Erstellt am 14. Mai 2012, 00:00

Wenn der Preis heiß ist. DACIA / Mitte Juni geht der erste Kompakt-Van der französischen Rumänen an den Start. Name: Lodgy. Das günstigste Fahrzeug seiner Klasse! In Zeiten wie diesen sicher kein Fehler.

VON THOMAS VOGELLEITNER

Geiz ist geil, behauptet Saturn. Und das kann auch Dacia mit
ruhigem Gewissen behaupten – denn die Marke boomt, die Fahrzeuge verkaufen sich wie warme Semmeln … Die Renault-Tochter bringt in Kürze eine komplett neue Modellreihe auf den Markt. Es handelt sich um einen Kompakt-Van (auf Basis Logan MCV) mit dem Namen Lodgy. Der
Name leitet sich nach Angaben des Herstellers vom englischen Lodge ab, und soll auf die großzügigen Raumverhältnisse hinweisen.

Auch bei diesem Wagen kann sich das Dacia-typische Preis/ Leistungs-Verhältnis mehr als sehen lassen. 9990 kostet das Einstiegsmodell laut Preisliste – der Ordnung halber muss man noch bei jedem Lodgy 180 netto Auslieferungspauschale dazurechnen. Ergibt unter dem Strich einen echten Einstiegspreis von 10.223,28 . Trotzdem: Der Preis ist heiß! Das fünfsitzige Lodgy-Einstiegsmodell hat ESP sowie vier Airbags serienmäßig an Bord, Klimaanlage gibt es dagegen nicht einmal optional.

4,5 Meter ist der Lodgy lang, fünf bzw. sieben Personen dürfen mit – und alle haben dabei ausreichend Platz. Kofferraumvolumen? Siebensitzig 207 Liter, fünfsitzig 827 Liter, zweisitzig 2617 Liter (= Klassenbestwert). Die Innenraumvariabilität ist mehr okay, da verkraftet man
locker, dass man die Sitze der zweiten und dritten Reihe nicht im Boden verstecken, sondern nur zusammenlegen kann (die dritte Reihe kann zudem komplett ausgebaut werden). Die Qualität der Materialien und der Verarbeitung passt, ist in Ordnung. Natürlich fallen bei „Bruder“ Renault Grand Scénic die Türen satter ins Schloss, aber damit kann man gut leben.

Bewährte Triebwerke kommen zum Einsatz, bewährte Technik aus Frankreich. Vorerst stehen drei Vierzylinder zur Auswahl: ein 1,6-Liter-Benziner mit 82
PS (7,1 Liter pro 100 Kilometer, 165 Gramm CO2 pro Kilometer), zwei 1,5-Liter-Common-Rail-Turbodiesel mit 90 und 110 PS. Die Selbstzünder haben dabei vorbildliche Verbrauchs- und Emissionswerte: 4,2 und 4,4 Liter pro 100 Kilometer bzw. 109 und 116 Gramm CO2 pro Kilometer – ergibt mit dem 50-Liter-Tank eine Reichweite jenseits der 1000-Kilometer-Grenze. Im Herbst folgt Aggregat Nummer 4: ein 1,2-Liter-Benziner mit Turboaufladung und Direkteinspritzung (115 PS, 5,8 Liter pro 100 Kilo-meter, 135 Gramm CO2 pro Kilometer).

Fahreindruck? Liegt brav auf der Straße, ein gutmütiger Kerl, eher weich als hart abgestimmt. An Lenkung und Getriebe (keine Automatik) gibt es nichts aus-
zusetzen. Auch die Bremsen machen ihre Arbeit (hinten kommen Trommelbremsen zum Einsatz).