Erstellt am 04. November 2013, 09:22

Stadt- & Umlandstromer. BMW | Die Bayern heben mit dem i3 das Thema Elektromobilität auf die Premium-Ebene. Die Fahrfreude kommt dabei nicht zu kurz. Österreichweit gibt es nur fünf i3-Händler …

 |  NOEN, UWE FISCHER
Von Beatrix Keckeis-Hiller

An den Fingern einer Hand abzählen kann man (noch) die Zahl der rein für elektrischen, für Batterieantrieb konzipierten und entwickelten Autos. Die derzeit verfügbaren Modelle sind in erster Linie ernsthaft, praktisch und vernünftig. Das ist der BMW i3 im Prinzip auch. Bloß, dass die Münchner den Argumenten der lokalen Emissionsfreiheit, der Nachhaltigkeit etc. eine weitere Komponente hinzufügen: den Premium-Anspruch, nach Art des Hauses – inklusive der gerne zitierten Fahrfreude.

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Die steht und fällt mit der (Selbst-)Verständlichkeit des Umgangs. Und der gibt beim i3 fast keine Rätsel auf: Die Anordnung der Instrumente und Bedieneinheiten folgt dem bekannten Muster, auch der gewohnte Dreh- und Drückschalter in der Mittelkonsole ist da. Ungewohnt sind das digitale Infodisplay hinter dem Lenkrad und auch die Tatsache, dass es keinen Schalthebel gibt. Aber: Strom einschalten, via Taste auf dem Wählhebel (an der rechten Seite des Lenkrads) und diesen von P oder N auf D stellen, oder auf R. Je nachdem, ob man vor- oder rückwärts möchte. So gut wie lautlos setzt sich dann der 3.999 Millimeter lange Kompakte mit ab 1.195 Kilogramm Leergewicht in Fahrt. Es fehlt das, was bei BMW einen Teil der Fahrfreude ausmacht: der Motorensound. Was aber nicht fehlt, das ist Schub. Satter Schub, der auch nach Überschreiten der Stadtautobahntempolimitgrenze nicht nachlässt. Das Versprechen, mit den gebotenen 170 PS (und 250 Newtonmetern) aus dem Hybrid-Synchronmotor den 0-auf-100-Sprint in 7,2 Sekunden zu erledigen, ist glaubwürdig – mit bis zu 150 km/h Maximalgeschwindigkeit ist man auch auf Autobahnen souverän unterwegs.

Wäre da nicht die Sache mit der Reichweite. BMW gibt 130 bis 160 Kilometer an, im täg-
lichen Alltagsverkehr. Der stellt gemeinhin an Kurvenagilität nicht allzu hohe Ansprüche. Doch die kann der Heckgetriebene ebenso gut wie seine konventionell benzin- oder diesel- oder auch hybridbefeuerten Brüder, wie in einem eng gesteckten Slalom im Fahrtechnikzentrum ausprobiert – dank tiefem Schwerpunkt durch die im Fahrzeugboden postierten Akkus. Dabei sitzt man, und das ist wirklich ungewohnt, nicht tief integriert im sportlich geschnittenen Gestühl, sondern van-artig hoch, wie auf einem Sessel, einem bequemen, der lässig durch die weit öffnende vordere der seitlichen Portaltüren zu entern ist. Kommod sitzt man auch in Reihe zwei (der fünftürige i3 ist übrigens ein Viersitzer), Fahrbahnunebenheiten stoßen nicht auf, die Federung ist auch an der Hinterachse straff-komfortabel.

Mit dem i3 will BMW die urbane Mobilität revolutionieren. Mit urban sind damit nicht die kleinen, sondern die großen Städte, die Mega-Cities, gemeint, was das Umland mit einschließt. Doch haben die Bayern in sechs Jahren nicht nur ein vollelektrisches Fahrzeug in Großserie auf die Räder gestellt, sondern dazu ein elektronisches Netz geknüpft, das auf dem bereits bestehenden „Connected Drive“ (der Zusammenführung von Fahrassistenzsystem mit internetbasierten Informations- und Servicefunktionen) aufbaut. Im Rahmen des ganzheitlich angelegten Programms namens „360° Electric“ weiß man zum Beispiel via entsprechender App, wie es um den Ladezustand des geparkten i3 steht, wo sich die nächste Stromtankstelle befindet, wann das nächste Service fällig ist und auch, wo die nächste Straßenbahnstation oder auch der nächste Car-Sharing-Stützpunkt ist. Will man sich eher nicht ins öffentliche Mobilitätsnetz einknüpfen lassen, kann man für den i3 einen Range Extender ordern: Der 647-Kubikzentimeter-Zweizylinder-Motorradmotor produziert Strom für weitere rund 100 Kilometer Reichweite.

Neu: BMW i3
Start & Preis. Markteinführung am 16. November. Ab 35.700 €, mit Range Extender ab 40.400 €.
Im Preis inkludiert: BMW-Service-Inklusive-Paket für fünf Jahre bzw. 60.000 Kilometer.
Das Einstiegsmodell hat: sechs Airbags, dynamische Stabilitätskontrolle, Fahrerlebnisschalter (inklusive Eco-Pro-Modus), Klimaanlage, CD/MP3-Radio, Bluetooth, Parksensoren hinten, Reifenpannenanzeige, LED-Tagfahrlicht, Aluminiumräder. Optional: Driving Assistent Plus (u. a. Stauassistent, Auffahrwarnung mit City-Anbremsfunktion), Navigationssystem, Tempomat mit Bremsfunktion, Parkassistent, Wallbox (= Heimladestation, 888 €).
Der Vertrieb erfolgt in Österreich über fünf Händler, genannt „BMW-i- Agenten“ – in Wien, Linz, Graz, Salzburg und Innsbruck. Dazu kommen österreichweit 24 Service-Partner, genannt „BMW-i-Service“.