Erstellt am 13. Oktober 2014, 09:44

von Beatrix Keckeis-Hiller

Generation acht – fein gemacht. Die Wolfsburger definieren ihren Mittelklasse-Topseller neu: Der Passat liegt nun auf Oberklasse-Niveau.

 |  NOEN, VW
Der Passat zählt zu den erfolgreichsten VW-Modellen. Ein Weltbestseller, der inklusive aller Derivate nahezu 22 Millionen Mal gebaut wurde. Erfolg macht selbstbewusst – und verpflichtet auch. Deshalb kommt mit der achten Generation wieder ein starker Typ.

Technisch neu, optisch feiner und emotionaler 

Dafür hat man den Wagen nicht nur technisch neu entwickelt (auf Basis des modularen Querbaukastens), sondern auch optisch feiner und dynamischer, um nicht zu sagen emotionaler geschliffen. Trotz marginaler Kürzung (zwei Millimeter bei der Limousine, vier Millimeter beim Variant) wirkt er gestreckter, wozu unter anderem die Absenkung der Front und der Dachlinie sowie die (um zwölf Millimeter) gewachsene Breite beitragen.



In die Länge gezogen ist der Radstand (um 79 auf 2.791 Millimeter). Der Effekt ist luftigerer Kopfraum, die Kofferraumvolumina haben um 21 bzw. 47 Liter zugelegt (Limousine: 568 bis 1.152 Liter, Variant: 650 bis 1.780 Liter). Dabei hat der VW um bis zu 85 Kilogramm abgenommen.

Zum Abspeckprogramm beigetragen hat die Neuordnung des Motorenangebots. Zehn neue Aggregate mit jeweils vier Zylindern stehen auf dem Programm – sie wurden um bis 20 Prozent sparsamer und erfüllen die Euro 6.

Zum Marktstart gibt es einen Benziner (1.4 TSI/125 PS) sowie drei Diesel (1.6 TDI/120 PS, 2.0 TDI/150 PS, 2.0 TDI BiTurbo/240 PS und 500 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit bis zu 240 km/h, ab 5,3 Liter pro 100 Kilometer). Letzterer ist eine VW-Eigenentwicklung und mit einem siebengängigen Doppelkupplungsgetriebe zusammengespannt sowie mit Allradantrieb garniert.

Passat GTE geht nächstes Jahr an den Start

Nächstes Jahr (drittes Quartal) geht der Passat GTE an den Start – ein Plug-in-Hybrid mit 218 PS Systemleistung und – wie beim Golf – bis zu 50 Kilometern rein elektrischer Reichweite (CO2-Emission unter 45 Gramm pro Kilometer).

Weltpremiere Nummer 1: Trailer Assist. VW bringt im Passat erstmals ein Assistenzsystem auf den Markt, mit dem das Rangieren im Hängerbetrieb so einfach wie nie zuvor wird.

Weltpremiere Nummer 2: Emergency Assist. Sobald die Sensoren erkennen, dass der Fahrer weder Lenk-, Brems- und Beschleunigungsaktivitäten zeigt, leitet das System zunächst das Wachrütteln des Fahrers und in der Folge einen Nothalt ein.

Weitere (optionale) Highlights: adaptive Fahrwerksregelung (Premiere bei VW, mit fünf Fahrprogrammen), Head-up-Display, Kombiinstrument mit interaktiver Darstellung (Active-Info-Display), Voll-LED-Scheinwerfer mit Fernlichtautomatik.

Wie fein sich der neue Passat macht, das führte er unter anderem anhand des neuen 240-PS-Selbstzünders über die Asphaltstraßen Sardiniens vor. Auf kurzen Abstechern in schottrige und sandige sowie winkelige Ecken bewies er dieselbe tolle Agilität und Fahraktivität. Doch ist auch der 150-PS-TDI alles andere als lau. Fazit: Respekt!

Neu: VW Passat

Start & Preis. Ab sofort bestellbar, die Markteinführung erfolgt voraussichtlich noch im November. Limousine ab 29.240 €, Variant ab 30.910 e (jeweils 1.4 TSI/125 PS). Der 240 PS starke Diesel ist ab 51.560 bzw. 53.130 € zu haben.

Weitere geplante Motoren (u. a.): 1.4 TSI/150 PS, mit Zylinderabschaltung – erstes Quartal 2015, 2.0 TSI/ 280 PS –zweites Quartal 2015, 2.0 TDI/190 PS – noch heuer.

Das Einstiegsmodell Trendline hat serienmäßig: sechs Airbags, ESP, Berganfahrassistent, Klimaanlage, CD/MP3-Radio mit Fünf-Zoll-Touchscreen, Lederlenkrad, Müdigkeitswarner, Multikollisionsbremse, Reifendruckkontrolle, schlüsselloser Start, Start/Stopp-System.

Erwarteter Dieselanteil*: 95 Prozent. Erwarteter Kombianteil*: 90 Prozent. Erwarteter Anteil Doppelkupplungsgetriebe*: 30 Prozent.

*in Österreich