Erstellt am 31. März 2014, 09:32

USA gegen Deutschland. Cadillac | Viel exklusiver geht es kaum: Die amerikanische Luxusmarke schickt sich an, in der oberen Mittelklasse als Alternative aufzutreten.

Gelungener Auftritt. Der im Vergleich zum Vorgänger deutlich gestreckte CTS (4,97 Meter lang, Kofferraumvolumen ab 447 Liter) duckt sich flach auf den Asphalt.  |  NOEN, Foto: Cadillac
Von Alexander Seger

Die dritte Generation des CTS macht auf der Straße mächtig Eindruck – keine Kunst, denn Cadillacs gehören in unseren Breiten zu den raren Automobilen. Lediglich 15 (!) Stück wurden 2013 in Österreich neu zum Verkehr zugelassen, für den CTS wurde gar nur ein einziger Kaufvertrag unterzeichnet.

CTS soll ab sofort "richtig" in Europa durchstarten

Zum Vergleich: 44 Neuzulassungen bei Bentley, bei Ferrari sogar 58. Die handverlesene Kundenzahl war jedoch kein Problem für die nur vier Personen umfassende Europa-Vertriebsorganisation, galt doch bisher die Strategie, in Europa nicht in Stückzahlen gemessen werden zu wollen: „Dabei sein ist alles“ lautete das olympisch anmutende Motto der Amerikaner, denn nur wer gegen die deutschen Premiumprodukte auf deren Heimmarkt antritt, ist ein würdiger Kaufkandidat für die Interessenten Asiens …

Damit ist ab sofort aber Schluss! Mittlerweile arbeiten in der in Zürich beheimateten Europa-Zentrale bereits 30 Mitarbeiter – und der neue CTS soll als Angebot für USA-Liebhaber „richtig“ verkauft werden.

Sprechen wir es gleich ganz offen an: Leicht wird das aber nicht! Im Segment von A6, 5er und der E-Klasse, also dort, wo Autobahnkilometer fressende Geschäftsleute gerne zuschlagen, ist der nicht verfügbare Dieselmotor kein Vorteil.

Vierzylinder-Turbo und serienmäßige Magnetic-Ride-Control

Unter der CTS-Haube sitzt stets ein Vierzylinder-Turbo, der aus zwei Litern Hubraum standesgemäße 276 PS holt (bis zu 240 km/h schnell, ab 8,5 Liter pro 100 Kilometer).

Er schiebt auf Wunsch kräftig an, ist in höheren Drehzahlen dann aber akustisch durchaus präsent. Eine sanft schaltende Automatik (sechs Gänge) weist die Motorkraft dem Heck- oder Allradantrieb zu.

Das Fahrwerk wurde den europäischen Vorlieben entsprechend deutlich härter ausgelegt, als man es von einem Amerikaner erwarten würde. Die serienmäßige Magnetic-Ride-Control steuert die Dämpferwirkung abhängig von der Fahrbahnoberfläche – und das blitzschnell. Bei 50 km/h kann für jeden einzelnen Zentimeter Fahrtstrecke eine neue Charakteristik eingestellt werden!

Innovativer Sicherheits-Fahrersitz mit Vibrationsfunktion

Echte Materialien prägen den Innenraum. Leder, Aluminium, Holz oder Carbon werden großzügig verarbeitet und schaffen eine wohnliche Atmosphäre. In der Topversion darf sich der Fahrer an einem 12,3 Zoll großen Elektronikdisplay erfreuen, auf dem die Cockpitinstrumente dargestellt werden. Je nach Vorliebe stehen verschiedene Designs für die üblichen Anzeigen zur Auswahl. Flüssige Zeigeranimationen lassen auf einen modernen Grafikchip schließen.

Innovativ ist auch der Sicherheits-Fahrersitz: Er vibriert (abhängig von der Richtung, aus der Fußgänger oder Fahrzeuge kommen) rechts, links oder beidseitig in den Sitzflanken. Dieses System hat den Vorteil, dass es nicht mit anderen Warntönen um die Aufmerksamkeit des Fahrers konkurriert.
 

Neu: Cadillac CTS Sedan

Start & Preis. Ab sofort erhältlich – mit Heckantrieb (RWD) ab 59.095 €, mit Allradantrieb (AWD) ab 62.958 €.
Vier Ausstattungsversionen: Elegance, Luxury, Performance und Premium. Serienmäßig bei der Einstiegsversion: acht Airbags, elektronische Stabilitätskontrolle, Magnetic-Ride-Control, Traktionskontrolle, Reifendruckkontrollsystem, Tempomat, Ledersitze, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, beheizbares Lenkrad, Audiosystem (Bose), Bluetooth, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Erhältlich ist der CTS vorerst exklusiv beim Autohaus Puhr (Wiener Triesterstraße). Welche weiteren Händler für Österreich vorgesehen sind, soll in einigen Wochen bekannt gegeben werden.