Erstellt am 04. April 2016, 13:15

von Thomas Vogelleitner

Vorsicht bei Billigreifen!. Der Sommerreifentest 2016 des ARBÖ brachte ein ernüchterndes Ergebnis: Von zehn geprüften Billigreifen sind nur drei „empfehlenswert“ …

Vom ARBÖ auf Herz und Nieren getestet: Sechs von zehn Billigreifen sind »nicht empfehlenswert« - durchgefallen!  |  NOEN, Konstantin Tschovikov

Billigreifen? Das heißt: Der Satz Reifen in der Dimension 195/65 R 15 kostete in Österreich zum Testzeitpunkt unter 300 €. Doch was leisten günstige Reifen auf der Straße? Und bieten diese die gleiche Sicherheit wie Premiumreifen? Die Antwort auf diese Fragen fällt ernüchternd aus …

Der Test fand im norddeutschen Testzentrum von ATP (Automotive Testing Papenburg) statt. Aufgezogen wurden die Reifen auf einen VW Golf VII, mit dem die Sicherheit der Reifen auf nassen wie auf trockenen Straßenverhältnissen geprüft wurde. Neben diesen Kriterien wurden auch der Rollwiderstand und das Vorbeifahrgeräusch bewertet.

Keine großen Unterschiede auf trockener Straße

Während das Handling auf trockener Straße keine allzu großen Unterschiede ergab, teilt sich sich das Feld der getesteten Pneus auf nasser Fahrbahn in zwei Lager. Erschreckend war das Ergebnis vom GT Radial Champiro FE1, der auf nasser Fahrbahn gerade einmal 18 Punkte erreichen konnte (in drei Disziplinen – „Bremsen nass“, „Handling nass“, „Aquaplaning quer“ – sogar mit null Punkten bewertet). Der Bremsweg dieses Reifens beträgt bei einem Tempo von 100 km/h 61,7 Meter bis zum Stillstand – um 15,4 Meter mehr als jener des Testsiegers (Nexen N’blue HD Plus).

Insgesamt erreicht der GT nur 86 von 170 möglichen Punkten. An der 100-Punkte-Marke scheitert mit einer Gesamtanzahl von 98 auch der High Performer Sport HS-3. „Beide verzögern auf nasser Fahrbahn extrem schlecht und können aus technischer Sicht nicht empfohlen werden“, so ARBÖ-Technikchef Erich Groiss. Mit einem „nicht empfehlenswert“ müssen sich auch der Barum Brillantis 2, der BF Good-rich g-Grip, der Sava Intensa hp sowie der Viking City Tech II abfinden. Im Mittelfeld platzierte sich mit 115 Punkten der Debica Presto, der es in den Disziplinen „Aquaplaning längs“ und „Handling“ durchaus mit den Testsiegern aufnehmen kann.

Sechs von zehn Pneus sind „nicht empfehlenswert“

Diese kommen aus dem Hause Pneumant, Hankook und Nexen, wobei vor allem die beiden Letztgenannten lobenswert erwähnt werden müssen. Beide spielen qualitativ schon fast in der Oberliga mit: Der Nexen N’blue HD Plus verfehlte mit einer Gesamtzahl von 134 um nur einen Punkt das Ranking „sehr empfehlenswert“.

Fazit: Sechs von zehn Pneus sind „nicht empfehlenswert“ – ein ernüchterndes Ergebnis. Grundsätzlich gilt: Bei Reifen sollte nicht gespart werden. Während man bei Premiumprodukten getrost zu jedem
Reifen greifen kann, muss man bei günstigen Produkten schon genauer hinsehen, damit es
keine bösen Überraschungen gibt!

Mehr Informationen:
www.arboe.at


Ergebnisse im Detail

Sommerreifen 195/65 R 15

„Empfehlenswert“:

  • Nexen N’blue HD Plus   134*
  • Hankook Kinergy Eco K425   130
  • Pneumant Summer HP4   128

„Bedingt empfehlenswert“:

  • Debica Presto   115

„Nicht empfehlenswert“:

  • Barum Brillantis 2   113
  • BF Goodrich g-Grip   113
  • Viking City Tech II   111
  • Sava Intensa hp   110
  • High Performer Sport HS-3   98
  • GT Radial Champiro FE1   86

* Punkte (maximal 170 möglich)

Sieger Kategorie „Sicherheit nass“:

  • Nexen N’blue HD Plus (63 Punkte, maximal 80)

Sieger Kategorie „Sicherheit trocken“:

  • Nexen N’blue HD Plus (49 Punkte, maximal 60)

Sieger Kategorie „Umwelt/Wirtschaftlichkeit“:

  • GT Radial Champiro FE1 (27 Punkte, maximal 30)