodell heißt passion und hat: fünf Airbags, ESP, Seitenwindassistent, Berganfahrhilfe, Tempomat mit Tempobegrenzer, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber vorne, Start/Stopp-Automatik, LED-Tagfahrlicht.

Weiters: prime, proxy, Sondermodell edition #1. Optional: Abstandswarner (das System kann Auffahrunfälle vermeiden), Spurhalteassistent, Multimedia-, Navigations- und Soundsysteme, Sitzheizung vorne, Einparkhilfe, Rückfahrkamera, LED-Sensor-Paket, Panoramaglasdach, Stofffaltdach und (für den forfour) absenkbare Fondsitzpolster (readyspace).

smart- und Swatch-Erfinder Nikolas Hajek konzipierte das Stadtauto ursprünglich als Zweisitzer. Mercedes-Benz wagte die Produktion eines Viersitzers (auf Mitsubishi-Colt-Plattform) – war ein Flop, die Produktion wurde nach zwei Jahren 2006 wieder eingestellt. Seit 1998 wurden weltweit 1,6 Millionen fortwo verkauft.