Erstellt am 25. Juni 2013, 12:56

Wifo erwartet Rückgang im Wohnbau. Das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erwartet 2013 und 2014 einen weiteren Rückgang beim Wohnungsneubau. Für heuer werden 35.800 Baubewilligungen prognostiziert, für das kommende Jahr 35.900. Im Vorjahr waren es 37.700 gewesen. Die Bauwirtschaft in Europa generell entwickle sich 2013 ungünstig, teilte das Wifo am Dienstag mit.

Das Bauvolumen werde heuer um 2,8 Prozent zurückgehen, 2014 um 0,5 Prozent zulegen. Für Österreich seien die Wachstumsaussichten besser als in Europa, der Anstieg werde aber gering ausfallen.

Die österreichische Wohnbaurate bleibe mit mehr als 4 bewilligten Einheiten je 1.000 Einwohner im Europa-Vergleich relativ hoch. Im Jahr 2011 wurden allerdings noch 5 Baubewilligungen je 1.000 Einwohner und insgesamt 42.200 Baubewilligungen verzeichnet. 2012 lag die Wohnbaurate in Österreich bei 4,5 Prozent für heuer und 2014 werden je 4,2 Prozent erwartet. Zum Vergleich: In den 19 Ländern des Bauforschungsnetzwerks Euroconstruct liegt die Rate nur über 3 Prozent.

Das Bauvolumen im heimischen Wohnungsbau wachse mit plus 0,8 Prozent heuer vergleichsweise kräftig, so das Wifo. Im sonstigen Hochbau wird für Österreich aktuell ein leichtes Plus von 0,5 Prozent erwartet, im Tiefbau ein leichter Rückgang.

In den 19 Euroconstruct-Ländern wird heuer ein um 2,2 Prozent rückläufiges Volumen im Wohnbau erwartet, für 2014 ein Plus von 1,1 Prozent. Der Abwärtstrend im österreichischen Wohnbau mit mehr als minus 10 Prozent bei den Baubewilligungen im Jahr 2012 werde sich 2013 in abgeschwächter Form fortsetzen, 2014 aber stabilisieren, so das Wifo. Neben dem Rückgang des geförderten Segments zeichne sich auch ein Nachlassen des freifinanzierten Angebots ab.

Der europäische Wohnbau werde durch die Konjunkturschwäche beeinträchtigt: Heuer würden in den Euroconstruct-Ländern rund 1,3 Mio. Wohneinheiten fertiggestellt, um rund 125.000 weniger als 2012. Zudem seien die Banken restriktiver bei der Vergabe von Hypothekarkrediten.

Beim Bauvolumen insgesamt wird für Europa ein Minus von 2,8 Prozent (nach minus 5,3 Prozent 2012) erwartet, für Österreich aktuell ein Plus von 0,6 Prozent.