Erstellt am 01. Februar 2016, 09:01

von Heinz Müller

So sieht ein Sieger aus!. Als Kia Mitte der 1990er-Jahre mit dem Sportage in Österreich startete, war das Feld der SUVs klein: Toyota hatte den RAV4, Honda den CR-V, viel mehr war da nicht.

Neu und selbstbewusst: Sportage. Während die Silhouette und das Heck noch dem Vorgänger ähneln, ist die Front komplett neu. Markante Scheinwerfer, großer Grill - das strahlt jede Menge Selbstbewusstsein aus. In Europa ist der Sportage übrigens das meistverkaufte Kia-Modell.  |  NOEN, Kia
Klar, dass die Koreaner mit dem Fünftürer, der noch dazu nett aussah, den Geschmack der Österreicher trafen.
Das Einzige, was damals für Verwirrung sorgte, war die Aussprache des Namens: „Sportetsch“ (englisch) oder doch eher das (noblere, französische) „Sportaasch“?

Englische oder französische Aussprache?

Man hörte beides, bis man sich bei uns im Lauf der Zeit gegen die französische Version entschied. Warum das hier erwähnt wird? Weil jetzt, zwei Jahrzehnte später, wo die vierte Generation soeben bei den Händlern aufgetaucht ist, der Namensstreit offenbar noch immer nicht entschieden ist. Wie sonst ist es erklärbar, dass bei der fast einstündigen internationalen Präsentation der Marketingleiter von Kia Europe „Sportaasch“ sagte, während wenige Minuten später der Technikchef das Auto „Sportetsch“ nannte?

Wie auch immer. Der Sportage (und jetzt können Sie das aussprechen, wie Sie wollen) ist unglaublich erwachsen geworden. Gemeint ist nicht nur die Größe (4,48 Meter, vier Zentimeter mehr als bisher), sondern das ganze Drumherum. Da wäre einmal die Optik (es hat sich ausgezahlt, einen deutschen Chefdesigner zu engagieren), außerdem die feine Lederausstattung (natürlich gegen zusätzliche Bezahlung) oder die unglaubliche Zahl an elektronischen Helferlein (vor allem in den besseren Ausstattungen).

„Wir haben beim Sportage einen breiten Kundenstamm
und hoffen, dass in den nächsten Jahren viele von
ihnen auf das neue Modell umsteigen werden.“
Bernhard Denk, Geschäftsführer Kia Austria

Wobei, und auch das muss man sagen, schon die frontgetriebene Basisvariante um 23.990 € wirklich viel an Bord hat. Zwar mag der eher durchzugsschwache 132-PS-Benzin-Direkteinspritzer nicht jedermanns Sache sein, für das Fortkommen reicht es aber allemal. Empfehlenswerter ist da schon der Diesel mit 136 PS (inklusive Allrad um 29.890 €). Die weiteren Motoren (Benziner mit 177 PS sowie Diesel mit 116 oder sogar 185 PS) konnten wir nicht testen, spielen aber auch bei den Überlegungen des Importeurs eine eher untergeordnete Rolle.

Teuerstes Modell ist übrigens der 185 PS starke Selbstzünder als Allradler mit Automatik um 42.390 €. Natürlich wird nicht jeder Kunde den Aufpreis von 2.000 € für die bei Magna Steyr in Graz entwickelte Allradversion (soll jetzt schneller und feinfühliger auf die Fahrbahnbeschaffenheit reagieren) bezahlen wollen – vielen reicht die Optik und die hohe Sitzposition als Argument für den SUV-Kauf. Und natürlich auch der recht große Kofferraum, der beim Sportage auf 491 Liter gewachsen ist (maximal 1.480 Liter).

Insgesamt 18.500 Sportage aller drei bisherigen Generationen sind auf Österreichs Straßen unterwegs. „Wir möchten heuer rund 2.000 Stück vom neuen Modell absetzen“, sagt Bernhard Denk (Geschäftsführer Kia Austria). Das würde bedeuten, dass Kia im SUV-Segment auf einen Anteil von fünf bis sechs Prozent käme. Das ist das Doppelte dessen, was der koreanische Hersteller insgesamt in Österreich erreicht hat.


Neu: Kia Sportage

Start & Preis. Ab sofort erhältlich/bestellbar. Benziner ab 23.990 €, Diesel ab 26.190 €, Allrad/AWD
ab 29.890 €. Im Programm: Auto-matik- und Doppelkupplungsgetriebe.

Fünf Ausstattungsversionen: Titan (sechs Airbags, Berganfahrassistent, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Bluetooth, Klimaanlage), Silber (Navigationssystem mit Echtzeit-Verkehrsinfos, Rückfahrkamera, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Lenkradheizung, Sitzheizung vorne, Regensensor, Parksensoren hinten), Gold (Fernlichtassistent, Bi-Xenonscheinwerfer, Tempolimit-Informationssystem, Teilledersitze, elektrisch verstellbarer Fahrersitz, JBL-Soundsystem), Platin (autonomes Bremssystem, Vollledersitze, belüfteter Fahrer- und Beifahrersitz, LED-Rückleuchten, Smart Key), GT-Line (Spurhalteassistent, elektronische Parkbremse, Aluminiumpedale, Panorama-Glasscheibe mit Hubdach).

Beruhigend: sieben Jahre Garantie.