Erstellt am 01. August 2012, 18:42

Volkswagen schloss Komplettkauf von Porsche ab. Vier Jahre nach der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW gehört die Stuttgarter Sportwagenschmiede jetzt vollständig zu Europas größtem Autokonzern. Volkswagen übernahm die restlichen 50,1 Prozent der Anteile an der Porsche AG, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Damit setzen die Wolfsburger den Schlusspunkt unter eine lange Hängepartie um das Zusammengehen der einstigen Rivalen.

"Der Weg ist nun endgültig frei für eine gute gemeinsame Zukunft", sagte VW-Chef Martin Winterkorn. "Durch die noch engere Zusammenarbeit werden wir Volkswagen und Porsche deutlich stärken."

Bisher gehörten VW 49,9 Prozent an Porsche. Anfang Juli hatten beide Autobauer angekündigt, bis zum 1. August den angestrebten integrierten Konzern zu schaffen. Nun meldeten sie Vollzug.

Bei dem Geschäft zahlt Volkswagen rund 4,49 Milliarden Euro für die übrigen Aktien der Porsche AG, die bisher in der Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) lagen. Ursprünglich war der Wert in der 2009 geschlossenen Grundlagenvereinbarung zwischen Porsche und VW mit 3,88 Milliarden noch etwas geringer angesetzt worden. Seither legten die Stuttgarter aber weiter bei der Profitabilität zu.

Damit der Deal als interne Umstrukturierung gewertet werden kann und weit weniger Steuern gezahlt werden müssen als bei einem externen Zukauf, wandert zusätzlich eine VW-Stammaktie nach Stuttgart. Dank der Nutzung einer speziellen Passage im Umwandlungssteuergesetz sinkt die Last bei der früheren Übernahme nun beträchtlich. Dies brachte dem Konzern allerdings auch erhebliche Kritik ein. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch sagte, es gingen "deutlich über 100 Millionen Euro" an den Fiskus. Skeptiker sprachen hingegen von einem Steuerschlupfloch, das bis zu 1,5 Mrd. Euro sparen helfe.