Erstellt am 25. Juni 2014, 11:41

von Beatrix Keckeis-Hiller

Von Le Mans auf die Straße. In der Langstrecken-WM wird erprobt, was demnächst in den Serienautos auf uns zukommt. Die 24 Stunden von Le Mans sind der härteste Prüfstein …

Audi R18 e-tron quattro: Sieg in Le Mans 2014. Dieselhybrid mit Allradantrieb.  |  NOEN, Foto: Audi
Ungebrochen ist die Strahlkraft von Autorennen, selbst wenn ständig strengere Reglementgrenzen Fahrzeugen und Fahrern immer straffere Zügel anlegen – um mit möglichst wenig Treibstoff möglichst schnell über die Runden zu kommen.

Das betrifft die Königsklasse, die Formel I, ebenso wie viele weitere Racing-Serien, die me-dial weniger präsent sind. Dabei gibt es eine Ausnahme: die WEC (World Endurance Championship), die Langstrecken-Meisterschaft. Zuzuschreiben ist das einem der plakativsten Rennen, den legendären „24 Stunden von Le Mans“, die vor kurzem über den 13,629-Kilometer-Straßenkurs gegangen sind. Die NÖN war diesmal dabei!

Auch in der WEC schreiben die Regeln längst vor, wie viel – oder vielmehr wie wenig – an Sprit verbraucht werden darf. Und in der Topklasse, der LMP1 (was für Le-Mans-Prototyp steht) müssen die Fahrzeuge von Hybridsystemen angetrieben werden und mit einer festgelegten Treibstoffmenge pro Runde auskommen: Für Diesel gelten 3,95 Liter, für Benziner 4,79 Liter.

Drei Werkteams mit Hybridprototypen

An der Startlinie standen heuer insgesamt neun LMP1-Boliden – sieben davon gehörten drei Werkteams an: das Audi Sport Team Joest, Toyota Racing (mit unserem Niederösterreicher Alexander Wurz) und das Porsche Team – allesamt mit Hybridprototypen:

• Die Ingolstädter setzen mit dem R18 e-tron quattro auf die Kombination Diesel (4.0 V6) und E-Antrieb (die Bremsenergie fließt in einen Schwungradspeicher) – Systemleistung 770 PS.
• Die Japaner kombinieren beim TS040 den E-Antrieb mit einem 3,7-Liter-V8-Saugbenziner (die Bremsenergierekuperation speist Strom in Superkondensatoren) – Systemleistung 1.000 PS.
• Und die Zuffenhausener kombinieren im 919 Hybrid
einen 2,0-Liter-V4-Turbobenziner mit dem E-Antrieb (die Bremsenergie wird in wassergekühlten Lithium-Ionen-Batterien gespeichert) – Systemleistung 750 PS.

Laserlicht von Audi für 854 Meter Leuchtweite

Die „24 Heures du Le Mans“ waren (wie immer) spannend. Toyota führte, schied jedoch wegen eines technischen Defekts aus. Porsche führte ebenfalls, die Technik spielte allerdings auch nicht mit. Und Audi war von Problemen ebenso nicht verschont, gewann aber letztendlich – zum 13. Mal. Die Frage, welches Hybridsystem dem Dauerbelastungsprüfstein am besten standhält, ist damit nicht beantwortet …

Augenscheinlichste Neuerung in Le Mans war das Laserlicht von Audi. Laserdioden emittieren das ursprünglich blaue Licht, das erst durch einen Phosphorkonverter wieder weiß wird. Im R18 e-tron quattro
betrugt die Leuchtweite stolze 854 Meter!