Erstellt am 22. September 2014, 12:16

von Beatrix Keckeis-Hiller

Topfit für Asphalt & Wald. Jeep | Aus der ersten italo-amerikanischen Entwicklungskooperation stammt der Renegade – der Einstieg der US-Kultmarke in das kompakte SUV-Segment.

Neuer, kompakter Italo-Amerikaner: Renegade. Aus den USA stammen Optik und Allradtechnologie. Je nach Modellvariante sind rund 70 elektronische Sicherheitssysteme an Bord, darunter auch eine Kollisionswarnung und ein Spurhalteassistent. Der Ordnung halber: Kofferraumvolumen ab 350 Liter.  |  NOEN, Foto: Jeep
Ein echter Jeep soll der Renegade sein. Das kommt optisch glaubwürdig rüber. Mit seinem Look, der den Willy’s (seinen Ahnen von 1941) zitiert und seiner Bauart. Doch steckt unter seinem unverschnörkelten Blechkleid etwas Abtrünniges (für das die Bedeutung seines Namens steht), das sich mit dem Ansinnen der Amerikaner – er solle der beste und glaubhafteste Offroader seiner Klasse sein – auf den ersten Blick nicht ganz vereinbaren lässt: eine Option auf Frontantrieb …
Doch der Reihe nach.

Der Renegade ist das erste Produkt der gemeinsamen Entwicklungskooperation der Fiat/ Chrysler-Gruppe. Baubasis ist die neue „Small&Wide-4x4“- Architektur, auf der nicht alleine der neue kompakte SUV (das ist eine Premiere für die US-Marke) stehen soll, sondern zum Beispiel auch der Fiat 500X (der gerade seiner Serienreife entgegenfährt). Neben dem Outfit steuerten die Amis vor allem ihre Offroad-Kompetenz bei, in Gestalt der Jeep-Active-Drive-4x4-Systeme.

„Der Renegade ver-bindet Welten: Er ist wendiges City-Car, kompakter Reise-SUV und echter Offroader in einem!“ Andreas Blecha, Pressesprecher Jeep Austria

Von den Italienern stammt die Fahrzeugtechnik. Und ebenso die Motoren, die in Hubraum und Leistung auf Europa zugeschnitten sind, selbst wenn betont wird, dass man mit dem Renegade ein globales Ziel hat: Dass er weltweit in hundert Märkten Anklang finden soll. Die übrigens, und auch das ist eine Premiere für Jeep, von Europa aus beliefert werden, denn er wird im Fiat-Produktionswerk Melfi in der Basilicata (Süditalien) produziert.

Stichwort Motoren. Vier Triebwerke stehen zur Auswahl – zwei Benziner (1.6/110 PS, 1.4 Turbo/140 und 170 PS) sowie zwei Diesel (1.6 Turbo/120 PS, 2.0 Turbo/140 und 170 PS) – ab 4,6 Liter pro 100 Kilometer. Allradantrieb gibt es in Kombina-tion mit dem 170-PS-Benziner sowie mit dem 140- oder 170-PS-Diesel – sonst Frontantrieb! Damit der knapp 4,3 Meter lange und ab rund 1.300 Kilogramm schwere Italo-Ami verbrauchs- und emissionsseitig nicht nur als Fronttriebler im bescheidenen Bereich bleibt, sind die Allradvarianten (wie schon der Cherokee) mit automatischer Hinterachsentkoppelung ausgerüstet.

Neungängige Automatik als Sparsamkeitsfaktor

Soll heißen, dass nur dann alle vier Räder angetrieben werden, wenn es nötig ist, also auf rutschigem oder losem Untergrund. Ein zusätzlicher Sparsamkeitsfaktor ist eine neungängige Automatik (die ebenfalls bereits im Cherokee zu haben ist). Diese ist im 140-PS-Selbstzünder eine Option, im stärksten Benziner und Diesel serienmäßig.

Dass der Renegade weder auf Asphalt noch auf grobem Gelände zur Abtrünnigkeit neigt, das führte er überzeugend auf dem Fiat/Chrysler-konzerneigenen Testgelände in Balocco, nahe Mailand, bereits vor. Auch auf verschlungenen und vom Regen aufgeweichten Hohlwegpfaden in den nahen Wäldern. Abschließend zwei Offroadwerte: Bodenfreiheit bis zu 220 Millimeter, Wattiefe bis zu 480 Millimeter. Da kann man nur eines dazu sagen: Respekt! Eben ein Jeep …


Neu: Jeep Renegade

Start & Preis. Vorverkauf ab sofort, Markteinführung am 24. Oktober.
Benziner ab 19.990 €, Diesel ab 22.500 €, AWD ab 27.790 e. Zum Marktstart gibt es zwei Opening-
Edition-Modelle. Werden im Frühjahr 2015 nachgereicht: Benziner mit 110 und 170 PS.
Das Basismodell hat: sechs Airbags, elektronische Stabilitätskontrolle, Traktionskontrolle, Wank- und Überschlagschutz, Offroad-ABS, Berganfahrhilfe, Anhängerstabilisierung,
Reifendruckkontrolle, Multimediasystem mit Fünf-Zoll-Touchscreen (Radio, Bluetooth, USB, AUX), Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Klimaanlage, vorklappbare Beifahrersitzlehne.
Vier Ausstattungslinien: Sport, Longitude, Limited und Trailhawk.
Erwarteter Antriebsmix (in Österreich): 40 Prozent FWD, 60 Prozent AWD.