Erstellt am 20. Juli 2015, 09:46

von Beatrix Keckeis-Hiller

VW Passat: Mit Strom (Kilo)Meter machen. Nach dem Golf elektrifizieren die Wolfsburger auch den Passat – mittels Plug-in-Hybrid-Technologie.

Der Passat GTE spricht jene Personen an, die ein dynamisches Fahrzeug suchen, komfortabel Langstrecken zurück-legen wollen und gleichzeitig gerne rein elektrisch (emissionsfrei) unterwegs sein wollen ...  |  NOEN, VW
Die Wolfsburger wollen nicht warten. Nicht so lange, bis die Batterietechnologie so weit fortgeschritten ist, dass rein elek-trisch erzielbare Reichweiten so weit sind, dass sie mit konventionellen Verbrennungsmotoren gleichziehen können.

VW setzt auf Plug-in-Hybrid-Systeme

Als Überbrückungstechnologie setzt VW auf Plug-in-Hybrid-Systeme, um auf dem Weg zu möglichst emissionsfreier Mobilität (Kilo)Meter zu machen. Den Anfang hat der Golf GTE gemacht. Demnächst kommt der Passat GTE (als Limousine und als Variant/Kombi) auf den Markt. Damit sichert man sich auch gleich, derzeit, ein Alleinstellungsmerkmal – selbst bei der eigenen Marke, siehe Golf, der als Hybrid nur fünftürig angelegt ist.



Nicht alleine steht der Passat mit dem Antriebssystem. Wie im Golf liegt dem eine Kooperation zwischen 1,4-Liter-Turbobenziner und Elektromotor zugrunde. Allerdings in etwas höheren Leistungsstufen: Der 1.4 TSI leistet 156 PS (Golf: 150 PS), das Elektroaggregat 115 PS (Golf: 105 PS). Daraus resultiert eine Systemleistung von 219 PS (Golf: 204 PS).

Die befähigt das Mittelklasseauto zu einer Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h. Rein elektrisch sind maximal 130 Sachen drin. Der Sprint auf Tempo 100 wird, in Kombination mit einem eigens entwickelten sechsgängigen Doppelkupplungsgetriebe, in 7,4 Sekunden erledigt. Dabei sind drei Kupplungen im Einsatz. Die dritte sorgt für eine Entkoppelung des Benzinaggregats von der Antriebsachse, wenn sich der Passat zum Beispiel in der Gleit- bzw. Segelphase befindet.

CO2-Wert von 37 Gramm pro Kilometer

Für den Normverbrauch hat VW einen Wert von 1,6 Liter Sprit und 12,2 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer errechnet. Das entspricht einem CO2-Wert von 37 Gramm pro Kilometer! Mit vollem 50-Liter- Tank und voller Batterieladung ist damit eine Gesamtreichweite von bis zu 1.114 Kilometer erzielbar. Rein elektrisch soll der Passat, wie der Golf, bis zu 50 Kilometer weit kommen. Die Ladezeit für die Lithium-Ionen-Batterie beträgt je nach Stromangebot zwischen zweieinhalb (Wallbox) und dreieinhalb (Haushaltssteckdose) Stunden.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt durch das topfebene Landstraßen- und Autobahnnetz rund um die niederländische Hauptstadt Amsterdam wies der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 3,6 Litern und eine erzielte elektrische Reichweite von knapp mehr als 40 Kilometern aus. Ein Wert, der angesichts des ab 1.735 Kilogramm schweren Wolfsburgers so oder so beeindruckend ist, zumal die gefahrene Distanz von etwa 150 Kilometern zwar innerhalb der (streng geahndeten) gesetzlichen Speedlimits, aber beileibe nicht im Schleichmodus absolviert wurde.

Der Umgang mit dem Hy-brid-System ist genauso simpel und leicht durchschaubar wie im Golf. Gestartet wird grundsätzlich im Elektromodus. In den Kooperations- oder in den reinen Benzinbetrieb kann man auf Knopfdruck gehen. Die GTE-Taste ist der Schlüssel zu sportlichem Schub: Da klingt der Motor zwar ein wenig angestrengt, liefert aber bereitwillig flotten Vortrieb.

Neu: VW Passat GTE

Start & Preis. Verkaufsstart im Oktober, Markteinführung voraussichtlich im ersten Quartal 2016. An den Österreich-Preisen wird noch getüftelt.

Eine Vergleichsrichtlinie: Der Golf GTE kostet in Deutschland (ab) 36.900 €, bei uns (ab) 39.380 e.

Der Passat GTE kommt bei den Nachbarn auf (ab) 44.250 €. Die Differenz zu den Österreich-Preisen dürfte ähnlich sein wie beim Kompakt-Hybriden – das heißt: (ab) ca. 47.000 €. Serienmäßig u. a.: proaktives Insassenschutzsystem, Multikollisionsbremse, Tempomat, App „Volkswagen Car-Net e-Remote“ (ein Jahr lang Serienausstattung, danach aufpreispflichtig), Sportsitze vorne.

Verkauf über ausgewählte Händler. Prognostizierter Anteil am Passat-Gesamtvolumen: vier bis fünf Prozent. Zentraler Mitbewerber: Mercedes-Benz C 350e.