Erstellt am 29. Juni 2015, 08:47

von Franz Farkas

Ewig fährt der „Bulli“. Der „Bulli“ ist nach dem Golf das wichtigste Auto bei VW. Bis dato wurden rund zwölf Millionen Fahrzeuge verkauft.

Damals und heute - die erste und die sechste »Bulli«-Generation.  |  NOEN, VW
Vor 65 Jahren kam der erste VW-„Bus“ auf den Markt – eine Idee des damaligen holländischen VW-Importeurs. Er war dank seiner vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten „das“ Transportmittel der Wirtschaftswunderzeit.

Diese Eigenschaften haben auch die nachfolgenden vier Generationen beibehalten und so für den bis heute anhaltenden Erfolg des „Bullis“ (Abkürzung für Bus/Lieferwagen) gesorgt. Jetzt startet die sechste Generation – Erfolg programmiert!

Umfangreich überarbeitet

Allerdings konnte/wollte sich VW nicht zu einem komplett neuen Auto durchringen: Der T6 ist ein umfangreich überarbeiteter T5. Einer der Gründe für die Rundumerneuerung sind die Motoren, die die Euro-6-Abgasnorm erfüllen müssen. 

Auch die Ansprüche der Kunden, die sich von einem Nutzfahrzeug Annehmlichkeiten eines Pkws erwarten, sind in den vergangenen zwölf Jahren (seit der Einführung des T5) gestiegen. Optisch wurde der neue „Bulli“ etwas kantiger, obwohl man aus Sicherheitsgründen die geplanten „Bügelfalten“ an der Front entschärfen musste.

Die neuen Triebwerke (alle mit Start/ Stopp-Automatik, um bis zu 20 Prozent sparsamer) sind überwiegend Diesel (vorerst vier Stück, von 84 bis 204 PS, eine Version mit 114 PS wird im Frühjahr 2016 nachgereicht), die Benziner (150, 204 PS) spielen eher eine Nebenrolle.

Interessant gerade für ein Gebirgsland wie Österreich ist die Tatsache, dass es wieder einen Allradantrieb gibt – sogar mit einem siebengängigen Doppelkuppungsgetriebe kombinierbar.

„Die neue T-Reihe ist attraktiver und 
variantenreicher denn je!“
Karin Angerer, Pressesprecherin VW Österreich

Verbessert wurde auch das Fahrwerk, auf Wunsch sogar mit adaptiver Regelung. Der „Bulli“ fährt sich mit dem stärksten Selbstzünder fast wie ein Sportwagen – hier kommt kein Gefühl mehr auf, in einem „Lastesel“ zu sitzen. Neue Sitze mit gutem Seitenhalt sorgen in schnellen Kurven für ein feines Gefühl, sie wurden dem T6 angeblich vom VW-Chef Martin Winterkorn verordnet.

Sogar eine alternativ gefahrene Basisversion mit 102 Diesel-PS wirkt nicht mehr so karg und nackt wie der Vorgänger – hier fallen die mannigfaltigen Ablagen positiv auf, die im Arbeitsalltag wichtig sind.



Gearbeitet wurde nicht nur am Fahrwerk und an den Motoren, sondern auch an der Ausstattung. LED-Scheinwerfer, elektrisch verstellbare Sitze, ein neues Multimediasystem, Distanzregelung, Multikollisionsbremse und City-Notbremssystem wurden – wie schon beim kürzlich vorgestellten Caddy – von den Pkws übernommen und sollen dem Nutzer des T6 zugute kommen. Natürlich ist auch eine Einparkhilfe erhältlich. Und im Herbst kommt noch eine elektrische Heckklappe hinzu.

VW unterteilt den „Bulli“, die T-Baureihe, in drei Grundkategorien: das Nutzfahrzeug (Kastenwagen mit bis zu 9,3 Kubikmeter Ladevolumen, Pritsche, Doppelkabine, Kombi), die Großraumlimousine (Multivan, Caravelle) sowie das Freizeitmobil (California).

Zwei Radstände und drei Dachhöhen multiplizieren zudem die hohe Variabilität und Funktionalität, sodass sich mit der Vielzahl der Aggregate-Kombinationen über 700 Varianten ergeben … Wir ziehen den Hut!


Neu: VW T6

Start & Preis. Die Markteinführung findet jetzt gerade statt. Einstiegspreise (netto/brutto, immer mit 84 Diesel-PS): Kastenwagen ab 19.950/ 23.940 e, Pritsche 23.587,50/28.305 €, Fahrgestell 22.437,50/26.925 €, Kombi 24.159,09/31.490 e, Caravelle 29.133,08/38.347 €, Multivan
27.360,90/35.990 €. 

Sondermodell Multivan Generation Six mit 150 Diesel-PS (u. a. adaptive Fahrwerksregelung, Spurwechselassistent, Tempomat, Klimaautomatik) ab 45.705,97/60.846 €.

Erwarteter Modellmix: 50 Prozent Lkw, 50 Prozent Pkw. Erwarteter Allradanteil: 30 Prozent.
Aktuell sind 108.147 T-Modelle auf Österreichs Straßen unterwegs.

Aktuell kommen mehr als 50 Prozent aller Neuzulassungen von VW Nutzfahrzeuge aus der T-Reihe.